Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Monat: August 2017 (Seite 2 von 3)

Lythrum salicaria – der Gewöhnliche Blutweiderich

Die Vegetationsperiode neigt sich in diesem Jahr langsam aber sicher dem Ende entgegen. Das Laub der Bäume beginnt sich zu verdunkeln und auch die Wiesen fahren die letzten Pflanzen in dieser Saison auf. Lässt man den Blick dieser Tage über die feuchteren Wiesen schweifen, so stechen leuchtende, magentafarbene Blütenköpfe  ins Auge. Diese stehen meist in kleineren Gruppen von Artgenossen und gehören dem Blutweiderich (Lythrum salicaria). Diese Art möchte ich euch heute etwas näher vorstellen.

Artsteckbrief

Der Gewöhnliche Blutweiderich gehört zu den ausdauernden, krautigen Pflanzen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 2 Metern und eine Breite von 1,5 Metern hat er eine durchaus stattliche Erscheinung.  Auffallend sind seine zu 50 aufrechte, teils verzweigte, behaarte, vier- bis mehrkantige Stängel. Diese wachsen aus dem Rhizom heran. Da diese Pflanze auch in feuchten bis nassen Bereichen vorkommt, hat sie sich an eine teilweise Überschwemmung perfekt angepasst. Sollten Triebe untergetaucht sein, so entwickeln sie ein Durchlüftungsgewebe (Aerenchym), das das Rhizom mit Sauerstoff versorgt. Ausgefallener wird es aber bei den Blüten dieser Art. Diese sind zwittrig und leuchten von Juni bis September in einem knalligen Purpurrot oder Magenta.  Jeder ähren- oder traubenförmigeBlütenstand kann hundert und noch mehr Blüten enthalten. Die Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Jetzt das Ausgefallene:  Beim Blütenaufbau liegt trimorphe Heterostylie vor: Es gibt drei verschiedene Blütentypen (auf verschiedenen Pflanzenexemplaren):

  • Blüten mit langen Griffeln und mittellangen und kurzen Staubblättern
  • Blüten mit mittellangen Griffeln und langen und kurzen Staubblättern
  • Blüten mit kurzen Griffeln und langen und mittellangen Staubblättern

Lythrum salicaria.

Lebensraum & Ökologie

Der Gewöhnlicher Blutweiderich hat sein Hauptvorkommen auf feuchten Standorten. Häufig verbreitet ist er in Röhrichten, Sümpfen, an Ufern von Seen und Weihern aber auch Flüsse, Bäche und Kanäle sowie Gräben bieten ihm einen Lebensraum. Er bevorzugt die tieferen Lagen und ist etwas wärmeliebend, kommt aber auch noch in mittleren Gebirgslagen vor. Die Standorte sind vor allem nasse oder wechselfeuchte, zeitweise überschwemmte, nährstoffreiche, Sumpfhumusböden. Global betrachtet ist Lythrum salicaria eine eurasiatisch-subozeanische Art und ist sogar noch in Australien anzutreffen. In Nordamerika hingegen ist es eine Problemart und gilt als eine der invasivsten Arten des Landes. Durch fehlende Konkurrenz hat Lythrum salicaria ganze Wiesen überwuchert und breitet sich immer mehr aus. In gewisser Weise ist es die europäische Revanche für die eingeschleppte Roteiche und kanadische Goldrute.

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„An der Saale hellem Strande“ – Etappe 6 des Saaleradwegs

Eines meiner Lebenszeit-Projekte ist der Saaleradweg. Immer mal wieder radeln ich eine Etappe und arbeite mich so Kilometer um Kilometer Von der Saalemündung bei Barby bis zur Quelle bei Münchberg vor. Radfahren verbindet das beste aus zwei Welten. Die sportliche Ertüchtigung auf der einen und die hohe Flexibilität auf der anderen Seite. Mit welchem Fortbewegungsmittel sonst kommt man umweltfreundlich so schnell von A nach B. Reisen mit dem Drahtesel sind mir immer wieder eine Freude. Nicht zuletzt wegen der neuen Bekanntschaften unterwegs. Gestern war die sechste Etappe an der Reihe und ich versuche mich mal an einem Streckenbericht.

Streckenverlauf der 6. Etappe des Saaleradwegs.

Etappe 6 des Saaleradwegs: Jena – Naumburg (Saale)

Am gestrigen Samstag wollte die Etappe Jena – Naumburg des Saaleradwegs geradelt werden. Ausgangspunkt war der „Landgraf“ in der Carl-Zeiss-Stadt. Dahinter verbirgt sich ein Aussichtsturm, der einen wunderschönen Blick auf die Stadt bietet. Vorher sind aber 18% Steigung zu überwinden. Liegt Jena dann im Rücken, führt der Radweg immer der Saale entlang. Links und rechts zeigen sich majestätische Berge. Das Grundgestein ist Kalk und lässt an manchen Standorten Orchideen vermuten. Leider bekommt man auch die Topographie der Strecke zu spüren. Es hatte kurz vor dem Start ordentlich geregnet und in dem Saaletal wurde es sehr schnell unheimlich schwül. Vergleiche mit einem Waschhaus drängten sich mir geradezu auf. Die Streckenführung ist durchaus abwechslungsreich und mit Sehenswürdigkeiten gespickt. Die Schlösser bei Dornburg sind trotz beschwerlicher Bergetappe, ein lohnendes Ziel. Im dortigen Biergarten können sich Beine und Seele erholen. Das Panorama über Dornburg entschädigt für die knapp 20% Steigung.

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Leider führt die Strecke auch an landwirtschaftlichen Flächen vorbei. Die geradezu waldartig anmutenden Maisfelder trüben die Schönheit der Landschaft. Diese sind aber schnell durchquert. Erwähnenswert sind die beiden Burgen Saaleck und Rudelsburg. Der Radweg führt entweder unterhalb der Anlagen oder direkt vorbei. Wer den unteren Streckenverlauf wählt, wird mit einem herrlichen Blick auf die beiden Bauwerke belohnt. In Bad Kösen kann das dortige Gradierwerk bestaunt werden. Es ist zwar nicht das größte seiner Art in Deutschland, diese Ehre gebührt Bad Dürrenberg, aber im Gegensatz dazu ist es noch aktiv. So langsam nähert sich der Radweg Naumburg und damit der besten Weinanbauregion Deutschlands. Schon aus der Ferne werden die Weinberge sichtbar und damit auch die unzähligen Ausspannen und Winzercafés. Sollte es euch einmal in die Gegend zwischen Jena und Naumburg führen, sagt ihr liebe Grüße und genießt es.

Höhenprofil der 6. Etappe des Saaleradwegs.

Cirsium eriophorum – die Wollkopf-Kratzdistel

Nicht selten haben Pflanze ganz markant ausgeprägte Merkmale. Häufig helfen diese bei der zweifelsfreien der Bestimmung der Art oder zumindest der Gattung. In solchen Fällen kann der geneigte Botaniker frohlocken und sieht einer angenehmen Bestimmung entgegen. Die Art, die euch heute vorstellen möchte, ist so ein auffälliges Gewächs.

 

 

Artsteckbrief

Die Wollkop-Kratzdistel ist eine krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 50 bis 150 cm erreichen kann. Besonderheit bei ihr ist, dass sie zu den hapaxanthen Pflanzen gehört, d.h. sie blüht nur einmal in ihrem Leben. Ein untrügliches Erkennungsmerkmal ist ihr dicht behaarter Stängel. Ihre mit gelben Stacheln bewährten Laubblätter eignen sich ebenfalls zur Bestimmung der Art. Ihren Namen verdankt sie aber dem einzeln stehenden, dicht behaarten Blütenstand, der einen Durchmesser von bis zu 7 cm aufweisen kann. Dabei handelt es sich allerdings um Ausnahmen.

Lebensraum & Ökologie

Cirsium eriophorum ist in ganz Europa verbreitet und gilt in Deutschland als nicht gefährdet. Die Wollkopf-Kratzdistel gedeiht am besten über Kalk ist aber auch auf sauren Böden anzutreffen. Typische Standorte sind Wegränder, sonnige und steinige Böden, Weiden und Kahlschläge. Die Wollkopf-Kratzdistel ist von der Tallage bis in eine Höhenlage von 2300 Metern anzutreffen.

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