Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: 2017 (Seite 2 von 41)

Neonicotinoide auf allen Kontinenten nachgewiesen

Das mit unserer Ernährung etwas nicht stimmt und das sich die moderne Landwirtschaft auf einem nicht mehr vertretbaren Weg befindet ist hinlänglich bekannt. Durch Profitgier und dem Streben nach Macht spielen die Konzerne dieser Welt mit der Gesundheit der Verbraucher. Oftmals haben diese gar keine Ahnung welches Gift in ihren Lebensmitteln steckt. Eine aktuelle Studie zeichnet ein erschreckendes Bild über die Verbreitung von Giftstoffen in unseren Nahrungsmitteln.

Neonicotinoide überall nachweisbar

Ein Forscherteam aus der Schweiz hat im Jahre 2012 damit begonnen, Kollegen, Freunde und Bekannte ein Glas Honig von ihren eventuellen Reisen mitzubringen. Auf diese Weise kamen sie in den Besitz von 198 Honigproben aus der der ganzen Welt und glücklicherweise aus allen Kontinenten. Ausgenommen der Antarktis, da hält sich der Tourismus noch in Grenzen. Die Wissenschaftler untersuchten die mitgebrachten Proben auf Giftstoffe und wurden fündig.

Drei Viertel des produzierten Honigs wiesen mindestens Neonicotinoide auf. In knapp der Hälfte der Fälle überschritten diese Giftstoffe sogar die Grenzwerte für eine „Unbedenklichkeit für Bestäuber“. Damit ist wieder einmal eindrucksvoll bewiesen, was wir uns und der Natur täglich für Gifte zuführen.

Eventuell sollte man das Augenmerk und den öffentlichen Druck der Gesellschaft mal auf diesen Umstand lenken anstatt jedes neue elektrische Gerät wie einen Heiland zu begrüßen. Sind denn smarte Klobürsten wirklich wichtiger als eine intakte Natur samt ihren Kreisläufen?

Den Bericht zum Beitrag in voller Länge findet ihr auf newscientist.com und den solltet ihr euch unbedingt durchlesen. Vielleicht zündet er ja bei euch den ein oder anderen Funken und regt zum Nachdenken an. Es geht auch um eure Gesundheit.

Naturentfremdung wächst weiter

Die Natur hat es dieser Tage nicht leicht mit uns Menschen. Immer mehr wächst der Bevölkerungsdruck auf die natürlichen Ressourcen und ein Ende scheint nicht in Sicht. Die Wertschätzung für Natur und Landschaft befindet sich im freien Fall und nur noch wenige Leute da draußen kennen überhaupt ein paar Pflanzen bei ihrem Namen geschweige denn wissen, wie eine intakte Wiesen- oder Waldgesellschaft aussieht. Alles Dinge, die unsere Großeltern noch selbstverständlich wussten. Aber woher kommt die Naturverdrossenheit? Ist es das clicky-bunti-irgendwas-mit-Medien-Zeitalter oder liegen die Gründe woanders?

Natur bald ein Fremdwort?

Als Naturschützer kämpft man seit jeher gegen Windmühlen. Egal ob aus Landwirtschaft, Forst oder irgendeiner anderen Branche, man ist in der Regel der Buhmann, der ewig Gestrige, der Baumknutscher oder der Fortschrittsbremser. Natur hat bei der Bevölkerung zwischen 16 und 40 Jahren einen schweren Stand.

In dieser Lebensphase stehen andere, wichtige Dinge scheinbar im Vordergrund. Die Berufsausbildung, das Studium, dann der erste Job und die endlos lange Karriereleiter. All das will im Leben gemeistert werden. Erst mit dem eigenen Nachwuchs kommt die Rückbesinnung auf das wirklich wichtige.

Mit den eigenen Kindern kommt die Vergänglichkeit und das Einsehen, dass das Leben zu kurz ist um nur Handys zu beobachten. Leider finden nur wenige den Weg zurück zur Natur. Heutige Helikoptereltern fallen schlicht in Ohnmacht, wenn das Kind dreckig und mit aufgeschlagenen Knien nach hause kommt.

Dabei ist das für die Entwicklung wichtig und notwendig. Jedes anständige Kind sollte mindestens einmal gepflegt vom Baum gefallen sein. Stattdessen wird Jagd auf digitale Monster gemacht, die meiste Zeit auf einen Bildschirm gestarrt.

Oftmals fehlt den Eltern die Zeit und die Lust mit ihrem Spross in die Natur zu gehen und ihnen diese näher zu bringen. Ein 9 to 5 allein ist aber kein ausschlaggebender Grund. Es ist oftmals die Faulheit.

Kinder oder sich selbst auf der Couch geparkt, Bildschirm an und fertig. Wieso da noch aufwändig in den Wald oder über die Wiesen gehen? Auf der Seite von Spektrum ist ein durchaus lesenswerter Artikel zu genau diesem Thema erschienen. Lest ihn euch bitte durch und reflektiert euer eigenes Verhalten.

Wie steht ihr dazu? Zieht es euch in die Natur oder ist sie für euch nur ein Mittel zum Zweck, weil man sie auf dem Weg zur Arbeit queren muss?

Link zum Spektrum-Artikel „Warum wird uns Natur immer fremder?“.

Schwarzwald nun offiziell UNESCO-Biosphärenreservat

Der Naturschutz hat in Deutschland offiziellen Zuwachs bekommen. Nach langem Hin und Her konnte der Naturschutz in Sachen Schutzgebiete einen Erfolg für sich verbuchen.  Am morgigen Sonntag wird der Schwarzwald offiziell als Biosphärenreservat anerkannt. Damit wird ein weiterer charakteristischer Landschaftsteil unter Schutz gestellt und der Biodiversität auf ca. 630 km² neuer Raum gegeben.

Biosphärenreservate – Naturschutz mit Modellcharakter

Biosphärenreservate sind nur eine Art der in Deutschland anerkannten Schutzgebiete. Schaut man in den §25 Bundesnaturschutzgesetz, so wird auf zweierlei Merkmale hingewiesen. So sind zum Einen bestimmte Landschaftstypen für die Region charakteristisch und zum Anderen sollen Biosphärenreservate der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen. Besonders attraktiv macht diese Schutzform aber das Einbeziehen der Menschen. In §25 (1) Nr. 4 BNatSchG heißt es daher, „…beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen“. In einem BioRes sind also durchaus Nutzungs- und Wirtschaftsweisen erlaubt, nur sollen diese im Einklang mit der zu schützenden Natur sein. Das Vorurteil, der Naturschutz nimmt der Bevölkerung die Landschaft weg, ist damit entkräftet.

Schwarzwald – Tradition und Naturschutz im neuen Biosphärenreservat

Typisch für das neue UNESCO-Biosphärenreservat sind die gemeinschaftlich genutzten Bergweiden, sogenannten  „Allmenden“. Auf diese Hochweiden trieben die früheren Bauern ihr Vieh bestehend aus traditionellen Rinderrassen. Daraus entstand eine einzigartige Landschaft mit den typischen von Verbiss gekennzeichneten „Weidbuchen“. Typisch für den südlichen Schwarzwald sind außerdem der Wechsel von Wald- und Offenlandschaften und der Weitblick von den hohen Gipfeln. Nahezu jedes Dorf hat seine eigene Tracht, die alemannische Sprache und Fastnacht sind ebenso Beispiele des immateriellen Kulturerbes wie die Holzschnitzkunst. Mit dem Schwarzwald gibt es in Deutschland nun 16 Biosphärenreservate in Deutschland die von der UNESCO anerkannt sind. Sachsen-Anhalt gönnt sich aktuell das BioRes Südharz, welches aber aufgrund eines einzigen (!) Bürgermeisters der Region an der UNESCO-Anerkennung scheitert.

Der Internationale MAB-Koordinationsrat entscheidet jährlich über die Anerkennung neuer Biosphärenreservate und überprüft alle zehn Jahre die Qualität der bereits bestehenden Gebiete. Das Biosphärengebiet Schwarzwald wurde im Juni 2017 von der UNESCO anerkannt (Quelle: BMUB).

Läuft mit WordPress & Theme erstellt von Anders Norén