Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Monat: September 2017 (Seite 1 von 4)

Den (Natur)Garten winterfest machen

Die warmen Tage werden weniger und die Gartensaison neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Vorbei scheinen die lauen Abende an denen man im heimischen Garten sitzt und den Tag entspannt ausklingen lässt. Die Gartenfreunde unter den Lesern werden das eventuell anders sehen, denn in einem Garten gibt es immer was zu tun. Besonders wenn man keinen Rollrasen und anderes untypisches Zeugs sein Eigen nennt. Denn ein Garten ist viel mehr als nur ein beschaulicher Ort zum schönen Sitzen. Er bietet, sofern passend gestaltet, einen wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna.

Gartentipps für den Herbst

Während die „konventionellen“ Gartenfreunde im Herbst eifrig das Gras ein letztes Mal mähen und das Laub in große Säcke packen, hat es der Naturgärtner etwas leichter und geht alles etwas ruhiger an. Er muss seinen Garten schließlich nicht aufräumen. Verblühte Pflanzen werden nicht entsorgt und das Laub bleibt noch eine Weile so liegen. Familie Igel freut es sicherlich. Das bedeutet aber nicht, dass Naturgärtner nun faulenzen können. Auch sie haben alle Hände voll zu tun. Der NABU hat auf seiner Seite ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie ihr euren Garten winterfest und zu einem ansprechenden Lebensraum für die Flora und Fauna macht.

Bildquelle: nabu.de

Präsentiert werden euch die Tipps via interaktivem Garten. Hinter jedem Spatensymbol verbirgt sich ein Infofenster mit Ideen und Tricks zu einem Garten für die Artenvielfalt. Viele der Vorschläge sind naheliegend und mit wenig Aufwand zu realisieren. Schaut auf jeden Fall mal rein und lasst euch inspirieren, die Biodiversität wird es euch danken.

Überraschung im Spätsommer

Den ganzen Sommer über bin ich in den verschiedensten Naturräumen unterwegs und arbeite in und mit der heimischen Flora. Aus dieser Position heraus bekomme ich den Jahresverlauf praktisch aus erster Hand mit und erlebe ihn in all seinen Facetten. Unweigerlich macht man das Voranschreiten des Jahres an den blühenden Pflanzen fest und teilt es so in zeitlich aufeinanderfolgende Abschnitte. Die Natur aber kennt keine solcher Zeiträume. Sie macht ihr eigenes Ding und hält hin und wieder eine Überraschung parat.

Frühjahrspflanzen im Spätsommer

Als ich letzte Woche eines meiner Gebiete im Harz durchstreifte, staunte ich nicht schlecht. Da blieben meine Augen doch an zwei vertrauten Farbtupfern hängen und brachten mich ins Grübeln. Schnell die Botanikerhaltung eingenommen und auf Knien herangerutscht. Tatsache, vor mir standen mehrere Vertreter von Veronica spicata (Ähriger Ehrenpreis) und Pulsatilla vulgaris (Gewöhnliche Kuhschelle).  An sich blühen diese Arten im April bis Juni und haben maximal im Juli ihre Blütezeit überschritten. Wie konnte das also sein? Die Antwort ist ganz einfach. Naturschutz. Auf den Flächen wird seit Neuestem eine historische Nutzungsweise imitiert und die über das Jahr gewachsene Biomasse im Spätsommer abgemäht. Dadurch wird die Fläche lichter und der Konkurrenzdruck innerhalb der Arten wird gemindert. So können es manche Exemplare noch zu einer zweiten Blüte im Jahr schaffen und bilden einen farbenfrohen Abschluss. Schön oder?

Pulsatilla vulgaris

Veronica spicata

Wo steckt überall Palmöl drin? Testet euer Wissen

Palmöl. Kaum ein anderes Wort erhitzt dermaßen die Gemüter im modernen Naturschutz. Zu finden ist es in nahezu allen Kosmetikstoffen und Lebensmitteln. Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, fallen jährlich unzählige Hektar an Tropenwald der Säge zum Opfer. Auf den gerodeten Flächen entstehen Palmenplantagen. Meist nur für wenige Jahre, dann sind die ehemals nährstoffreichen Böden dermaßen ausgelaugt, dass sich ein Anbau nicht länger lohnt und der gierige Mensch schielt bereits nach neunen geeigneten Flächen.

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