Der Codes des Lebens sind unsere Gene. Sie bestimmen in nicht unerheblichem Maße was wir sind und was aus uns wird. Seit Jahrzehnten arbeiten Wissenschaftler energisch an der Entschlüsselung der Gene. Zumindest für die Rotbuche (Fagus slyvatica) ist es der Wissenschaft gelungen.

Mit einem Anteil von ca. 15 % ist die Rotbuche der häufigste Laubbaum in Deutschland. Die bis zu 50 Meter hohen Bäume können ein Alter von 500 Jahren erreichen und sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Pilze, Insekten und Vögel.

Studien zeigen, dass an dieser Pflanze allein bis zu 180 Insekten- und Milbenarten leben können. Zudem ist Buchenholz mit einem Einschlag von jährlich etwa sieben Millionen Quadratmetern eines der bedeutendsten Laubhölzer als Nutz- und Industrieholz.

130.000 Gene stecken in jeder Buche

Marco Thines vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt sagt dazu: „Uns ist es gelungen, das vollständige Genom dieses wohl wichtigsten europäischen Waldbaums zu entschlüsseln“.

Dafür analysierte das Team eine Probe aus einer vermutlich rund 300-jährigen Rotbuche des gut 5.700 Hektar großen, nordhessischen Nationalparks Kellerwald-Edersee. Beim Blick ins Erbgut identifizierten die Forscher insgesamt rund 130.000 Rotbuchen-Gene.

Die gewonnenen Daten offenbarten unter anderem, dass die zahlreichen Pilzarten, die in einer symbiotischen Gemeinschaft mit der Buche leben, ihre Gene nicht mit den Bäumen austauschen. „Dies zeigt einmal mehr, dass Gentransfer keine Selbstverständlichkeit ist“, sagt Thines.

„So können Genotypen identifiziert werden, die als Anpassung an den Klimawandel gepflanzt werden können“, schließt Thines. Das vollständige Genom der Rotbuche haben die Wissenschaftler im Internet für die Fachwelt zugänglich gemacht (Quelle: Scinexx).