Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Euonymus europaeus – Gemeines Pfaffenhütchen

Mit dem Herbst nähert sich das Jahresende und damit eine eher trübe Jahreszeit. Aber bevor sich die Vegetation zur Ruhe bettet, trumpft die Natur noch einmal richtig auf und schickt nochmal ein paar Farbtupfer in die weite Flur. Ein solcher markanter Farbtupfer ist der Strauch Euonymus europaeus, das Gemeine Pfaffenhütchen. Mit seinen rosafarbenen Blüten ist er der Blickfang schlechthin in der ansonsten herbstgoldenen Landschaft.

Artsteckbrief

Das Gemeine Pfaffenhütchen wird auch Gemeiner Spindelstrauch genannt und erreicht als sommergrüner, aufrechter, reich verzweigter, sparriger Strauch Wuchshöhen von bis zu 3 m, als kleiner Baum auch bis zu 6 m. Sträucher und Bäume besitzen im Alter eine grau-braune, längsrissige Borke. Er ist winterfest und frosthart aber Achtung, die Pflanzenteile sind giftig. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Es werden achsenständige trugdoldige Blütenstände auf einem 1 bis 3 cm langen Blütenstandsschaft gebildet. Sie enthalten meist zwei bis sechs, selten bis zu neun Blüten.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Lebensraum & Ökologie

Der Gewöhnliche Spindelstrauch ist ein winterkahler Strauch mit wintergrünen Zweigen, also ein Rutenstrauch. Er gehört zu den Flachwurzlern und nennt eine Besonderheit sein Eigen: VA-Mykorrhiza. Die Blüten sind vormännliche „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Art ist dreihäusig d. h. neben Pflanzen mit zwittrigen Blüten kommen auch solche mit nur männlichen und solche mit nur weiblichen Blüten vor; bei letzteren sind die Pollensäcke taub. Der Nektar wird vom fleischigen Diskus abgegeben. Besucher sind Insekten aller Art, besonders Fliegen.

Die Früchte sind 4-fächrige, fachspaltige Kapseln. Die Samen hängen am verlängerten Stielchen, dem Funiculus, eine Zeit lang aus der geöffneten Kapsel heraus. Das fördert die Mundverbreitung durch z. B. Drosseln und Rotkehlchen; diese schälen den fleischigen Arillus ab, wobei der verbleibende Samen zu Boden fällt. Der Samen enthält reichlich Nährgewebe und bereits ergrünte Keimblätter. Fruchtreife ist von August bis Oktober. Die Keimung erfolgt erst nach einer Samenruhe von 3–4 Jahren. Vegetative Vermehrung erfolgt durch sich bewurzelnde Kriechsprosse.

 

Lachsfieber – das Problem der Aquakultur

Gestern Abend nutzte ich die Chance, zusammen mit einer Kollegin einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt beizuwohnen. Im Rahmen der „Globale“ in Halle/Saale werden themenspezifische Filme gezeigt. Als Grundthema dient die Globalisierung und das hinter dem Projekt stehende Engagement von Hallenser Vereinen und NGO ist beachtlich. Spielstätte für die Filme ist das Kino Luchs, direkt am Bergzoo und gezeigt wurde der Film „Lachsfieber“.

Chile – ein Paradies für Lachsfarmer

Nun ist die Problematik mit Fischen aus Aquakultur nicht gerade neu. Der Film „Lachsfieber“ aus dem Jahre 2010 auch nicht. Dennoch hat die Thematik nichts von ihrer Brisanz über die Jahre verloren. Die Beschreibung des Films liest sich in etwa so:

Chile ist ein Paradies für Investoren. Was in Europa durch die Umweltgesetzgebung verboten ist, können reiche Unternehmer am anderen Ende der Welt ungestraft tun: Lachskäfige liegen dicht beieinander. Darin stecken doppelt so viele Lachse wie in Europa.

Um Seuchen zu verhindern, werden hunderte Tonnen Antibiotika ins Futter gemischt. Chemikalien und Farbstoffe führen dazu, dass die Fische nach 18 Monaten Mast ein chemisch und biologisch belastetes Produkt sind. Wenn die Gewässer vom Abfall der Industrie verseucht sind, hinterlassen Konzerne wie Marine Harvest einen ökologischen Friedhof. Sie ziehen weiter gen Süden in die noch intakte Welt Patagoniens. Ein Albtraum mit WWF-Siegel.

Kinosaal des „Luchs“ in Halle an der Saale.

Foyer des Kinos „Luchs“ in Halle an der Saale.

 

Diese Sätze könnten genauso gut der heutigen Zeit entstammen. In knapp 45 Minuten wird das Geschäftsgebaren der Firma Marine Harvest des Norwegischen Großindustriellen John Fredriksen. Was der Film eindrucksvoll zeigte, war die Situation unter den Fischnetzen der Farmen. Durch Tonnen von Fischkot und Müll ist der Meeresboden tot und unrettbar verloren. Ich lege diesen Film jedem ans Herz der sich etwas mit der Materie beschäftigt und vielleicht ändert das die ein oder andere Gewohnheit.

 

Neonicotinoide auf allen Kontinenten nachgewiesen

Das mit unserer Ernährung etwas nicht stimmt und das sich die moderne Landwirtschaft auf einem nicht mehr vertretbaren Weg befindet ist hinlänglich bekannt. Durch Profitgier und dem Streben nach Macht spielen die Konzerne dieser Welt mit der Gesundheit der Verbraucher. Oftmals haben diese gar keine Ahnung welches Gift in ihren Lebensmitteln steckt. Eine aktuelle Studie zeichnet ein erschreckendes Bild über die Verbreitung von Giftstoffen in unseren Nahrungsmitteln.

Neonicotinoide überall nachweisbar

Ein Forscherteam aus der Schweiz hat im Jahre 2012 damit begonnen, Kollegen, Freunde und Bekannte ein Glas Honig von ihren eventuellen Reisen mitzubringen. Auf diese Weise kamen sie in den Besitz von 198 Honigproben aus der der ganzen Welt und glücklicherweise aus allen Kontinenten. Ausgenommen der Antarktis, da hält sich der Tourismus noch in Grenzen. Die Wissenschaftler untersuchten die mitgebrachten Proben auf Giftstoffe und wurden fündig.

Drei Viertel des produzierten Honigs wiesen mindestens Neonicotinoide auf. In knapp der Hälfte der Fälle überschritten diese Giftstoffe sogar die Grenzwerte für eine „Unbedenklichkeit für Bestäuber“. Damit ist wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, was wir uns und der Natur täglich für Gifte zuführen.

Eventuell sollte man das Augenmerk und den öffentlichen Druck der Gesellschaft mal auf diesen Umstand lenken anstatt jedes neue elektrische Gerät wie einen Heiland zu begrüßen. Sind denn smarte Klobürsten wirklich wichtiger als eine intakte Natur samt ihren Kreisläufen?

Den Bericht zum Beitrag in voller Länge findet ihr auf newscientist.com und den solltet ihr euch unbedingt durchlesen. Vielleicht zündet er ja bei euch den ein oder anderen Funken und regt zum Nachdenken an. Es geht auch um eure Gesundheit.

Seite 1 von 305

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén