Heute mal wieder ein Beitrag aus der Kategorie „Linsengeschichten“. Eines meiner Hobbys sind ja Zeitraffer-Filme. Aktuell habe ich mehrere Projekte in der Pipeline, unter anderem eines über meine aktuelle Wahlheimat Bernburg an der Saale. Die vergangenen Tage experimentierte ich mit den Einstellungen für einen Nachtdurchlauf herum. In der Szene gilt der Tag-Nacht-Übergang als Königsklasse und bedarf schon etwas Übung. In der Vergangenheit habe ich solche Sachen schon häufiger gemacht und daher ging es frisch ans Werk. Die Kamera (eine Canon 1000D) filme im AV-Modus, Blendenautomatik, von 20:30 Uhr bis 07:00 Uhr des Folgetages. Herausgekommen ist das hier.

Beim Sichten und Rendern der Bilder war schon recht zufrieden mit dem Ergebnis, jedoch irgendetwas auf den Bildern war komisch. Nach ein paar Augenblicken fiel es mir dann auch auf. Die Sterne bewegten sich nicht. Sie blieben gerade zu starr an ihrem Platz, während Wolken und Rauchschwaden munter vorbeizogen. Sollte in Bernburg etwa noch das geozentrische Weltbild mit der Himmelskuppel Bestand haben? Eine Recherche in der geschätzten Timelapse-Gruppe auf Facebook brachte dann die Klarheit. Erstens waren die hellen Punkte keine Sterne (bei einer Belichtungszeit von 3 – 4 Sekunden lassen die sich noch nicht blicken) und zweitens handelte es sich bei den hellen Flecken um sogenannte Hot Pixel. Dieser Begriff war mir neu. Hot Pixel sind fehlerhafte Pixel, welche nicht korrekt auf das einfallende Licht reagieren. Entweder sind sie bauartbedingt oder der Verschleiß zeigt seine Wirkung. Auch ist das Bildformat JPEG nicht gerade brauchbar für Aufnahmen mit hohem ISO-Wert und langer Belichtungszeit. Bedenkt man jetzt noch das Alter der Canon 1000D, so kann ich alle Gründe nachvollziehen. Aber wieso nimmt man eigentlich eine Canon 1000D, wenn der Schrank voll mit besseren Modellen ist? Nun ja, die beste Kamera ist immer die, die man dabei hat. Alle anderen DSLR sind zur Reinigung. Back to Topic: um diese Hot Pixel wieder zu entfernen greift man am besten zu Photoshop bzw. Lightroom (beides von Adobe) und entfernt sie per Hand. Bei einzelnen Bildern scheint das machbar, im Falle von Hunderten Bildern eher nicht. Da helfen dann Programme wie HotPixels Eliminator weiter. Ich wiederhole jedenfalls den Versuch mit „schwerem“ Gerät und lasse mich vom Resultat überraschen.