Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Datum: 4. Juli 2017

Zigaretten dienen Vögeln als Baumaterial

Rauchen gefährdet die eigene Gesundheit  und ist auch für die umstehenden Mitmenschen äußerst ungesund. Nicht umsonst verzieren abschreckende Bildchen die Kippenschachteln und sollen vom Rauchen abhalten. Manche Raucher nutzen diese aber als Ersatz für die Panini-Sammelbildchen ihrer Jugend. Obendrein sind weggeworfene Glimmstengel umweltschädlicher Müll und eine Gefahr für die Fauna. Nun haben findige Vertreter der Avifauna einen Nutzen aus der Sache gezogen und machen das beste aus der Situation mit den entsorgten Nikotinnudeln.

Zigaretten zum Schutz gegen Ungeziefer

Findige Hausgimpel haben sich die antiparasitäre Wirkung von Nikotin zu Nutzen gemacht und Zigarettenstummel als Baumaterial für ihre Nester entdeckt. Dies hat weniger mit der Duftnote zu tun sondern mit dem Schutz gegen Zecken. Nikotin wirkt auf Zecken äußerst abstoßen (können das Raucher bestätigen?) und ist damit ein wirksamer Schutz gegen diese unliebsamen Zeitgenossen. Gerade für Nestlinge und Jungvögel sind Zecken äußerst lästig und gefährlich. Fungieren sie doch als Überträger von Krankheiten. Ein Team der Universität Mexiko untersuchten das Bauverhalten und kamen zu dem Schluss, dass vermehrt Hausgimpel und -sperlinge Zigarettenkippen zum Bauen nutzen. Die Kollegen von naturschutz.ch haben das Thema in einem ausführlichen Beitrag aufgegriffen. Interessante Theorie und es zeigt uns erneut, dass die Natur sich in ständiger Anpassung befindet. Was jetzt nicht bedeuten soll, dass ihr eure Kippen mit gutem Gewissen in die Landschaft entsorgen könnt.

Zum Originalbeitrag auf naturschutz.ch.

Wildnis in Deutschland richtig meistern

Die Bezeichnung Wildnis hat sich im modernen Naturschutz zu einem Schlagwort sondergleichen gemausert. Was vor ein paar Jahren noch die „Biodiversität“ war, ist nun die Wildnis. Gerne denkt man bei dem Wort an die teilweise naturnahen und unberührten Weiten Kanadas oder der USA. Schnell werden romantische Gedanken und Bilder von Lagerfeuern in den Köpfen lebendig. Doch leider vergleicht man dabei Äpfel und Birnen. Die Wildnis in Deutschland stellt uns vor immense Probleme. Damit dies nicht so bleibt, haben 18 Naturschutzorganisationen einen Wegweiser zu mehr Wildnis in Deutschland erarbeitet.

Wildnis in Deutschland – Herausforderung und Chance

Im Rahmen der „Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt“ wird die Wildnis an mehreren Stellen als Ziel genannt. Hauptanliegen sind die mindestens 2% der Landesfläche, auf denen bis 2020 sogenannte Wildnisgebiete enstehen sollen. An sich ist dies kein schlechter Gedanke, denn ein zentrales Problemfeld aus Naturschutzsicht ist, dass natürliche dynamische Prozesse besonders seit dem Beginn der Industrialisierung und mit einem ganz besonderen Schub seit den 1950er Jahren des letzten Jahrhunderts in Mitteleuropa systematisch aus der Landschaft verdrängt worden sind. Nur darf man sich keine falschen Hoffnungen auf ein hiesiges Kanada machen. Dafür ist Deutschland viel zu dicht besiedelt und der zu erwartende Aufschrei kündigt sich schon an. Um eben diesen zu leise wie möglich zu halten, verrichtet die Initiative  „Wildnis in Deutschland“ ihr Werk. Diese besteht aus 18 Umweltstiftungen und Verbänden. Obendrein wird sie von zahlreichen Experten sowie dem Bundesumweltministerium unterstützt.

Wildnis dient in erster Linie der Natur. Auf diesen Flächen können sich dynamische Prozesse einstellen und entfalten. Wenn die nachfolgenden Generationen noch eine einigermaßen intakte Natur erleben wollen, sollten wir diese Chance beim Schopfe packen und nutzen. Der nun erschienen „Wegweiser Wildnis“ ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, zeigt er doch Lösungen für diverse Fragestellungen auf und gibt eine Übersicht über das was dahingehend noch vor uns liegt.

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