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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Artenschutz (Seite 2 von 35)

Massenmord an Hochspannunugsleitungen

Strom kommt aus der Steckdose und ist grün. Früher war er einmal gelb aber das ist schon lange her. Mehr muss man als Verbraucher eigentlich gar nicht darüber wissen. Maximal noch die Kosten pro verbrauchter Einheit. Aber das ist das schon höheres Wissen. Wichtig ist: Schalter an oder Stecker rein, Strom da. Die Schattenseiten werden bewusst oder unbewusst ausgeblendet. Dabei ist Strom verantwortlich für den Massenmord an unzähligen Vögeln.

Todesursache: Hochspannungsleitung

Die Haupttodesursache von Vögeln im Hoch- und Höchstspannungsnetz ist die Kollision. Die oberirdischen Leitungen werden schlichtweg übersehen und beenden ein Vogelleben beinahe sofort. Anders sieht es im Mittelspannungsnetz aus. Hier ist es der tödliche Stromschlag, der unzählige Vögel vom Himmel holt. Zwar wurde seit den 1960er Jahren das Wissen um die Kollisionsproblematik deutlich verbessert, dennoch fehlt es in Deutschland an belastbaren Schätzungen zu jährlichen Todesrate an Stromleitungen.

Gefährdung ist von der Größe abhängig

Ein dahigehend ausgelegtes Gutachten wurde nun vom NABU in Auftrag gegeben und soll die Vogel-Kollisionsopfer an Hoch- und Höchstspannungsfreileitungen in Deutschland abschätzen. Laut zaghaften Prognosen sterben jedes jahr 1 bis 1,8 Millionen Brutvögel und 500.000 bis 1 Million Rastvögel an einem Zusammenstoß mit Stromleitungen. Sollten diese Zahlen real sein, so fordern Oberlandleitungen mehr Opfer als Windmühlen.

Besonders Großvögel wie Trappen, Kraniche oder Störche sind aufgrund ihrer Körpergröße stark gefährdet. Ihre Masse macht sie entsprechend schwerfällig, ihr Sehvermögen dient dem Rundumblick als dem fokussierten Nachvorneblicken. Gerade im Zuge der überstützten Energiewende und dem daraus resultierenden Übertragungsnetzausbaus muss diese Problematik eine höhere Gewichtung erfahren (Quelle: NABU).

EU-Verordnung schützt Artenvielfalt

Die Globalisierung der heutigen Zeit ist in vollem Gange. Der Mensch reist kreuz und quer über den Erdball und stellt damit so manches Ökosystem auf eine harte Probe. Reisen und ferne Länder erkunden sind an sich eine tolle Sache, nur gibt es auch durchaus Nachteile an einer Welt, die immer näher zusammenrückt. Weltweiter Handel mit allerhand Gütern wirkt sich teilweise verheerend auf die lokale Artenvielfalt aus.

Neue Regeln zum Schutz der Artenvielfalt

Die Bundesregierung hat neue Regelungen zum Schutz der Artenvielfalt vor invasiven Arten auf beschlossen und auf den Weg gebracht. Ein entsprechendes Durchführungsgesetz zur EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten wurde bereits vom Kabinett beschlossen.

Invasive Neophyten bedrohen Artenvielfalt

Die Problematik mit invasiven Neobiota hält meine Branche (andere Branchen natürlich auch) seit einer ganzen Weile in Atem. Sind damit nicht nur Beeindträchtigungen der heimischen Flora und Fauna verbunden, sondern auch die menschliche Gesundheit. An dieser Stelle ein Hinweis auf die vorbildliche Arbeit von KORINA in Sachsen-Anhalt.
Das absichtliche Einführen sowie Einschleppen von Arten in Regionen außerhalb ihres natürlichen Vorkommens stellt die womöglich größte und stärkste Gefahr für heimische Ökosysteme dar und bedroht die globale Biodiversität in hohem Maße. Dabei muss man aber deutlich differenzieren. Das Kraut fett machen die Arten, welche „invasiv“ werden können. Diese brechen bereits besetzte Ökologische Nischen auf oder machen es sich in bisher unbesetzten Nischen bequem (Disclaimer: Ökologische Nischen sind keine räumlichen Nischen) und schädigen auf diese Art und Weise heimische Arten und Biotope.

EU-Verbot zum Schutz der Artenvielfalt

Um diesen Schaden zu minimieren und um die heimsiche Artenvielfalt zu schützen, verbietet die Europäische Union per Verordnung Einfuhr, Haltung, Zucht, Transport, Erwerb, Verwendung, Tausch und Freisetzung von 37 invasiven, gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten (allerdings müssen wir über die Artauswahl noch mal reden). Mindestens 24 dieser Arten leben in Deutschland in freier Wildbahn und sind teilweise sehr weit verbreitet, bpsw. die Chinesische Wollhandkrabbe oder der Klassiker Waschbär.

Schutz der Artenvielfalt mit deutschlandweiten Maßnahmen

Für diese invasiven, nichtheimischen Arten muss Deutschland nun geeignete, mit der Eu-Verordnung konforme Maßnahmen zumManagement vornehmen und einen Aktionsplan erstellen (an dieser Stelle freue ich mich auf die Kameraden vom Tierschutz), der beschreibt, wie man dieser Arten wieder Herr wird. Das beschlossene Papier legt ebenso die Zuständigkeit der Behörden fest und auf welcher gesetzlichen Grundlage Verstöße gegen die EU-Verordnung geahndet werden können. Keine Sorge, die lobbynahe EU wird es den betroffenen Firmen schon nicht allzu schwer machen. Einen ganz großen Wert legt man auf die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen (Sagte da jemand Lobby?). An und für sich ist dieses Vorgehen ein wichtiger erster Schritt in eine gute Richtung. Wie aber so oft muss die Umsetzung zeigen, ob das Ganze wirklich dem Schutz der Artenvielfalt dient (Quelle: BMUB).

Regenwaldschonend leben

Glaubt man aktuellen Zahlen des WWF, so haben die Wälder dieser Erde einen gemeinsamen Gegner.  Die moderne Landwirtschaft. Ein vom WWF veröffentlichtes Positionspapier spricht sogar von 80 % Waldverlust weltweit.

Verbot für Produkte aus Waldzerstörung

Geht dieser Trend ungebremst weiter, so werden bis 2030 weitere 170 Millionen Hektar Waldflächen vernichtet. So eine vorläufige Prognose. Antriebsmotoren für den rasanten Waldverlust sind u.a. Anbauflächen für Palmöl, Soja, Kautschuk und Kakao. Sollten einige Veganer mal bedenken, dass ihre Lebensweise auch Schattenseiten hat. Angesichts dieser Entwicklungen wird die Forderung des WWF nach einem Importverbot solcher Produkte und Erzeugnisse innerhalb der EU verständlich und nachvollziehbar.

Entwaldungsfreie Lieferketten

Im Rahmen der noch bis Samstag stattfindenden Grünen Woche in Berlin haben sich Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der WWF für Lösungen des Problems stark gemacht und eine Bestandsaufnahme der Thematik präsentiert. Herausgekommen ist die Broschüre „Entwaldungsfreies Leben“, welche ihr hier oder unterhalb des Beitrags finden könnt (Quelle: WWF).

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