International befindet sich die Artenvielfalt in einem starken Abwärtstrend. Der Mensch greift mit seinem Handeln drastisch in die Natur ein und zerstört mehr oder weniger unbewusst täglich mehrere Leben. Um sich davon ein Bild zu machen, hat man mit der Führung von Roten Listen begonnen. Diese gibt es nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für gefährdete Biotoptypen. Dafür ist nun aktuell eine aktuelle Version erschienen.

Rote Liste zeigt gemischtes Bild vom Zustand der deutschen Natur

Die neue Rote Liste gefährdeter Biotoptypen zeigt ein durchwachsenes Bild vom Zustand der Natur in Deutschland: Für knapp zwei Drittel der 863 in Deutschland vorkommenden Biotoptypen besteht demnach eine angespannte Gefährdungslage. Besonders dramatisch ist die Entwicklung beim Offenland, vor allem den Wiesen und Weiden. Positive Entwicklungen gab es dagegen bei Küsten-Biotopen sowie an vielen Flüssen und Bächen. Zu den größten Gefährdern der Biotoptypen zählt nach wie vor die intensiv betriebene Landwirtschaft. Die Rote Liste wurde heute vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz vorgestellt.

An dieser Stelle der Hinweis, die Roten Listen gewähren keinen Schutzstatus. Sie weisen lediglich auf einen bestimmten Grad der Gefährdung hin. Nur selten werden Arten oder Lebensräume aus den Roten Listen gestrichen, für gewöhnlich kommen immer neue hinzu.

Aktuelle Entwicklungstendenzen der Grünlandbiotope 2006 und 2017 – Überblick über die Gesamtheit der Grünland-Biotoptypen, zugeordnet zu den aktuellen Entwicklungstendenzen (QUelle: BfN).

Die Problematik des Artensterbens ist nicht neu. Die amtierende  Bundesumweltministerin Barbara Hendricks findet dazu folgende Worte:
„Diese Rote Liste ist ein Alarmsignal. Der Zustand von Wiesen und Weiden wird immer schlechter. Das liegt vor allem an der Intensivierung der Landwirtschaft. Die Rote Liste zeigt aber auch, dass sich die Anstrengungen für Natur und Umwelt lohnen. Mit besseren Kläranlagen und Renaturierungsprojekten haben wir es zum Beispiel geschafft, dass es vielen Flüssen und Bächen wieder besser geht. Wir dürfen beim Naturschutz nicht nachlassen. Mit der Naturschutz-Offensive 2020 haben wir schon viel erreicht. Jetzt kommt es darauf an, dass auch die Agrarpolitik endlich ihre Verantwortung für den Naturschutz wahrnimmt.“

Schaut man sich aber den aktuellenZustand bzw. die Bemühungen um den Naturschutz der einzelnen Länder an, so kommen einem die Tränen. Gerade Sachsen-Anhalt glänzt hier mit deutlichem Desintresse und grandioser Planlosigkeit. Dabei ist höchste Eile geboten. Nach wie vor sind knapp zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden Biotope gefährdet – wenn auch in unterschiedlichem Maße. Besonders dramatisch ist die Situation beim Grünland. Hier hat sich die Situation seit der letzten Fassung der Roten Liste von 2006 noch einmal deutlich verschlechtert. Aber auch bei vielen anderen Biotoptypen der Kulturlandschaft, wie etwa Streuobstwiesen, hat sich die Lage verschlechtert.

Eine gekürzte Fassung der aktuellen Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands habe ich euch hier im Beitrag eingebunden, die ungekürzte (kostenpflichtige) Variante findet ihr hier verlinkt.