Am vergangenen Wochenende hatte es noch einmal geschneit. Schon nach kurzer Zeit lag die Landschaft unter einer dichten Schneedecke verborgen. Auch wenn ich mich mittlerweile auf den nahenden Frühling und die it ihm einhergehende Blütenpracht freue, so genieße ich doch auch die Winterzeit. Spaziergänge in der Natur, so oft man die gleiche Strecke auch vorher gegangen sein mag, werden niemals langweilig.

Nimmt man sich ein paar Minuten Zeit und lässt die Umgebung auf sich wirken, so wird klar, dass die Ruhe in der Landschaft nur scheinbar ist. Leises Knacken im Unterholz kündet vom regsamen Treiben der Tiere und hin und wieder holt einem das stetige Tropfen von tauenden Schnee in die Wirklichkeit zurück. Ich wohne nicht weit entfernt vom nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands und habe einen Großteil des schneereichen Wochenendes in eben diesem verbracht. Die meisten Menschen meiden die freie Natur bei dieser Witterung. Ich suche sie geradezu bewusst auf. Zu verlockend ist die ruhige Einsamkeit. In solchen Momenten kommt mir unweigerlich der Spruch „Hier bin ich Mensch…“ in den Geist.

Der Schnee macht auch die kleinsten Spuren sichtbar und gibt damit ein weiteres Mal die hektische Betriebsamkeit dieser Tage preis. Wenn es noch keine Pflanzen zu kartieren gibt, halte ich eben die Augen nach Trittsiegeln offen. Es gibt immer etwas zu sehen und zu entdecken. Ob es alte Bäume sind, die den Lasten der Schneemassen trotzen oder sich ihnen vor langer Zeit beugen mussten, Rohrkolben, die in zu Eis erstarrten Wasser auf die wärmenden Strahlen der Sonne warten oder einfach nur das Singen der Vögel. All das ist ein Gesamtergebnis welches seinesgleichen sucht. Schade, dass nur noch wenige Menschen den Sinn dafür haben und sich die Zeit nehmen, die Natur bewusster zu erleben. Oder ist es besser, wenn der Mensch in seinen dreckigen Städten bleibt und die Natur unbehelligt lässt? Die Antwort darauf fällt mir zunehmend schwerer.

 

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