Das schöne Herbstwetter zog mich mal wieder vor die Tür ins Erzgebirge. Da man das Erzgebirge am besten von oben bewundert, schnappt man sich vorzugsweise einen Berg und kraxelt drauf. In meinem Falle war das der 1019 Meter hohe Auersberg zwischen Eibenstock und Johanngeorgenstadt unweit der tschechischen Grenze. Ausgehend von Wildenthal führen zwei Pfade zum Gipfel. Einer ist geschmeidig und nicht allzu steil, dafür aber länger. Der andere Weg ist mit seinen 2,5 Kilometer deutlich kürzer, dafür aber steiler. Nicht ganz grundlos trägt er den Namen „Schlangenpfad„. Zeitgleich ist dieser Pfad eine Teiletappe des Kammweg, einem Wanderweg zwischen Erzgebirge und Vogtland. Die beidseits des Weges befindlichen Hänge sind dicht mit Eberesche und Fichte bewaldet. Bis hinauf zum Gipfel reicht ihr Bestand. Erwähnenswert ist das häufige Vorkommen Eberesche oder Vogelbeerbaumes (Sorbus aucuparia), früher so häufig, das er sogar den Weg in ein lokales Volkslied gefunden hat.

©Thomas Engst – Schlangenpfad

In weiser Voraussicht wurde das ganze Gebiet um den Auersberg in den 1960er Jahren unter Schutz gestellt. So konnte sich die „Natur“ sehr schön entwickeln und blieb in großen Teilen naturnah erhalten.  Trotz des sehr sonnigen Wetters waren wenige Wanderer unterwegs. Mir sollte es recht sein. Abseits des Weges konnte man noch die letzten Mohikaner der Flora ausfindig machen.

©Thomas Engst – Geranium spec.

©Thomas Engst – Ranunculus spec.

Mit seinen leuchtend gelben Blüten sticht der Hahnenfuß (Ranunculus spec.) wie ein kleines Leuchtfeuer aus der schon recht trüben Landschaft hervor. Etwas weiter am Weg erblickte ich ein weiteres Beispiel für die Kreativität der Natur. In einem abgestorbenen Baumstamm ließen sich mehrere Höhlen ausmachen. Ein Höhlenbrüter hatte sich hier eine Heimstatt gebaut, alternativ war ein Specht auf Nahrungssuche.

©Thomas Engst – Höhlenreiches Totholz

Aber egal wer sich hier verewigt hat, es zeigt deutlich, wie wichtig es ist auch mal Totholz im Wald stehen zu lassen. Ein Wald/Forst muss nicht immer ordentlich aufgeräumt sein wie eine Tanzfläche. Ist man erst einmal oben angekommen und zeigt sich das Wetter gnädig, so wird man mit einer sensationellen Aussicht belohnt. Mit guten Augen kann man einmal quer durch den Freistaat gucken. Zumindest beinahe.

©Thomas Engst – Blick vom Auersberg, Talsperre Sosa

Auch wenn die Wanderung sich eher an den gemeinen Freizeit-Wanderer richtet, ist sie auf jeden Fall zu empfehlen. Solltet ihr einmal im Erzgebirge sein und nicht wissen wohin, dann schaut mal auf dem Auersberg vorbei. Es lohnt sich.