Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Autor: Thomas (Seite 2 von 305)

Naturentfremdung wächst weiter

Die Natur hat es dieser Tage nicht leicht mit uns Menschen. Immer mehr wächst der Bevölkerungsdruck auf die natürlichen Ressourcen und ein Ende scheint nicht in Sicht. Die Wertschätzung für Natur und Landschaft befindet sich im freien Fall und nur noch wenige Leute da draußen kennen überhaupt ein paar Pflanzen bei ihrem Namen geschweige denn wissen, wie eine intakte Wiesen- oder Waldgesellschaft aussieht. Alles Dinge, die unsere Großeltern noch selbstverständlich wussten. Aber woher kommt die Naturverdrossenheit? Ist es das clicky-bunti-irgendwas-mit-Medien-Zeitalter oder liegen die Gründe woanders?

Natur bald ein Fremdwort?

Als Naturschützer kämpft man seit jeher gegen Windmühlen. Egal ob aus Landwirtschaft, Forst oder irgendeiner anderen Branche, man ist in der Regel der Buhmann, der ewig Gestrige, der Baumknutscher oder der Fortschrittsbremser. Natur hat bei der Bevölkerung zwischen 16 und 40 Jahren einen schweren Stand.

In dieser Lebensphase stehen andere, wichtige Dinge scheinbar im Vordergrund. Die Berufsausbildung, das Studium, dann der erste Job und die endlos lange Karriereleiter. All das will im Leben gemeistert werden. Erst mit dem eigenen Nachwuchs kommt die Rückbesinnung auf das wirklich wichtige.

Mit den eigenen Kindern kommt die Vergänglichkeit und das Einsehen, dass das Leben zu kurz ist um nur Handys zu beobachten. Leider finden nur wenige den Weg zurück zur Natur. Heutige Helikoptereltern fallen schlicht in Ohnmacht, wenn das Kind dreckig und mit aufgeschlagenen Knien nach hause kommt.

Dabei ist das für die Entwicklung wichtig und notwendig. Jedes anständige Kind sollte mindestens einmal gepflegt vom Baum gefallen sein. Stattdessen wird Jagd auf digitale Monster gemacht, die meiste Zeit auf einen Bildschirm gestarrt.

Oftmals fehlt den Eltern die Zeit und die Lust mit ihrem Spross in die Natur zu gehen und ihnen diese näher zu bringen. Ein 9 to 5 allein ist aber kein ausschlaggebender Grund. Es ist oftmals die Faulheit.

Kinder oder sich selbst auf der Couch geparkt, Bildschirm an und fertig. Wieso da noch aufwändig in den Wald oder über die Wiesen gehen? Auf der Seite von Spektrum ist ein durchaus lesenswerter Artikel zu genau diesem Thema erschienen. Lest ihn euch bitte durch und reflektiert euer eigenes Verhalten.

Wie steht ihr dazu? Zieht es euch in die Natur oder ist sie für euch nur ein Mittel zum Zweck, weil man sie auf dem Weg zur Arbeit queren muss?

Link zum Spektrum-Artikel „Warum wird uns Natur immer fremder?“.

Schwarzwald nun offiziell UNESCO-Biosphärenreservat

Der Naturschutz hat in Deutschland offiziellen Zuwachs bekommen. Nach langem Hin und Her konnte der Naturschutz in Sachen Schutzgebiete einen Erfolg für sich verbuchen.  Am morgigen Sonntag wird der Schwarzwald offiziell als Biosphärenreservat anerkannt. Damit wird ein weiterer charakteristischer Landschaftsteil unter Schutz gestellt und der Biodiversität auf ca. 630 km² neuer Raum gegeben.

Biosphärenreservate – Naturschutz mit Modellcharakter

Biosphärenreservate sind nur eine Art der in Deutschland anerkannten Schutzgebiete. Schaut man in den §25 Bundesnaturschutzgesetz, so wird auf zweierlei Merkmale hingewiesen. So sind zum Einen bestimmte Landschaftstypen für die Region charakteristisch und zum Anderen sollen Biosphärenreservate der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen. Besonders attraktiv macht diese Schutzform aber das Einbeziehen der Menschen. In §25 (1) Nr. 4 BNatSchG heißt es daher, „…beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen“. In einem BioRes sind also durchaus Nutzungs- und Wirtschaftsweisen erlaubt, nur sollen diese im Einklang mit der zu schützenden Natur sein. Das Vorurteil, der Naturschutz nimmt der Bevölkerung die Landschaft weg, ist damit entkräftet.

Schwarzwald – Tradition und Naturschutz im neuen Biosphärenreservat

Typisch für das neue UNESCO-Biosphärenreservat sind die gemeinschaftlich genutzten Bergweiden, sogenannten  „Allmenden“. Auf diese Hochweiden trieben die früheren Bauern ihr Vieh bestehend aus traditionellen Rinderrassen. Daraus entstand eine einzigartige Landschaft mit den typischen von Verbiss gekennzeichneten „Weidbuchen“. Typisch für den südlichen Schwarzwald sind außerdem der Wechsel von Wald- und Offenlandschaften und der Weitblick von den hohen Gipfeln. Nahezu jedes Dorf hat seine eigene Tracht, die alemannische Sprache und Fastnacht sind ebenso Beispiele des immateriellen Kulturerbes wie die Holzschnitzkunst. Mit dem Schwarzwald gibt es in Deutschland nun 16 Biosphärenreservate in Deutschland die von der UNESCO anerkannt sind. Sachsen-Anhalt gönnt sich aktuell das BioRes Südharz, welches aber aufgrund eines einzigen (!) Bürgermeisters der Region an der UNESCO-Anerkennung scheitert.

Der Internationale MAB-Koordinationsrat entscheidet jährlich über die Anerkennung neuer Biosphärenreservate und überprüft alle zehn Jahre die Qualität der bereits bestehenden Gebiete. Das Biosphärengebiet Schwarzwald wurde im Juni 2017 von der UNESCO anerkannt (Quelle: BMUB).

Forschungsprojekt zu alternativen Fangmethoden liefert Ergebnisse

Die Meere dieser Erde sind gnadenlos überfischt. Kaum ein Meer ist davon unbetroffen und der Druck auf die verbleibenden Fischgründe wächst stetig. Dabei beschränkt sich die Fischerei keineswegs auf die gewollten Speisefische. Jedes Jahr sterben Tausende Seevögel und Meerestiere als Beifang. Da die Fangnetze immer größer werden, verursachen sie einen immer größeren Kollateralschaden. Um diesem Umstand etwas entgegen zu setzen, hat sich der NABU in den Jahren 2013 bis 2015 mit der Erforschung von alternativen Fangmethoden befasst. Nun wurden die erhobenen Daten ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Alternative Fangmethoden gegen zunehmenden Artenschwund

Die wohl größte Gefahr für Meerestiere und Seevögel geht wohl von sogenannten Stellnetzen aus. Diese werden in der Ostsee für den Fang von Dorsch und Plattfischen, in den Bodden auch auf Zander, Hecht und Flussbarsch genutzt. Jährlich sterben aufgrund dieser Fangmethode  ca. 20.000 Vögel an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, so die Zahlen einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz. Besonders nach Nahrung tauchende Eider- und Eisente, aber auch Fischjäger wie Seetaucher oder Säger ertrinken immer wieder in den feinen Maschen. Daraus resultiert ein rapides Schwinden von ohnehin schon stark dezimierten und geschützten Arten. So haben sich die Bestände von Eis- und Eiderente um 65% bzw. 51% verringert (vgl. mit dem Bestand v. 1992).

Alternative Methoden zum Fischfang sind also dringend nötig. Leider muss die Fischindustrie aber erstmal davon überzeugt werden. Das ist aber ohne Unterstützung seitens der Bevölkerung und der Verbraucher kein leichtes Unterfangen. Damit ihr euch ein Bild über das Forschungsprojekt des NABU machen könnt, wurden die Projektergebnisse in einem Endbericht publiziert. Auch wenn sich der Text stellenweise etwas trocken liest, ist er doch sehr lesenswert. Die entsprechenden Quellen findet ihr hier und hier.

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