Liebe Leute, heute komme ich mal mit einem „Fernsehfilm“ daher. Die Gänsefüßchen deshalb, weil es sich in Wirklichkeit um einen Stream handelt. Fündig geworden bin ich in der grandiosen Mediathek von ARTE. Die Doku hört auf den Namen „Eine Welt aus Wäldern“ und verspricht laut Beschreibung eindrucksvolle Aufnahmen der europäischen Tierwelt ausgehend von der letzten Eiszeit bis heute und zeigt, wie sich diese so eindrucksvoll entwickeln konnte. Die ausführliche Beschreibung habe ich euch mal in den Beitrag kopiert, Ungeduldige gelangen via Klick auf das Bild direkt zum Stream.

Paris am frühen Morgen: Der Obelisk auf der Place de la Concorde weicht langsam einem Steinhügel in der eisigen Tundra. Es gibt schon Menschen, aber so wenige, dass sie in der endlosen weißen Weite nur schwer auszumachen sind. Einzige Spuren ihrer Anwesenheit in diesem unwirtlichen Europa sind die Steinhügel, die sie errichten – wie Orientierungszeichen im stürmischen Eismeer – und die Höhlenmalereien, auf denen im flackernden Kerzenschein die Fauna dieses Zeitalters lebendig wird: Mammut, Wollnashorn, Auerochse, Riesenhirsch, Löwe, Bär und Hyänen gehörten zum Tierreich jener Zeit.
In Nordeuropa folgen auf lange Kältezeiten kürzere wärmere Zeiträume. Die Eiskappe zieht sich vorübergehend bis nahe an den Pol zurück und bedeckt dann wieder den größten Teil des Kontinents.
Während der 80.000-jährigen letzten Kaltzeit ist der nördliche Teil des Kontinents unter einem riesigen Gletscher begraben, ganz Europa scheint vor Kälte wie gelähmt.

Nur einige wenige Landstriche haben ein gemäßigtes Klima bewahrt. Sie liegen im Süden auf der Pyrenäen-, Apenninen- und Balkanhalbinsel, gegenüber von Afrika am Ufer des Mittelmeers. Hier gibt es die letzten Laubwälder Europas, hier konnten Eichen, Buchen und Linden der Eiskappe entgehen. Und hier schreitet die Evolution von Eichhörnchen, Igeln, Füchsen und Wildschweinen weiter voran.
Vor 12.000 Jahren veränderte sich das Klima und die Erde erwärmte sich.

Aus der Vogelperspektive wirkt die enorme Verwandlung des Kontinents besonders eindrucksvoll: Das Gletschereis zieht sich auf die Gipfel der Alpen und Pyrenäen sowie in die nördlichen Breiten Skandinaviens zurück. Das Schmelzwasser fließt in die Ozeane, wodurch der Meeresspiegel stark ansteigt und sich die gesamte europäische Küstenlandschaft verändert.Für die Bewohner der Kälte beginnt der Exodus. Rentiere und Moschusochsen ziehen auf der Suche nach den letzten Eislandschaften nach Osten und Norden. Die Laubwälder hingegen breiten sich dank des milderen Klimas vom Mittelmeerraum nach Norden aus. Mit ihnen erobern auch die Waldtiere den vom Eis befreiten europäischen Kontinent.

„Eine Welt aus Wäldern“ – eine Doku von ARTE (Quelle: Arte France)