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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: 2017 (Seite 2 von 29)

Schwimmen für den Meeresschutz

Gewässer leiden unter der Knute der Menschheit besonders schlimm. Seit längerem schon werden sie als Müllkippen für allerlei Abfall missbraucht. Mit Instrumenten wie der Wasserrahmenrichtlinie möchte man entgegensteuern aber die Umsetzung krankt an Bequemlichkeit und mangelnder Konsequenz. Im aktuell laufenden „Wissenschaftsjahr 2016/2017 – Meere und Ozeane“ soll ein Zeichen gegen die anhaltende Belastung der Gewässer gesetzt werden. Dazu hat man sich eine klasse Aktion ausgedacht. Schwimmen für den Gewässerschutz

Elbschwimmstaffel – schwimmen für den Gewässerschutz

Am 24. Juni startet im „Wissenschaftsjahr 2016/2017 – Meere und Ozeane“ die größte Freiwasser-Schwimmstaffel Deutschlands: In Bad Schandau (Sachsen) machen sich die ersten von über 250 Schwimmerinnen und Schwimmern auf den Weg die Elbe hinunter. In 19 Etappen durchqueren sie sechs Bundesländer und kommen dabei auch an einer Vielzahl von Städten vorbei. Interessierte Zuschauer können die Aktiven anfeuern oder bei den Forschungsexperimenten an Land selbst aktiv werden. Ihren Abschluss findet die Staffel am 12. Juli, nach 575 Flusskilometern, in Geesthacht (Schleswig-Holstein).

Das Logo der Wissenschaftsjahr_2016_17_Elbschwimmstaffel

Die Botschaft der Elbschwimmstaffel ist klar: Das Meer beginnt hier – in einem Fluss, dessen Wasserqualität sich durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Behörden, Wissenschaft und Gesellschaft deutlich verbessert hat. Denn davon profitieren schließlich Meere und Ozeane, in die die Elbe und andere Flüsse münden. Bei der Elbschwimmstaffel werden begleitend Forschungsprojekte durchgeführt und präsentiert. Wissenschaftsteams nehmen von einem Boot aus Proben und messen so etwa die Wasserqualität oder prüfen die Belastung mit Mikroplastik entlang der Strecke. Einige Etappenziele bieten Forschungsstationen, an denen man selbst experimentieren kann. Außerdem bieten diese Informationen über die Wiederansieldung ehemals heimischer Fischarten in der Elbe.

Elbschwimmstaffel – Fakten, Fakten, Fakten

Die Elbschwimmstaffel ist ein Ereignis, welches sicherlich einer näheren Vorstellung bedarf. So habe ich mal die wichtigsten Fakten und Infos für euch kurz und bündig zusammengetragen.

Was ist die Elbsschwimmstaffel?

Es ist die längste Freiwasser-Schwimmstaffel in deutschen Gewässern. Sport trifft
Wissenschaft, wenn man es auf eine Kurzformel bringt. Start ist in Bad Schandau, Ziel dieStaustufe Geesthacht. Drei wissenschaftliche Projekte begleiten die Elbschwimmstaffel mit einem Forschungsboot.

Wer? Wann? und Wo?

  • 3 Wochen vom 24.06.-12.07.2017
  • Sechs Bundesländer, 19 Etappen, 575 Kilometer Schwimmstrecke
  • Über 200 Amateur-Schwimmer
  • Pro Teilnehmenden werden zwei Kilometer flussabwärts geschwommen

Somewhere beyond the sea...

Warum dieser Aufwand?
Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es darum, auf diesen größten Lebensraum des Planeten aufmerksam zu machen. Unter dem Leitgedanken „Entdecken. Nutzen. Schützen.“ werden Meere, Ozeane und Gewässer genauer in Augenschein genommen. Sie sind Sehnsuchtsorte, Handelswege, Nahrungsquelle und Arbeitgeber – und verdienen besonderen Schutz.
Das Beispiel Elbe zeigt, wie der einst schmutzige Fluss wieder sauber wurde. Mit sauberen Flüssen tragen wir dazu bei, auch die Meere und Ozeane zu schützen. Denn alles, was in unsere Fließgewässer gelangt, wie etwa Plastikmüll oder Abwasser mit schädlichen Spurenstoffen, landet schließlich in den Meeren und Ozeanen und beeinflusst das marine Ökosystem. Erst ein umfassendes Verständnis für diese Zusammenhänge führt zu einer nachhaltigen Nutzung und einem effektiven Schutz der Meere und Ozeane.

Flußlauf.

Begleitende Forschung

Die Elbschwimmstaffel wird von drei wissenschaftlichen Projekten der folgenden
Hochschulen begleitet: Technische Universität Berlin, Karlsruher Institut für Technologie, Technische Universität Dresden. Die Wissenschaftsteams nehmen über die gesamte Strecke von einem Forschungsschiff aus Proben und messen so etwa die Wasserqualität, Algenwachstum oder prüfen die Belastung mit Mikroplastik.

EU-Liste der invasiven Tier- und Pflanzenarten wächst

Invasive Neophyten sind ein Problem der modernen Zeit. Hervorgerufen durch die unterschiedlichsten Faktoren sorgen sie in den heimischen Ökosystemen für ordentlichen Trubel. Sie dringen in schon besetzte bzw. in freie ökologische Nischen und stellen ganze Lebensgemeinschaften auf den Kopf. Der nachfolgende Rattenschwanz an Folgen macht auch vor dem Menschen nicht halt. Diverse Allergien werden durch die invasiven Neubürger hervorgerufen. So macht die Beifuß-Ambrosie jedes Jahr aufs Neue von sich reden. Auch nicht fehlen dürfen der gefährliche Riesenbärenklau sowie das Drüsige Springkraut. Ersterer sorgt bei Kontakt mit Sonnenlicht für schlimme Hautreizungen und das Drüsige Springkraut okkupiert ganze Uferrandbereiche und  schmälert die dortige Biodiversität. Um dem Problem mit den Neuankömmlingen Herr zu werden, hat die EU eine Liste mit invasiven Tier- und Pflanzenarten erstellt. Diese wird fortlaufend erweitert und hat schon ein beachtliches Ausmaß erreicht.

EU-Liste zu invasiven Neophyten wird fortlaufend ergänzt

In der „Unionsliste“ invasiver Arten benennt die EU zu bekämpfende Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen und daher der biologischen Vielfalt schaden können. Der erste Entwurf dieser Liste stieß allerdings auf heftigen Gegenwind und musste sich einiges an Kritik gefallen lassen. Hauptsächlich wurde beanstandet, dass die aufgeführten Arten nur einen Bruchteil an invasiven Arten innerhalb der EU aus. Als im im Dezember 2015 sogar das EU-Parlament in das gleiche Horn stieß, begann sich etwas zu bewegen. Schon im Februar 2016 wurde nachgelegt. Der zuständige Ausschuss lieferte eine Liste mit 20 weiteren Arten ab. Leider blieb diese von der EU-Kommission unberücksichtigt.

Invasive Neophyten – ein ökologisches und ökonomisches Problem

In Deutschland sind mindestens 168  invasive (oder potentiell invasive) Tier- und Pflanzenarten bekannt. Experten schätzen den Anteil von Neophyten in der gesamten EU auf etwa 12.000 Arten, von denen ca. 15% als invasiv gelten und damit potenziell Schäden ausrichten.

Ich habe mal ein paar weiterführende Links für euch zusammengestellt.

KORINA – Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts 

„Unionsliste“ Neophyten (EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten)

 

Achillea setacea – die Feinblättrige Schafgarbe

Die Artvertreter der Schafgarben sind nicht so einfach zu bestimmen. Oftmals vermischen sich die jeweiligen Artmerkmale und führen den geneigten Botaniker auf eine falsche Fährte. Ohne Mikroskop, Zeit und Erfahrung steht man vor einer sehr schweren Aufgabe. zum Glück gibt es bei den Schafgarben jedoch eine Ausnahme und diese möchte ich euch heute vorstellen.

 

Artsteckbrief

Bei der Art Achillea setacea handelt es sich um eine indigene Art der Trocken- und Halbtrockenrasen. Sie wird in der Roten Liste für Gefäßpflanzen in der Gefährdungsstufe 3 geführt. Sie gilt somit in Deutschland sowie in Sachsen-Anhalt als „gefährdet“. Allerdings ist die Bestandsentwicklung negativ. In einer aktuelleren Roten Liste wird sie sicherlich auf Stufe 2 rutschen.

Lebensraum und Ökologie

Wie bereits erwähnt, hat diese Art auf Halbtrocken- und Trockenrasen ihr Hauptvorkommen. Oftmals sind Vorkommen dieser Art ausschließlich auf Marginal- und Restflächen zu finden. Sollten auch diese Lebensräume der Sukzession zum Opfer fallen, so würden auch die Populationen von Achillea setacea aus der Landschaft verschwinden. Obwohl lediglich 10% des Verbreitungsareals dieser Art in Deutschland liegen, wäre dies doch ein unschöner Verlust.

Die Feinblättrige Schafgarbe trifft man (sofern man Glück hat) im Flach- und Hügelland der meridionalen bis südlich temperaten Klimazonen an. Dabei erstreckt sich ihr Vorkommen über Europa und West-Asien.

Ihr eindeutiges Bestimmungsmerkmal (ja, so etwas haben weiße Doldenblütler) sind die Blätter am Grund. Diese bilden dichte und markante Büschel und sehen recht „untypisch“ für eine Achillea-Art aus. Ich hoffe auf dem Foto ist es zu erkennen.

Achillea setacea

Achillea setacea (Feinblättrige Schafgarbe)

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