Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Datum: 12. Juli 2017

Ackerflächen als Massengräber

Da aller guten Dinge bekantlich drei sind, kommt hier der dritte Beitrag über Insekten. Einen monothematischen Hattrick gab es hier im Blog auch noch nicht. Grund dafür ist ein Artikel auf der Website der Frankfurter Rundschau. Darin wird ein zeitgenössiches Phänomen beschrieben, dessen Ausmaße sich die heutige Generation in ihrer gedankenlosen und unbekümmerten Art nicht einmal im Ansatz vorstellen kann. Dem Aussterben der Insekten.

Artensterben auf Landwirtschaftsflächen

Insekten haben ein Problem. Das Fehlen von knuffigen Kulleraugen, einem niedlichen Gesichtchen und Fell, welche sie zu einem drollig dreinblickenden Fellhaufen machen kann. Nur mit solchen Artmerkmalen erringt man das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und kann von einem der unzähligen Artenhilfsprogrammen profitieren. Stattdessen machen die Insekten oftmals mit der Giftspritze oder dem Pantoffel Bekanntschaft. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Besonders auf landwirtschaftlich genutzten Flächen setzt ein Artensterben von bisher unbekannten Ausmaßen ein. So schreibt die Frankfurter Rundschau von einem 80%-igen Rüclgang der Insekten in NRW seit 1995. In anderen Bundesländern dürfte es nicht anders aussehen. Besonders in landwirtschaftlich geprägten Bundesländern wie Sachsen-Anhalt dürfte es ähnlich sein. Mittlerweile hat das Artensterben durch die intensive Landwirtschaft auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf den Plan gerufen und lässt es eine „Kehrtwende in der Agrarpolitik“ fordern. Nach allem was ich aus der Branche so weiß, schwenkt die EU in eine gegensätzliche Richtung. Die zweite Säule der GAP soll zu Gunsten der ersten Säule der GAP beschnitten werden. Das wäre ein weiterer Sargnagel für die Biodiversität. Nehmt euch mal den Moment und lest den Artikel der Frankfurter Rundschau.

Insektenbestimmung leicht gemacht

Nach dem es im letzen Beitrag schon Insekten im Fokus standen, kommt mit diesem Beitrag gleich der Nachschlag. In einem „richtigen“ Garten summt und brummt es als gäbe es kein Morgen. Leider ist dies für die meisten Insekten auch der Fall. Solltet ihr aber das Glück haben und in euren Gärten noch in den brummenden Genuss der Bienen, Hummeln und anderer Bestäuber kommen, stellt sich eventuell die Frage, was denn  da vor euren Augen eigentlich kreucht und fleucht. Diesem Wissensdrang kann geholfen werden.

Die häufigsten Insekten einfach erklärt

Auch an dieser Stelle möchte ich auf die Arbeit vom NABU verweisen. Auf einer entsprechenden Seite werden die zehn häufigsten Insektenarten in Gärten anschaulich genannt und beschrieben. Wer die Welt der Insekten unterschätzt ist zu vorschnell, denn diese Welt ist riesig. Über 60 % der beschriebenen Tierarten sind Insekten. Ihre Rolle für die Biodiversität, Ökologie, Gesundheit und auch Wirtschaft sind nicht zu vernachlässigen. In letzter Zeit versucht der Begriff „Ökosystemdienstleistungen“ dieses Tun in das Bewusstsein zu rücken. Leider sträubt sich die konventionelle und altbackene Industrie und die momentan versagende Politik an ganzer Front. Aber darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Auf der NABU-Seite werden bspw.  Hummeln, Libellen, Tagfalter und Nachtfalter behandelt. Klickt euch mal rein und haltet die Augen offen.

Eine Biene sammelt den Pollen einer Sonnenblume.

DIY: Futterstelle für Schmetterlinge

Wenn es eine Artengruppe gibt, die in der heutigen Zeit besonders viel Federn lassen musste, sind es die Insekten. Glaubt man aktuellen Zahlen, so sind 80% der Bestände eingebrochen. Demzufolge sind alle Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation beitragen sind daher sehr  willkommen. Eine sehr gute Möglichkeit sind bestäuber- und insektenfreundliche Gärten. Der Nabu zeigt auf seiner Seite ihr selbst Hand anlegen könnt um es Schmetterlingen und Bestäubern in eurem Umkreis etwas angenehmer machen könnt.

Schmetterlinge unterstützen leicht gemacht

Der NABU gibt auf seiner Seite Tipps zum Bau einer Schmetterlingsspirale. Diese ist mit wenig Aufwand ganz einfach selbst  zu bauen und hat einen überaus positiven Effekt auf die kleinen Summser aus. Entscheidend dabei ist die Wahl der richtigen Pflanzen. Hierbei sollte der Fokus nicht auf gärtnerische Aspekten liegen sondern vielmehr auf das zu erwartende Nahrungsangebot. Ich persönlich bin ein großer Freund von Bauerngärten. Diese sehen zwar etwas wild aus aber sie strotzennur so vor Artenvielfalt und freudigem Gebrumm.

Schaut mal beim NABU vorbei und holt euch ein paar Ideen. Ich wünsche frohes Schaffen.

Schwalbenschwanz-Schmetterling

Schwalbenschwanz-Schmetterling

 

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