Eines meiner Lebenszeit-Projekte ist der Saaleradweg. Immer mal wieder radeln ich eine Etappe und arbeite mich so Kilometer um Kilometer Von der Saalemündung bei Barby bis zur Quelle bei Münchberg vor. Radfahren verbindet das beste aus zwei Welten. Die sportliche Ertüchtigung auf der einen und die hohe Flexibilität auf der anderen Seite. Mit welchem Fortbewegungsmittel sonst kommt man umweltfreundlich so schnell von A nach B. Reisen mit dem Drahtesel sind mir immer wieder eine Freude. Nicht zuletzt wegen der neuen Bekanntschaften unterwegs. Gestern war die sechste Etappe an der Reihe und ich versuche mich mal an einem Streckenbericht.

Streckenverlauf der 6. Etappe des Saaleradwegs.

Etappe 6 des Saaleradwegs: Jena – Naumburg (Saale)

Am gestrigen Samstag wollte die Etappe Jena – Naumburg des Saaleradwegs geradelt werden. Ausgangspunkt war der „Landgraf“ in der Carl-Zeiss-Stadt. Dahinter verbirgt sich ein Aussichtsturm, der einen wunderschönen Blick auf die Stadt bietet. Vorher sind aber 18% Steigung zu überwinden. Liegt Jena dann im Rücken, führt der Radweg immer der Saale entlang. Links und rechts zeigen sich majestätische Berge. Das Grundgestein ist Kalk und lässt an manchen Standorten Orchideen vermuten. Leider bekommt man auch die Topographie der Strecke zu spüren. Es hatte kurz vor dem Start ordentlich geregnet und in dem Saaletal wurde es sehr schnell unheimlich schwül. Vergleiche mit einem Waschhaus drängten sich mir geradezu auf. Die Streckenführung ist durchaus abwechslungsreich und mit Sehenswürdigkeiten gespickt. Die Schlösser bei Dornburg sind trotz beschwerlicher Bergetappe, ein lohnendes Ziel. Im dortigen Biergarten können sich Beine und Seele erholen. Das Panorama über Dornburg entschädigt für die knapp 20% Steigung.

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Leider führt die Strecke auch an landwirtschaftlichen Flächen vorbei. Die geradezu waldartig anmutenden Maisfelder trüben die Schönheit der Landschaft. Diese sind aber schnell durchquert. Erwähnenswert sind die beiden Burgen Saaleck und Rudelsburg. Der Radweg führt entweder unterhalb der Anlagen oder direkt vorbei. Wer den unteren Streckenverlauf wählt, wird mit einem herrlichen Blick auf die beiden Bauwerke belohnt. In Bad Kösen kann das dortige Gradierwerk bestaunt werden. Es ist zwar nicht das größte seiner Art in Deutschland, diese Ehre gebührt Bad Dürrenberg, aber im Gegensatz dazu ist es noch aktiv. So langsam nähert sich der Radweg Naumburg und damit der besten Weinanbauregion Deutschlands. Schon aus der Ferne werden die Weinberge sichtbar und damit auch die unzähligen Ausspannen und Winzercafés. Sollte es euch einmal in die Gegend zwischen Jena und Naumburg führen, sagt ihr liebe Grüße und genießt es.

Höhenprofil der 6. Etappe des Saaleradwegs.