Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Monat: Juni 2017 (Seite 1 von 6)

Euphorbia seguieriana – die Steppen-Wolfsmilch

Mit der Steppen-Wolfsmilch möchte ich euch eine weitere Art der hiesigen Trockenrasen vorstellen. Das geschulte Auge erkennt die Pflanzenfamilie der vorgestellten Art auf den ersten Blick. Die Bestimmung auf Artebene ist da schon etwas schwieriger. Zum Glück gibt es aber auch hier eindeutige Merkmale, die uns diese Art eindeutig ansprechen lassen. Wie so oft ist auch der Lebensraum der Art sehr von einer Nutzung abhängig und vieler Orts im Schwinden begriffen.

Artsteckbrief

Bei Euphorbia seguieriana handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze (kein Gras), welche eine Wuchshöhe von bis zu 40 cm erreichen kann. In Deutschland sowie Sachsen-Anhalt gilt diese Art der heimischen Trockenrasen als „gefährdet“ geht bundesweit im Bestand zurück.

Auf den ersten Blick wird die Art gerne mal mit der häufigeren Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) verwechselt, dabei sind beide Arten sehr unterschiedlich. Bei E. seguieriana sind die Laubblätter lederig und wirken sukkulent. Die mittleren Laubblätter sind das wohl markanteste Erkennungsmerkmal. Sie bilden mit einer Länge von 10 bis 20 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Millimetern, der lineal-lanzettlich Form sowie einer Stachelspitze einen deutlichen Kontrast zu anderen Vertretern dieser Pflanzenfamilie.

Lebensraum & Ökologie

Die Steppen-Wolfsmilch ist in Eurasien verbreitet. Hier Hauptvorkommen hat diese Art auf kontinentalen Trockenrasen. Als Untergrund bevorzugt sie zudem  trockenwarme, basenreiche, nährstoffarme Löß- und Lehmböden. Wird die Pflanzensoziolge bzw. die Systematik näher betrachtet, so muss man sich wundern. Die Art Euphorbia segueriana nimmt einen Platz innerhalb der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) ein, diese wiederum gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse, den Euphorbiaceaen. Und jetzt kommt der Clou. Die Euphorbiaceaen zählen zu den Rosiden, den Rosengewächsen. Die Wolfsmichgewächse sind daher mit euren Rosen verwandt.

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Neues Bundesnaturschutzgesetz rettet keine Artenvielfalt

Das Bundesnaturschutzgesetz ist an sich eine feine Sache, legt es doch den Grundstein für den modernen und durchaus wirkungsvollen Naturschutz in Deutschland. Nachdem viele Male die Arbeiten an einem Umweltgesetzbuch angefangen und aufgegeben wurden, liegt die ganze Hoffnung der grünen Branche in ebendiesem BNatSchG. Leider war das Gesetz in den letzten Jahren nicht mehr zeitgemäß und zeigte an vielen Stellen akuten Bedarf zur Nachbesserung. Diese ist nun erfolgt. Der erhoffte  Retter der Biodiversität ist es aber nicht geworden.

Bundesnaturschutzgesetz novelliert – aber nicht konsequent genug

Letzten Donnerstag, den 22. Juni, konnte sich der Bundestag endlich auf eine Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes einigen und führte damit eine peinlich lange Hängepartie zu ihrem Abschluss. Bereist zu Weihnachten 2016 legte das Bundesumweltministerium einen ersten Vorschlag des neuen Gesetzes vor. Umweltverbände wie der NABU hatten sich damals bereits beschwert, dass der Text in seiner damaligen Form den Naturschutz eher schwächen als stärken würde. In der zweiten Fassung aus dem Februar 2017 konnten ein paar der ursprünglichen Fehler  ausgebessert werden aber es bleiben noch genug andere Schwachstellen enthalten. Ich möchte diese im Detail an dieser Stelle nicht wiedergeben, das haben die Kollegen des NABU bereits auf ihrer Seite getan. Vielmehr möchte ich den Umstand anprangern, dass die „gute fachliche Praxis“ der Landwirtschaft  enthalten bleibt. Diese paar Zeilen geben der Landwirtschaft nahezu alle Rechte die Artenvielfalt der Äcker nach Gutdünken zu vernichten. Besonders die “ laut Hersteller empfohlene“ Art der Nutzung von Pflanzenschutzmittel ist ein Frevel für die Biodiversität und alle die sich mit deren Erhalt beschäftigen. Die „Landwirtschaftsklausel“, wie sie auch genannt wird, ist für den heutigen Naturschutz untragbar und zeigt einmal mehr, dass die Bauernzunft den Naturschutz an der kurzen Leine führt.

Veronica spicata – der Ährige Ehrenpreis

Seit es die Genetik gibt, erleben Pflanzen und Pflanzenfamilien recht turbulente Zeiten. So werden Arten innerhalb verschiedener Familien hin und her geschoben bzw. neue Familien ausgerufen. Eine dieser Arten mit einer bewegten Geschichte möchte ich euch heute vorstellen. Den Ährigen Ehrenpreis oder auch Veronica spicata.

Artsteckbrief

Dieser farbenfrohe Vertreter der Flora gehört in die Familie der Wegerichgewächse und ist bspw. mit Spitz- und Breitwegerich verwandt. Das jeweilige Aussehen lassen es auch beinahe vermuten. Innerhalb der Familie der Plantaginaceae ist der der Gattung der Ehrenpreise zugehörig, den Veronicaceaen. Bevor die Genetiker diese Art in die Finger bekamen, trug sie den Namen Pseudolysimachion spicatum  und davor bereist den aktuellen Namen Veronica spicata. Pseudolysimachion ist eine Untergattung innerhalb der Gattung Veronica. Ein erneutes Wechseln ist allerdings nicht ausgeschlossen. Wie die Natur selbst ist auch die Nomenklatur in ständiger Dynamik. Diese Pflanze ist ausdauernd und kann eine Höhe von bis zu 40 cm erreichen. ie aufrechten, drüsig-behaarten Stängel weisen im oberen Teil waagerecht abstehende oder aufwärts gekrümmte Haare (Trichome) auf. Die stumpflich-lanzettlichen, behaarten Stängelblätter sitzen gegenständig am Stängel und sind am Rand gekerbt gesägt, weiter oben auch ganzrandig.

Lebensraum und Ökologie

Ihr Hauptvorkommen hat die Art auf den heimischen Trocken- und Halbtrockenrasen. Vereinzelt kann sie auch in trockenwarmen Staudensäumen sowie in Wäldern und trockenwarmen Gebüschen auftreten. Hauptsache trocken, der Rest ist relativ. In den jeweiligen Roten Listen für Gefäßpflanzen wird Veronica spicata in Deutschland sowohl in Sachsen-Anhalt in der Kategorie 3 geführt und gilt daher als „gefährdet“. Grund dafür sind Verbrachung und Vergrasung von bereits erwähnten Trocken- und Halbtrockenrasen. Laut Bundesartenschutzverordnung gilt die Art als „besonders geschützt“ und unterliegt strenger Beobachtung. Das ungeübte Auge neigt dazu, diese Art mit dem Langblättrigen Ehrenpreis, Veronica longifolia, zu verwechseln. Diese Art ist jedoch in feuchteren Standorten anzutreffen.

Veronica spicata, der Ährige-Ehrenpreis.

Veronica spicata, der Ährige-Ehrenpreis.

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