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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Artenschutz (Seite 1 von 35)

Importverbot für Jagdtrophäen gefordert

Manche Hobbies sind aus meiner Warte her schwer zu begreifen. Dazu zähle ich ausnahmsweise nicht das angstfreie Töpfern oder sonstige verwegene Aktivitäten, sondern die Jagd als Zeitvertreib. Viele Menschen verbringen ihre Freizeit damit, Tieren nachzustellen und diese zu erlegen. Dabei spielt hier weder Existenz noch reeller Bedarf eine Rolle. Vielmehr sind es Prestige und das eigene Selbstwertgefühl dieser bemitleidenden Kreaturen, die sie zu solch schändlichen Taten anspornen.

Jagdtrophäen sind rückständig und überholt

Blickt man auf die stark dezimierten Bestände der Wildtiere, so kommt man zu dem Schluss, dass die Jagd nach Trophäen bereits viel zu lange und zu intensiv stattfand. Gerade die Bestände Afrikas mussten das leidvoll erfahren. Obwohl sich die einzelnen Länder der Tatsache bewusst sind, unterscheiden sie sich doch ganz klar in ihrem Handeln. Während in Frankreich und den Niederlanden bereits erste Importverbote für Löwen und andere gefährdete Arten im Gesetz verankert sind, tut sich Deutschland noch schwer mit einer entsprechenden Regelung.

Deutschland spielt gemeinsam mit Spanien und den USA in der Oberliga beim Importieren von Jagdtrophäen bedrohter Arten. 9.638 Trophäen gefährdeter Tierarten wurden zwischen den Jahren 2004 und 2014 ins Land geholt. Darunter Bergzebras, Paviane, Leoparden, Schwarz- und Grizzlybären, Wölfe, Löwen, Elefanten und Wildkatzen. Allesamt stark gefährdete Arten.

Trophäen aus „nachhaltiger“ Jagd unbedenklich?

Bisher verweist das Bundesamt für Naturschutz auf die „nachhaltige“ Bejagung dieser Trophäen hin un sieht daher keinen Grund für ein Verbot. Allerdings entspricht dieser Umstand nicht immer den Tatsachen. Die Jagd auf Trophäen kann aber auch Geld in die Kassen der Herkunftsländer spülen. Nationalparks verdienen gutes Geld mit versteigerten Abschüssen auf alte oder kranke Tiere. Aber auch Schüsse zur Betäubung im Falle von tierärztlichen Untersuchungen finden reißenden Absatz (Quelle: NABU).

Fledermäuse durch Nahrungsmangel bedroht

Der Winter zieht sich in ferne Berge zurück. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen starten nicht nur die Pflanzen in eine neue Saison, auch die Fauna beginnt sich von Neuem zu regen. Eine gefährdete Gruppe des Regnum animale sind die Fledermäuse. Neben Lebensraumverlust und Zerschneidung von Landschaften haben sie nun noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Dem Nahrungsmangel.

Fledermäuse durch Insektenrückgang bedroht

Fledermäuse sind auf Insekten als Nahrungsgrundlage angewiesen und kamen bisher sehr gut mit dieser evolutionären Einrichtung über die Runden. Leider macht die moderne Landwirtschaft es den Tieren aktuell sehr schwer an der erprobten Ernährungsstrategie festzuhalten. Durch den vermehrten Einsatz von Pestiziden werden die Bestände ausgedünnt und somit steht ein elementares Puzzlestück im ohnehin schon angeknacksten Ökosystem Acker nicht mehr zur Verfügung. Wiedereinmal macht die intensive Landwirtschaft ihren Ruf als Artenvernichter und Massenmörder alle Ehre.

Um ihren Stoffwechsel aktiv zu halten, muss eine Fledermaus ab dem Einsetzen der Dämmerung ca. ein Drittel ihres Körpergewichts fressen. Rechnet man dies hoch, so kommen alleine in den Sommermonaten 1000g-Insektenfutter zusammen. Den Bedarf von Schwalben und Mauerseglern nicht mit einberechnet. Auch hier wird wieder einmal klar, wie wichtig eine naturfreundliche Landwirtschaft ist. Das bisherige System nach dem Gießkannenprinzip hat ausgedient (Quelle: NABU).

Massenmord an Hochspannunugsleitungen

Strom kommt aus der Steckdose und ist grün. Früher war er einmal gelb aber das ist schon lange her. Mehr muss man als Verbraucher eigentlich gar nicht darüber wissen. Maximal noch die Kosten pro verbrauchter Einheit. Aber das ist das schon höheres Wissen. Wichtig ist: Schalter an oder Stecker rein, Strom da. Die Schattenseiten werden bewusst oder unbewusst ausgeblendet. Dabei ist Strom verantwortlich für den Massenmord an unzähligen Vögeln.

Todesursache: Hochspannungsleitung

Die Haupttodesursache von Vögeln im Hoch- und Höchstspannungsnetz ist die Kollision. Die oberirdischen Leitungen werden schlichtweg übersehen und beenden ein Vogelleben beinahe sofort. Anders sieht es im Mittelspannungsnetz aus. Hier ist es der tödliche Stromschlag, der unzählige Vögel vom Himmel holt. Zwar wurde seit den 1960er Jahren das Wissen um die Kollisionsproblematik deutlich verbessert, dennoch fehlt es in Deutschland an belastbaren Schätzungen zu jährlichen Todesrate an Stromleitungen.

Gefährdung ist von der Größe abhängig

Ein dahigehend ausgelegtes Gutachten wurde nun vom NABU in Auftrag gegeben und soll die Vogel-Kollisionsopfer an Hoch- und Höchstspannungsfreileitungen in Deutschland abschätzen. Laut zaghaften Prognosen sterben jedes jahr 1 bis 1,8 Millionen Brutvögel und 500.000 bis 1 Million Rastvögel an einem Zusammenstoß mit Stromleitungen. Sollten diese Zahlen real sein, so fordern Oberlandleitungen mehr Opfer als Windmühlen.

Besonders Großvögel wie Trappen, Kraniche oder Störche sind aufgrund ihrer Körpergröße stark gefährdet. Ihre Masse macht sie entsprechend schwerfällig, ihr Sehvermögen dient dem Rundumblick als dem fokussierten Nachvorneblicken. Gerade im Zuge der überstützten Energiewende und dem daraus resultierenden Übertragungsnetzausbaus muss diese Problematik eine höhere Gewichtung erfahren (Quelle: NABU).

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