Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Autor: Thomas (Seite 2 von 297)

Naturgebloggt macht Ferien

In den kommenden Wochen wird es auf dieser Seite ruhiger bis still werden. Skandinaviens Schönheit ruft und ich plane diesem Ruf ausgiebig zu folgen. Alle digitalen Geräte kommen in einen Sack und bleiben hoffentlich auch da. Bis sie wieder hervorgeholt werden. Irgendwann im August. Sollte ich sporadisch rückfällig werden, erfahrt ihr es auf den sozialen Kanälen wie Twitter, Facebook oder Google Plus. Aber spekuliert nicht darauf ;).

Ich wünsche euch eine gute Zeit und wir lesen uns Ende August.

Pestizidfreie Landwirtschaft ab 2018

Die intensive Landwirtschaft gilt als einer der Hauptursachen für den globalen Artenschwund. Viele Landwirtschaftsflächen bieten der Flora und Fauna keinen artgerechten Lebensraum mehr und setzen den Beständen von Feldlerche, Ackerwildkräutern und Co. gehörig zu. Eine groß angelegte Protestaktion der verschiedenen europäischen Umweltverbände sollte die Situation zumindest in der Europäischen Union ändern. Das scheint auch teilweise geglückt zu sein.

Keine Pestizide auf ökologischen Vorrangflächen

Am 14. Juni fasste das EU-Parlament einen folgenschweren Beschluss. Sollte dieser mit Konsequenz und der nötigen Ernsthaftigeit verfolgt werden, so könnte die Artenvielfalt auf den Äckern und Feldern deutlich profitieren. So stimmte das EU-Parlament für ein Pestizidverbot auf ökologischen Vorrangflächen. Dieses tritt ab Januar 2018 in Kraft. Die Abstimmung war allerdings keine leichte Geburt. Gerade aus Deutschland und Großbritannien wehte ein heftiger Gegenwind.

Pestizidfreie Vorrangflächen ein erster Schritt zur Artenvielfalt

Ein Verbot von Pestiziden auf ölologischen Vorrangflächen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sollte man hier den Tag nicht vor dem Abend loben. Bis zu einer grundlegenden Reform der Agrarpolitik ist es noch ein weiter und vor allem steiniger Weg. Bisher fließen jährlich gut zwölf Milliarden Euro an Direktzahlungen unter anderem für die ökologischen Vorrangflächen an die Landwirte in der EU. Insgesamt beträgt das EU-Agrarbudget 60 Milliarden Euro pro Jahr. Direktzahlungen bedeutet dabei sinngemäß, dass es ausreicht Landwirt zu sein.

Eine Biene sammelt den Pollen einer Sonnenblume.

Ackerflächen als Massengräber

Da aller guten Dinge bekantlich drei sind, kommt hier der dritte Beitrag über Insekten. Einen monothematischen Hattrick gab es hier im Blog auch noch nicht. Grund dafür ist ein Artikel auf der Website der Frankfurter Rundschau. Darin wird ein zeitgenössiches Phänomen beschrieben, dessen Ausmaße sich die heutige Generation in ihrer gedankenlosen und unbekümmerten Art nicht einmal im Ansatz vorstellen kann. Dem Aussterben der Insekten.

Artensterben auf Landwirtschaftsflächen

Insekten haben ein Problem. Das Fehlen von knuffigen Kulleraugen, einem niedlichen Gesichtchen und Fell, welche sie zu einem drollig dreinblickenden Fellhaufen machen kann. Nur mit solchen Artmerkmalen erringt man das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und kann von einem der unzähligen Artenhilfsprogrammen profitieren. Stattdessen machen die Insekten oftmals mit der Giftspritze oder dem Pantoffel Bekanntschaft. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Besonders auf landwirtschaftlich genutzten Flächen setzt ein Artensterben von bisher unbekannten Ausmaßen ein. So schreibt die Frankfurter Rundschau von einem 80%-igen Rüclgang der Insekten in NRW seit 1995. In anderen Bundesländern dürfte es nicht anders aussehen. Besonders in landwirtschaftlich geprägten Bundesländern wie Sachsen-Anhalt dürfte es ähnlich sein. Mittlerweile hat das Artensterben durch die intensive Landwirtschaft auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf den Plan gerufen und lässt es eine „Kehrtwende in der Agrarpolitik“ fordern. Nach allem was ich aus der Branche so weiß, schwenkt die EU in eine gegensätzliche Richtung. Die zweite Säule der GAP soll zu Gunsten der ersten Säule der GAP beschnitten werden. Das wäre ein weiterer Sargnagel für die Biodiversität. Nehmt euch mal den Moment und lest den Artikel der Frankfurter Rundschau.

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