Allgemein gilt der Grundsatz: „Man kann nur schützen was man kennt“. Dies ist auch richtig, deshalb sollte man sich immer in neue Bereiche wagen. Besonders in das Themenfeld Boden. Unter der Erde leben deutlich mehr Organismen als oberhalb. Oftmals außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Ein solcher Vertreter ist der Regenwurm.

 

 

Regenwürmer sind Wegbereiter der Ökosysteme

Die Rolle der Regenwürmer in der Ökologie ist eine der wichtigsten überhaupt. Als Bodenorganismus bildet er die Grundlage ganzer Ökosysteme. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit, zum Erosionsschutz sowie zum Hochwasserschutz. Mit ihren kleinen Körpern lockern sie das Substrat  auf und sorgen für frische Luft unter der Erde. Außerdem sind sie für viele höher entwickelte Lebewesen ein wichtiger Nahrungsbestandteil.

Regenwürmer und die Landwirtschaft

Auch in diesem Zusammenhang ist es die moderne Landwirtschaft ein Übeltäter. Felder mit Monokulturen entziehen dem Boden sämtliche Nährstoffe und lassen Regenwürmer verhungern. Der Einsatz von Pestiziden wie bspw. Glyphosat macht sie unfruchtbar, Düngemitteln verätzt ihre Körper und bodenbearbeitende Maschinen zerschneiden die Tiere. Aktuell leben drei bis zehn Arten im Mittel auf den Ackerflächen. Die moderne Landwirtschaft hat 30 Tiere pro Quadratkilometer zur Folge. Im Vergleich: auf kleinstrukturierten Ackerflächen tummeln sich 120, auf extensiv gepflügten Öko-Feldern bis zu 450 Tieren pro Quadratkilometer.

Von 46 in Deutschland lebenden Regenwurmarten gelten mehr als die Hälfte als“sehr selten“ oder „extrem selten“.

Ein Leben ohne Regenwurm

Ähnlich wie bei einem Verlust der Bienen, wären auch die Folgen einer Regenwurmarmut katastrophal. Für die Landwirtschaft würden verdichtete, sauerstoffarme Böden zu den Auswirkungen gehören. Diese Böden speichern und leiten nahezu kein Wasser mehr. Ferner könnten Erntereste nicht mehr abgebaut werden. Daraus resultiert eine unzureichende Rückführung von Nährstoffen und eine langsame Humusbildung.

„Regenwurm-Manifest“

Dieser Thematik hat sich nun der WWF angenommen und eine lesenswerte Broschüre herausgebracht, welch eich euch ans Herz legen möchte. Ebenfalls warnt der Umweltverband vor den weitreichenden Folgen einer Kettenreaktion.

Ist ein Boden reich an Regenwürmern, so nimmt er bis zu 150 Liter Wasser in einer Stunde auf. Bleiben die Würmer aus, so reagiert der Boden wie ein verstopftes Sieb. Anfänglich kleine Abflussrinnen werden schnell zu Bächen und Strömen. Hochwasser wären die Folgen. Wer sich für das Thema interessiert, für den habe ich noch einen Lesetipp.

„Regenwurm-Manifest“ (PDF)