Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Vogelzählung des NABU liefert Daten aus einer Dekade

Seit nunmehr zehn Jahren veranstaltet der NABU jährlich die Stunde der Gartenvögel. Im Rahmen dieses Events werden in den mitmachenden Haus- und Schrebergärten alle gesichteten Vögel gezählt und an den Umweltverband gemeldet. Nun liegen Daten aus einer Dekade vor und zeichnen ein eher gemischtes Bild in der Bestandsentwicklung der Avifauna in Sieldungsgebieten.

Avifauna im urbanen Raum stark beansprucht

Der Siedlungsraum bietet für viele Vögel durchaus einen ansprechenden Lebensraum. In den Städten ist es oftmals wärmer als in den dörflichen Gebieten und ein besseres Nahrungsangebot gibt es obendrein. Allerdings muss man sich als Vogel diese Annehmlichkeiten verdienen. Diese sind nämlich hart umkämpft und eine spezifische Anpassung ist eine überlebensnotwendige Grundvoraussetzung. Die gefiederten Gesellen reagieren sehr sensiblen auf Schwankungen in ihrem Umfeld. Jede Art hat ihre ökologische Nische besetzt und stellt ganz eigene Ansprüche an ihren Lebensraum.

Der NABU hat in Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) die erfassten Daten aus den vergangenen Jahren ausgewertet und in hübschen Grafiken abgebildet. An diesem Beispiel zeigt sich erneut, wie wichtig Zeitreihenanlysen in der modernen Wissenschaft sind (Quelle NABU).

 

Importverbot für Jagdtrophäen gefordert

Manche Hobbies sind aus meiner Warte her schwer zu begreifen. Dazu zähle ich ausnahmsweise nicht das angstfreie Töpfern oder sonstige verwegene Aktivitäten, sondern die Jagd als Zeitvertreib. Viele Menschen verbringen ihre Freizeit damit, Tieren nachzustellen und diese zu erlegen. Dabei spielt hier weder Existenz noch reeller Bedarf eine Rolle. Vielmehr sind es Prestige und das eigene Selbstwertgefühl dieser bemitleidenden Kreaturen, die sie zu solch schändlichen Taten anspornen.

Jagdtrophäen sind rückständig und überholt

Blickt man auf die stark dezimierten Bestände der Wildtiere, so kommt man zu dem Schluss, dass die Jagd nach Trophäen bereits viel zu lange und zu intensiv stattfand. Gerade die Bestände Afrikas mussten das leidvoll erfahren. Obwohl sich die einzelnen Länder der Tatsache bewusst sind, unterscheiden sie sich doch ganz klar in ihrem Handeln. Während in Frankreich und den Niederlanden bereits erste Importverbote für Löwen und andere gefährdete Arten im Gesetz verankert sind, tut sich Deutschland noch schwer mit einer entsprechenden Regelung.

Deutschland spielt gemeinsam mit Spanien und den USA in der Oberliga beim Importieren von Jagdtrophäen bedrohter Arten. 9.638 Trophäen gefährdeter Tierarten wurden zwischen den Jahren 2004 und 2014 ins Land geholt. Darunter Bergzebras, Paviane, Leoparden, Schwarz- und Grizzlybären, Wölfe, Löwen, Elefanten und Wildkatzen. Allesamt stark gefährdete Arten.

Trophäen aus „nachhaltiger“ Jagd unbedenklich?

Bisher verweist das Bundesamt für Naturschutz auf die „nachhaltige“ Bejagung dieser Trophäen hin un sieht daher keinen Grund für ein Verbot. Allerdings entspricht dieser Umstand nicht immer den Tatsachen. Die Jagd auf Trophäen kann aber auch Geld in die Kassen der Herkunftsländer spülen. Nationalparks verdienen gutes Geld mit versteigerten Abschüssen auf alte oder kranke Tiere. Aber auch Schüsse zur Betäubung im Falle von tierärztlichen Untersuchungen finden reißenden Absatz (Quelle: NABU).

Biodiversität feiert Geburtstag

Vor 25 Jahren wurde der moderne Naturschutz gründlich umgekrempelt und geradezu auf Links gedreht. Obendrein war das Schlagwort Biodiversität in aller Munde. Die Rede ist von der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie. Dieses umfangreiche Werk sollte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten für gehörig Trubel aber auch für Erfolg sorgen. Gefährdete Arten und deren Lebensräume bekamen plötzlich einen Schutzstatus verpasst und Biodiversität wurde zum geflügelten Wort der Branche.

Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie für den Erhalt von Biodiversität

Ab sofort ist der 21. Mai der offizielle „Europäische Natura-2000 Tag“. Damit erfährt das einzigartige kohärente Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union die Würdigung die es verdient. Seit dem Inkrafttreten trägt die Richtlinie bedeutend zum Schutz von Biodiversität bei. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, der Ausschuss der Regionen und die maltesischen Ratspräsidentschaft am heutigen Montag in Brüssel.

FFH-Richtlinie für Biodiversität

Die guten Seiten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ist unbestritten. Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. So fehlen bspw. wichtige Lebensräume im Anhang I. So gehören u.a. Quellbereiche schleunigst aufgenommen. Weiteren Schatten werfen die hiesigen Bundesländer auf das Ansinnen der FFH-Richtlinie. Das Ausweisen der Schutzgebiete stellt so manche Landesregierungen vor enorme Probleme. Als Fazit kann man aber schon Stolz sein. Durch dieses umfassende Regelwerk bekommt die europäische Artenvielfalt einen starken Rückhalt und genießt einen gewissen Schutz. Der NABU hat dem freudigen Geburtstag einen ausführlichen Beitrag gewidmet, den ich euch hier verlinke.

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