Die Feldgrille mag es eher musikalisch. Diesen kleinen Kameraden sieht man nicht, man hört ihn aber umso lauter. Pro Natura hat dieses Insekt jetzt zum Tier des Jahres 2014 gewählt. Durch die Wahl soll auf den bedrohten Lebensraum der Feldgrille aufmerksam gemacht werden. Besonders wohl fühlt sich die Grille auf südexponierten Trockenwiesen und -weiden. Solche Standorte sind aber in unserer heutigen Kulturlandschaft im Schwinden begriffen.  Viel zu oft werden sie landwirtschaftlich genutzt oder fallen der Verbuschung zum Opfer. Im Naturschutz gilt diese Grillenart als Flagshipspecies, als Repräsentantin für die Vielfalt an Insekten, die trockene Standorte lieben.

Feldgrille (Gryllus campestris)

Im Gegensatz zu anderen Heuschrecken ist diese keine gute Springerin, sie durchwandert die Welt eher auf Schusters Rappen. Dies macht sie aber durchaus flink und ziemlich gewand. Auch mit dem Fliegen klappt es nicht so, ihre Flügel sind verkümmert. Ihre Höhle gräbt sie in Form einer bis zu 40 cm langen unverzweigten Röhre in die Erde und verteidigt sie bis zum Tode. Bei drohender Gefahr sucht sie sofort Zuflucht in ihrer Behausung und ist daher selten zu sehen.

Der Eingang der Höhle wird stets sauber gehalten und von den Männchen als Bühne zum Paarungs- und Balztanz genutzt. Dabei macht das Männchen den bekannten „gri-gri-gri“-Laut. Erzeugt wird er durch das Aneinanderreiben der  Vorderflügel und ertönt im Frühling und ist bis zu 100 Meter weit zu vernehmen.

Relativ häufig ist die Feldgrille auf den extensiv genutzten Weiden der Alpen und Voralpen bis zu einer Höhe von 1800 Meter anzutreffen. In den Städten kann man sie auch hören, wenn auch weitaus seltener. Es müssen eben geeignete Standorte vorhanden sein.

In diesem Sinne…