Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Datum: 7. Juni 2017

Natur und Tourismus für die Biodiversität

Oftmals wird dem Naturschutz vorgeworfen, er nehme den Leuten die Natur weg und möchte den Bürger „aussperren“. Hin und wieder führen sich zwar manche Behördianer wie Provinzfürsten auf, aber im Großen und Ganzen ist das kein Ansinnen des heutigen Naturschutzes. Die Arten sind dort, wo die Menschen sind und diese haben ein Anrecht darauf, Natur zur erleben. Außerdem profitiert auch die Biodiversität von einer verträglichen Kombination aus Natur und Tourismus.

Internationaler Tag der Biodiversität 2017

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. kommt in ihrer neuesten Umfrage zu erstaunlichen Zahlen. Demnach suchen immer mehr Deutsche bei der Wahl des Urlaubsortes gezielt nach Naturerlebnisangeboten. Für knapp 55% der Deutschen ist dies ein ausschlaggebendes Kriteritum. Diese Reiselust kann man sich durchaus zu Nutze machen. Beispielsweise dann, wenn Erlöse daraus in Schutzmaßnahmen des Gebiets fließen. Aber auch die Sensibilisierung sowie die Wertschätzung der Leute für den jeweiligen Naturraum kann gesteigert werden. Und Wertschätzung braucht die Natur immer noch jede Menge. Einen großen Verdienst dahingehend hat die App „Beach Explorer„. Mit Hilfe dieser kostenlosen App der Schutzstation Wattenmeer e. V. können Gäste, Anwohner, Schutzgebietsbetreuer sowie Schulklassen an der Nordsee ihre Strandfunde (Tiere, Pflanzen, Steine, Gegenstände) per Smartphone fotografieren, auf ein Portal hochladen und identifizieren. User erfahren, ob sie eine Entdeckung gemacht haben und tragen so zur wachsenden Datenbank bei. Ende 2016 hatten rund 900 Personen 15.000 Funde gemeldet – fünf Arten konnten sogar in Deutschland erstmals nachgewiesen werden. Ein PokémonGO! mit Sinn wen man so möchte.  (Quelle: BMUB).

 

Schuhwerk aus Algen

Algen sind nicht nur wichtige Filtrierer und Nahrungsquellen in den Meeren und Ozeanen, sie können nauch zum Problem in den Gewässern werden. Nehmen die Algenbestände zu und verbrauchen mehr Sauerstoff, droht ein Gewässer „umzukippen“. Meist passiert dies als Folge einer Eutrophierung und das Ableben der Wasserorganismen ist eine mögliche Folge. Ein Unternehmen aus Großbritannien versucht dieses Problem nun in den Griff zu bekommen. Mit Schuhen.

Schuhe aus Algen

Die Algenbestände in den Gewässern werden durch steigende Temperaturen begünstigt. Eine steigende Algenproduktion ist die Folge. Eine Möglichkeiten zur Beseitigung der Wasserpflanzen ist die Mahd. Mittels Mähbooten wird der Grund von der grünen „Plage“ befreit und das Gewässer kann wieder atmen. Eine andere, weitaus kreativere Lösung sind Schuhe. Algen werden schon seit geraumer Zeit als Grundlage einer Vielzahl an Produkten genutzt. Eine davon ist Schaumstoff. Das machen sich die Unternehmen Vivobarefoot (London, UK) und Bloom (Mississippi, USA) zu nutze und fertigen in Kooperation einen Sportschuh aus Algen. Die Firma Bloom übernimmt dabei den Part des Zulieferes, hat man sich doch auf die Beerntung von Teichen und Seen spezialisiert. Die so gewonnene Biomasse nutzt Bloom um daraus eine Art Schaumstoff mit dem klangvollen Namen Ethylen-Vinylacetat (EVA) herzustellen. Dieser Stoff dient Vivobarefoot als Grundlage für den fertigen Schuh.

Eine Abbildung einer Algenpflanze unbestimmter Art.

Algen-Schuhe mindern CO2-Fußabdruck

Glaubt man den Aussagen der Akteure, so wird durch die Herstellung eines Paar Sneakers 215 Liter sauberen Wassers zurück ins Ökosystem geführt und 40 Ballons CO2 eingespart. Auf die Frage, warum man sich so einen Schuh aus Algen überhaupt kaufen sollte, gibt es auch eine passende Antwort. Algenblüten bedrohen das marine Leben weltweit. Chemie-Abfälle, die zumeist mit Nitraten und Phosphor angereichert sind, sickern in unsere Gewässer und bieten den perfekten Nährboden für Algen. Diese wiederum setzen Toxine frei, die schädlich für Mensch und Tier sind. Algen entziehen dem Wasser zudem Sauerstoff und schirmen Sonnenlicht ab, welches essenziell für alle Lebensformen im Meer ist. Eine Algenplage führt deshalb zu einem Massensterben im Wasser und damit zusammenhängend von Lebewesen, die ihre Nahrung aus dem Meer beziehen. Wer schon jetzt ungeduldig mit den nicht algen-beschuhten Füßen wackelt, muss sich noch etwas gedulden. Ab Juli wird der Ultra III online zu erwerben sein (Quelle: utopia.de).

 

 

CO2-Dünger aus der Luft gewinnen

Ein weißes Logo mit grüner Umrandung, welches den Schriftzug CO2 zeigt.Das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid oder salopp CO2 genannt, ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit. Durch anhaltende Emmissionen verändert dieses Gas langsam aber sicher die Umwelt. An sich wäre es schon lange Zeit für ein Umdenken aber die Faulheit und Borniertheit Bequemlichkeit der Menschen machen einen Wandel schwer. Zum Glück sind nicht alle Köpfe so lustlos, sondern suchen nach Lösungen um mit dem aktuellen Überschuss an CO2 Gutes zu tun. Aus diesem Ansinnen ist in der Schweiz eine Weltpremiere entstanden. Wenn das nicht Schule macht…

CO2-Dünger aus der Luft gewinnen

Im schweizerischen Hinwil wird  zum ersten Mal für kommerzielle Zwecke der Umgebungsluft CO2 entzogen, gefiltert und in einem nahen Gewächshaus als Düngemittel genutzt. Damit zeigt die Schweiz, wenn sie nicht gerade Statbäume in Zürich abholzen lässt, dass keine Idee zu utopisch ist.

Ort des Geschehens ist die Müllverwertungsanlage des Zweckverbands Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO) in Hinwil. Auf deren Dach verrichten 18 Ventialtoren ihren Dienst und saugen kontinuierlich die Umgebungsluft an. Die Kollegen von naturschutz.ch haben diesem Novum einen ausführlichen Beitrag gewidemt, den ich euch an dieser Stelle verlinke und ans Herz lege.

Eine morgendliche Aufnahme von Industrieanlagen.

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