Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Cirsium eriophorum – die Wollkopf-Kratzdistel

Nicht selten haben Pflanze ganz markant ausgeprägte Merkmale. Häufig helfen diese bei der zweifelsfreien der Bestimmung der Art oder zumindest der Gattung. In solchen Fällen kann der geneigte Botaniker frohlocken und sieht einer angenehmen Bestimmung entgegen. Die Art, die euch heute vorstellen möchte, ist so ein auffälliges Gewächs.

 

 

Artsteckbrief

Die Wollkop-Kratzdistel ist eine krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 50 bis 150 cm erreichen kann. Besonderheit bei ihr ist, dass sie zu den hapaxanthen Pflanzen gehört, d.h. sie blüht nur einmal in ihrem Leben. Ein untrügliches Erkennungsmerkmal ist ihr dicht behaarter Stängel. Ihre mit gelben Stacheln bewährten Laubblätter eignen sich ebenfalls zur Bestimmung der Art. Ihren Namen verdankt sie aber dem einzeln stehenden, dicht behaarten Blütenstand, der einen Durchmesser von bis zu 7 cm aufweisen kann. Dabei handelt es sich allerdings um Ausnahmen.

Lebensraum & Ökologie

Cirsium eriophorum ist in ganz Europa verbreitet und gilt in Deutschland als nicht gefährdet. Die Wollkopf-Kratzdistel gedeiht am besten über Kalk ist aber auch auf sauren Böden anzutreffen. Typische Standorte sind Wegränder, sonnige und steinige Böden, Weiden und Kahlschläge. Die Wollkopf-Kratzdistel ist von der Tallage bis in eine Höhenlage von 2300 Metern anzutreffen.

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Tanne ist Trumpf im Klimawandel

Als eine der größten und komplexesten Herausforderungen unserer Zeit gilt der Klimawandel. Während sich die Politik abmüht halbherzige Ideen und unausgegorene Handlungsweisen unter das Volk zu mischen, schreitet die Veränderung der heimsichen Natur unaufhaltsam voran. Besonders eifrig ist der Forst, denn hier hat der Waldumbau, hin zu einem an die Klimaveränderungen angepassten Wald, längst begonnen.

Klimawandel und Natur im Wettlauf gegen die Zeit

Die globale Klimaerwärmung rast voran. In einem für Flora und Fauna ungewohnten Tempo verändern sich die seit Jahrhunderten mehr oder weniger konstanten Lebensbedingungen. Während die Faune aufgrund ihrer Flexibilität noch einigermaßen schnell reagieren kann, sind Pflanzen und besonders Bäume aufgrund ihrer Unbeweglichkeit sowie langen Generationszeit benachteiligt. Die behäbigen Arten sehen sich der Gefahr ausgesetzt, einer Umgebung, die zunehmend lebensfeindlicher wird, nicht mehr entkommen zu können. Ein Forscherteam aus der Schweiz hat untersucht, ob dieses Szenario eines Tages Wirklichkeit werden kann oder ob es nur eine Vermutung bleibt.

Sankt Ottilien Freiburg

Gehen oder bleiben – Anpassung oder Flexibilität

Für diesen Versuch haben die Wissenschaftler 16.000 Tannen, Fichten und Buchen aus unterschiedlichen Klimaregionen der Schweiz unter die Lupe genommen. Um vergleichbare Aussagen treffen zu können, wuchsen sie alle unter den gleichen klimatischen Bedingungen auf und wiesen zum Teil starke lokale Anpassungen auf.

Die Kollegen von naturschutz.ch haben dazu einen ausführlichen Beitrag verfasst, den ich euch an hier verlinke. Nur soviel sei gesagt, die Tanne hat durchaus gute Chancen als Siegerin hervorzugehen. Zumindest in der Schweiz. Nach Deutschland muss sie erstmal wieder kommen. Wie sich der Lebensraum Wald in Zukunft verändert wird ist eine spannende Frage und wird sicherlich kontrovers diskutiert werden. Schon jetzt pflanzen Forstwirte standortfremde Gehölze wie Rot-Eiche oder Douglasie und verfälschen damit einen über Jahrhunderte entstandenen Lebensraum. Obendrein dringen invasive Neophyten wie Robinie oder die Spätblühende Traubenkirsche in die heimischen Wälder und aus heutiger Sicht sind sie gekommen um zu bleiben.

Reisetagebuch Schweden #1 Langhammars Raukar

In den letzten Wochen habe ich Schweden unsicher gemacht. Besonders Gotland wurde ausgiebig bereist. Das Eiland in der Ostsee bietet durch sein Grundgestein beste Voraussetzungen für ein reichhaltiges Vorkommen von floristischen Schätzen. Besonders Orchideen genießen den kalkigen Boden vollen Zügen. Um euch ein wenig an den vergangenen Wochen teilhaben zu lassen, habe ich mich für Beiträge in Form von Reisetagebüchern entschieden. Den Anfang machen die Kalkfelsen (Rauken) von Langhammars.

Langhammars – eine Landschaft voller Schönheit

Langhammars ist eine Ortschaft sowie ein Naturreservat sowie ein Natura-2000 Gebiet auf der Insel Fårö, nördlich von Gotland. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein hat, die Gegend hat eine Menge zu bieten. So kann man bspw. Gotlands besterhaltensten Agrargebiete aus dem Mittelalter bewundern. Der klare Fokus liegt aber auf den Felsen aus Kalkstein. Die sogenannten Rauken oder Rauks befinden sich etwas nördlich von Langhammars auf der Halbinsel Langhammarshammaren.

Rauken – versteinerte Zeugen der Urzeit

Der Rauk oder die Rauken sind Kalksteine mit einer Höhe von bis zu 10 m und zu finden u.a. an den Küsten Gotlands und Fårös. Ihre Entstehung geht bis in das Kambrium (vor 543 Million Jahren) zurück. Damals wurden die Gebiete der heutigen Ostsee und Südskandinaviens von Süden her überschwemmt.

Zum Ende des Silurzeitalters bildete sich schließlich ein Flachmeer. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Gotland noch auf der Südhalbkugel und triftete erst langsam gen Norden. Die Sedimente von heute zeigen noch Spuren des einst wechselnden Klimas sowie der unterschiedlichen Breitengrade. So bildete sich vor rund 490 Millionen Jahren in dem Gebiet von Gotland und Öland, das sich inzwischen am Äquator befand, ein großes Korallenriff. In den flacheren Küstenregionen lagerte sich mit den Jahrtausenden Riffkalk ab. Dieser bildet sich vor allem aus großen Ansammlungen von Schwämmen und Korallen.

Entstehung aus dem Meer

Die letzte große Eiszeit (vor ca. 10.000 Jahren) gab den heutigen Felsen durch Auswaschung und Erosion ihren letzten Schliff bzw. ihre Gestalt. Ein weiterer Faktor ist die chemische Verwitterung, die durch das natürliche Vorkommen von Kohlensäure im Regenwasser verursacht wird. Die Rauken die Überbleibsel eines einst großen tropischen Meeres und zeugen von der wechselhaften Geschichte der Entstehung der heutigen Kontinente.

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