Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Suchergebnis: "Neonicotinoide"

Neonicotinoide auf allen Kontinenten nachgewiesen

Das mit unserer Ernährung etwas nicht stimmt und das sich die moderne Landwirtschaft auf einem nicht mehr vertretbaren Weg befindet ist hinlänglich bekannt. Durch Profitgier und dem Streben nach Macht spielen die Konzerne dieser Welt mit der Gesundheit der Verbraucher. Oftmals haben diese gar keine Ahnung welches Gift in ihren Lebensmitteln steckt. Eine aktuelle Studie zeichnet ein erschreckendes Bild über die Verbreitung von Giftstoffen in unseren Nahrungsmitteln.

Neonicotinoide überall nachweisbar

Ein Forscherteam aus der Schweiz hat im Jahre 2012 damit begonnen, Kollegen, Freunde und Bekannte ein Glas Honig von ihren eventuellen Reisen mitzubringen. Auf diese Weise kamen sie in den Besitz von 198 Honigproben aus der der ganzen Welt und glücklicherweise aus allen Kontinenten. Ausgenommen der Antarktis, da hält sich der Tourismus noch in Grenzen. Die Wissenschaftler untersuchten die mitgebrachten Proben auf Giftstoffe und wurden fündig.

Drei Viertel des produzierten Honigs wiesen mindestens Neonicotinoide auf. In knapp der Hälfte der Fälle überschritten diese Giftstoffe sogar die Grenzwerte für eine „Unbedenklichkeit für Bestäuber“. Damit ist wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, was wir uns und der Natur täglich für Gifte zuführen.

Eventuell sollte man das Augenmerk und den öffentlichen Druck der Gesellschaft mal auf diesen Umstand lenken anstatt jedes neue elektrische Gerät wie einen Heiland zu begrüßen. Sind denn smarte Klobürsten wirklich wichtiger als eine intakte Natur samt ihren Kreisläufen?

Den Bericht zum Beitrag in voller Länge findet ihr auf newscientist.com und den solltet ihr euch unbedingt durchlesen. Vielleicht zündet er ja bei euch den ein oder anderen Funken und regt zum Nachdenken an. Es geht auch um eure Gesundheit.

Folgenschwere Landwirtschaft, Ökologie lässt Muskeln spielen.

Das mit mit unserer gegenwärtigen Landwirtschaft etwas schief läuft ist mittlerweile jedem bekannt. Dabei liegt der Ursprung nicht immer bei den Bauern selber, vielmehr im kaputten Konsumverhalten der Endverbraucher. Also uns. Neonicotinoide gehören mittlerweile zu den am meisten eingesetzten Stoffen in der Landwirtschaft. Diese Insektizide halten auch global den Hauptanteil. Wie der Name schon sagt, sind sie mit Nikotin verwandt, wirken aber auf Insekten um ein vielfaches tödlicher. Hauptanwendungsbereich sind großflächige Pflanzungen wie Soja, Raps oder Mais. Man erzielt damit eine präventive Abwehr der Insekten in sehr frühen Stadien. Nun hat ein Forscherteam der Penn State University sowie der South Florida University in den USA anhand von Feldexperimenten nachgewiesen, welche Folgen eine Behandlung mit Neonicotinoide für die Nahrungskette haben kann. So wurden Spuren dieses Giftes in Nacktschnecken nachgewiesen, eigentlich ganz logisch und nicht verwundernswert, wenn man bedenkt, dass sie am und auf dem Boden leben. Die Schnecken aber sind fein rau, diese Gifte können ihnen so gut wie nichts anhaben, sehr wohl jedoch ihren natürlichen Feinden, Laufkäfern der Art Chlaenius tricolor. In Versuchen strab ein Teil der Käfer, die anderen zeigten über mehrere Tage hinweg Lähmungserscheinungen. Folgt man diesem Gedanken bis zum Schluss, haben Schnecken weniger kontrollierende Feinde und können sich stärker vermehren. Diese Entwicklung wirkt sich wiederum auf den erzielten Ertrag aus. Mehr Schnecken bedeuten mehr Nahrungsbedarf und den holen sie sich durch die Ansaat. Auf einem Versuchsfeld mit Sojapflanzen verringerte sich der Bestand dadurch um ca. 19 %. In den Ländern der EU ist der Einsatz von Neonicotinoiden seit 2013 weitgehend verboten, aber aus einem anderen wichtigen Grund. Dieser Stoff schadet zusätzlich Bienen. Lediglich nach der Blütezeit dürfen einzelne Pflanzen wie Weizen damit behandelt werden. In meinen Augen ein schlechtes Zugeständnis. 
Die Quelle zum Text gibt es hier:  Neonicotinoid insecticide travels through a soil food chain, disrupting biological control of non-target pests and decreasing soya bean yield (2014). Margaret R. Douglas, Jason R. Rohr and John F. Tooker. Journal of Applied Ecology. doi: 10.1111/1365-2664.12372

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén