Als Naturschützer schätzt man die Vielfalt. Daher treibe ich mich auch immer mal wieder auf Blogs aus anderen Bereichen als den meinen herum und lese mich gerne in nicht so vertraute Themengebiete. Da fiel es schon, das Stichwort. Lesen. Auf kapri-ziös.de (ein Buchblog von Janine) fand ich die Aktion #buchpassion und möchte mich mit diesem Beitrag daran beteiligen.

Die Liebe zum Buch (damals noch aus Totholz) begleitet mich schon mein ganzes Leben. In den ersten Jahren als Zuhörer, besonders Alexander Wolkov und sein „Urfin und die Holzsoldaten“ hatte es mir angetan, genoss ich die Geschichten und deren Ausmalen in meinen Gedanken. Aktiv entdeckte ich die Freude des gedruckten Wortes  so um 1994 herum. Da bekam ich einen Mitgliedsausweis der Stadtbücherei Chemnitz geschenkt. Mit diesem kleinen Stückchen Plastik eröffnete sich mir eine völlig neue und scheinbar unerschöpfliche Welt aus Reisen, Geschichten, Informationen und Abenteuern. Zweiundzwanzig Jahre sind seitdem ins Land gegangen. Die für mich interessanten Abteilungen der Bücherrei waren schon nach kurzer Zeit „abgegrast“ und so verlagerte sich mein Blick zu den Buchläden der Stadt. Ich liebte es und mag es noch heute, in fremde Welten abzutauchen oder mit Heinrich Schliemann das alte Troya zu entdecken. Oftmals spann ich die Geschichten der Helden weiter und verweilte oftmals noch lange nach der letzten Seite in der jeweiligen Welt. 

Auch wenn sich im Laufe der Zeit die Vorlieben und Geschmäcker etwas wandelten, so bin ich dem Buch bis heute treu geblieben. Diese Treue fiel mir bei einem Umzug auf die Füße. Von 35 Kartons waren 23 mit Büchern bepackt. Die Bücher meiner Frau kommen extra. Ich glaube dieser Moment lehrte mich das Ebook zu schätzen. Seitdem lese ich auf Kindle und Tolino, seit 2014. In der Bibliothek des Kindle befinden sich aktuell 78 Bücher, der Tolino umfasst 68. Zum Glück sind die nicht auch noch im Regal…..

Foto: Thomas Engst

Einzig Sachbücher werden noch als Totholzexemplar gekauft. Die Zeichnungen sowie das schnellere Blättern überzeugen.

Weil wir gerade bei Sachbüchern sind. Diese (sowie alle anderen Bücher) erlebten während meines Studiums eine Art Renaissance. Habe ich zwischenzeitlich etwas weniger gelesen, so holte ich jetzt alles nach. Da Studenten bekanntlich nur zweimal im Jahr Stress haben, pflügte ich regelrecht durch die Seiten.

Beruflich spielen gedruckte Bücher (zunehmend auch Journals) eine wichtige Rolle für mich. Als Mann der Wissenschaft zählt nur das geschriebene Wort. Grundlagenwerke sowie aktuelle Publikationen bestimmen den Alltag meiner Arbeit. Auf Reisen bspw. verkürze ich jegliche Wartezeit mit einem Buch.

Ankedote: Es war auf irgendeiner Zugfahrt zu irgeneinem Ort, wie gewöhnlich blätterte ich gerade in einem Buch (ich glaube es handelte von Genetik), als die Bahn durch einen Tunnel fuhr. Ich legte das Buch kurz zur Seite und schaute mich um. Alle anderen Fahrgäste schauten wie die Zombies in ihre Handys und bemerkten den Tunnel gar nicht.

Im Rahmen von #buchpassion wird auch nach dem Empfinden einer Welt ohne Bücher gefragt. Das wäre für mich das Ende. Ohne Mist. Seit 2010 gibt es im Haushalt Engst keinen Fernseher mehr. Dafür Brettspiele und (natürlich) Bücher. Abends im Sessel noch ein paar Seiten zu schwarten oder im Garten ein Buch über Hummeln zu lesen ist um ein Vielfaches besser als schweigend vor einem „Flimmerkasten“ zu sitzen. Natürlich ist das nur meine Meinung. Bücher haben und werden hoffentlich noch sehr lange einen wichtigen Platz in meinem Leben einnehmen. Schuld daran sind Autoren wie Timothy Zahn, Wolfgang Hohlbein und Alexander Wolkov. Sie prägten meine Jugend. Später kamen dann Mary Stewart, M.K. Hume oder Jürgen Feder sowie Peter Wohlleben dazu.

Foto: Thomas Engst

Foto: Thomas Engst

Schaue ich heute in mein ehemaliges Kinderzimmer, so sind dort noch all die Romane (aus einer weit, weit entfernten Galaxis), Reiseberichte, Kurzgeschichten und Sachbücher in ihren Regalen und Schränken und warten darauf, an die nächste Generation weitergegeben zu werden.