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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Artenschutz (Seite 1 von 35)

Ackerflächen als Massengräber

Da aller guten Dinge bekantlich drei sind, kommt hier der dritte Beitrag über Insekten. Einen monothematischen Hattrick gab es hier im Blog auch noch nicht. Grund dafür ist ein Artikel auf der Website der Frankfurter Rundschau. Darin wird ein zeitgenössiches Phänomen beschrieben, dessen Ausmaße sich die heutige Generation in ihrer gedankenlosen und unbekümmerten Art nicht einmal im Ansatz vorstellen kann. Dem Aussterben der Insekten.

Artensterben auf Landwirtschaftsflächen

Insekten haben ein Problem. Das Fehlen von knuffigen Kulleraugen, einem niedlichen Gesichtchen und Fell, welche sie zu einem drollig dreinblickenden Fellhaufen machen kann. Nur mit solchen Artmerkmalen erringt man das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und kann von einem der unzähligen Artenhilfsprogrammen profitieren. Stattdessen machen die Insekten oftmals mit der Giftspritze oder dem Pantoffel Bekanntschaft. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Besonders auf landwirtschaftlich genutzten Flächen setzt ein Artensterben von bisher unbekannten Ausmaßen ein. So schreibt die Frankfurter Rundschau von einem 80%-igen Rüclgang der Insekten in NRW seit 1995. In anderen Bundesländern dürfte es nicht anders aussehen. Besonders in landwirtschaftlich geprägten Bundesländern wie Sachsen-Anhalt dürfte es ähnlich sein. Mittlerweile hat das Artensterben durch die intensive Landwirtschaft auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf den Plan gerufen und lässt es eine „Kehrtwende in der Agrarpolitik“ fordern. Nach allem was ich aus der Branche so weiß, schwenkt die EU in eine gegensätzliche Richtung. Die zweite Säule der GAP soll zu Gunsten der ersten Säule der GAP beschnitten werden. Das wäre ein weiterer Sargnagel für die Biodiversität. Nehmt euch mal den Moment und lest den Artikel der Frankfurter Rundschau.

Importverbot für Jagdtrophäen gefordert

Manche Hobbies sind aus meiner Warte her schwer zu begreifen. Dazu zähle ich ausnahmsweise nicht das angstfreie Töpfern oder sonstige verwegene Aktivitäten, sondern die Jagd als Zeitvertreib. Viele Menschen verbringen ihre Freizeit damit, Tieren nachzustellen und diese zu erlegen. Dabei spielt hier weder Existenz noch reeller Bedarf eine Rolle. Vielmehr sind es Prestige und das eigene Selbstwertgefühl dieser bemitleidenden Kreaturen, die sie zu solch schändlichen Taten anspornen.

Jagdtrophäen sind rückständig und überholt

Blickt man auf die stark dezimierten Bestände der Wildtiere, so kommt man zu dem Schluss, dass die Jagd nach Trophäen bereits viel zu lange und zu intensiv stattfand. Gerade die Bestände Afrikas mussten das leidvoll erfahren. Obwohl sich die einzelnen Länder der Tatsache bewusst sind, unterscheiden sie sich doch ganz klar in ihrem Handeln. Während in Frankreich und den Niederlanden bereits erste Importverbote für Löwen und andere gefährdete Arten im Gesetz verankert sind, tut sich Deutschland noch schwer mit einer entsprechenden Regelung.

Deutschland spielt gemeinsam mit Spanien und den USA in der Oberliga beim Importieren von Jagdtrophäen bedrohter Arten. 9.638 Trophäen gefährdeter Tierarten wurden zwischen den Jahren 2004 und 2014 ins Land geholt. Darunter Bergzebras, Paviane, Leoparden, Schwarz- und Grizzlybären, Wölfe, Löwen, Elefanten und Wildkatzen. Allesamt stark gefährdete Arten.

Trophäen aus „nachhaltiger“ Jagd unbedenklich?

Bisher verweist das Bundesamt für Naturschutz auf die „nachhaltige“ Bejagung dieser Trophäen hin un sieht daher keinen Grund für ein Verbot. Allerdings entspricht dieser Umstand nicht immer den Tatsachen. Die Jagd auf Trophäen kann aber auch Geld in die Kassen der Herkunftsländer spülen. Nationalparks verdienen gutes Geld mit versteigerten Abschüssen auf alte oder kranke Tiere. Aber auch Schüsse zur Betäubung im Falle von tierärztlichen Untersuchungen finden reißenden Absatz (Quelle: NABU).

Fledermäuse durch Nahrungsmangel bedroht

Der Winter zieht sich in ferne Berge zurück. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen starten nicht nur die Pflanzen in eine neue Saison, auch die Fauna beginnt sich von Neuem zu regen. Eine gefährdete Gruppe des Regnum animale sind die Fledermäuse. Neben Lebensraumverlust und Zerschneidung von Landschaften haben sie nun noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Dem Nahrungsmangel.

Fledermäuse durch Insektenrückgang bedroht

Fledermäuse sind auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen und kamen bisher sehr gut mit dieser evolutionären Einrichtung über die Runden. Leider macht die moderne Landwirtschaft es den Tieren aktuell sehr schwer an der erprobten Ernährungsstrategie festzuhalten. Durch den vermehrten Einsatz von Pestiziden werden die Bestände ausgedünnt und somit steht ein elementares Puzzlestück im ohnehin schon angeknacksten Ökosystem Acker nicht mehr zur Verfügung. Wiedereinmal macht die intensive Landwirtschaft ihren Ruf als Artenvernichter und Massenmörder alle Ehre.

Um ihren Stoffwechsel aktiv zu halten, muss eine Fledermaus ab dem Einsetzen der Dämmerung ca. ein Drittel ihres Körpergewichts fressen. Rechnet man dies hoch, so kommen alleine in den Sommermonaten 1000g-Insektenfutter zusammen. Den Bedarf von Schwalben und Mauerseglern nicht mit einberechnet. Auch hier wird wieder einmal klar, wie wichtig eine naturfreundliche Landwirtschaft ist. Das bisherige System nach dem Gießkannenprinzip hat ausgedient (Quelle: NABU).

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