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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Biodiversität (Seite 2 von 20)

Forschungsprojekt zu alternativen Fangmethoden liefert Ergebnisse

Die Meere dieser Erde sind gnadenlos überfischt. Kaum ein Meer ist davon unbetroffen und der Druck auf die verbleibenden Fischgründe wächst stetig. Dabei beschränkt sich die Fischerei keineswegs auf die gewollten Speisefische. Jedes Jahr sterben Tausende Seevögel und Meerestiere als Beifang. Da die Fangnetze immer größer werden, verursachen sie einen immer größeren Kollateralschaden. Um diesem Umstand etwas entgegen zu setzen, hat sich der NABU in den Jahren 2013 bis 2015 mit der Erforschung von alternativen Fangmethoden befasst. Nun wurden die erhobenen Daten ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Alternative Fangmethoden gegen zunehmenden Artenschwund

Die wohl größte Gefahr für Meerestiere und Seevögel geht wohl von sogenannten Stellnetzen aus. Diese werden in der Ostsee für den Fang von Dorsch und Plattfischen, in den Bodden auch auf Zander, Hecht und Flussbarsch genutzt. Jährlich sterben aufgrund dieser Fangmethode  ca. 20.000 Vögel an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, so die Zahlen einer Studie des Bundesamtes für Naturschutz. Besonders nach Nahrung tauchende Eider- und Eisente, aber auch Fischjäger wie Seetaucher oder Säger ertrinken immer wieder in den feinen Maschen. Daraus resultiert ein rapides Schwinden von ohnehin schon stark dezimierten und geschützten Arten. So haben sich die Bestände von Eis- und Eiderente um 65% bzw. 51% verringert (vgl. mit dem Bestand v. 1992).

Alternative Methoden zum Fischfang sind also dringend nötig. Leider muss die Fischindustrie aber erstmal davon überzeugt werden. Das ist aber ohne Unterstützung seitens der Bevölkerung und der Verbraucher kein leichtes Unterfangen. Damit ihr euch ein Bild über das Forschungsprojekt des NABU machen könnt, wurden die Projektergebnisse in einem Endbericht publiziert. Auch wenn sich der Text stellenweise etwas trocken liest, ist er doch sehr lesenswert. Die entsprechenden Quellen findet ihr hier und hier.

Den (Natur)Garten winterfest machen

Die warmen Tage werden weniger und die Gartensaison neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Vorbei scheinen die lauen Abende an denen man im heimischen Garten sitzt und den Tag entspannt ausklingen lässt. Die Gartenfreunde unter den Lesern werden das eventuell anders sehen, denn in einem Garten gibt es immer was zu tun. Besonders wenn man keinen Rollrasen und anderes untypisches Zeugs sein Eigen nennt. Denn ein Garten ist viel mehr als nur ein beschaulicher Ort zum schönen Sitzen. Er bietet, sofern passend gestaltet, einen wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna.

Gartentipps für den Herbst

Während die „konventionellen“ Gartenfreunde im Herbst eifrig das Gras ein letztes Mal mähen und das Laub in große Säcke packen, hat es der Naturgärtner etwas leichter und geht alles etwas ruhiger an. Er muss seinen Garten schließlich nicht aufräumen. Verblühte Pflanzen werden nicht entsorgt und das Laub bleibt noch eine Weile so liegen. Familie Igel freut es sicherlich. Das bedeutet aber nicht, dass Naturgärtner nun faulenzen können. Auch sie haben alle Hände voll zu tun. Der NABU hat auf seiner Seite ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie ihr euren Garten winterfest und zu einem ansprechenden Lebensraum für die Flora und Fauna macht.

Bildquelle: nabu.de

Präsentiert werden euch die Tipps via interaktivem Garten. Hinter jedem Spatensymbol verbirgt sich ein Infofenster mit Ideen und Tricks zu einem Garten für die Artenvielfalt. Viele der Vorschläge sind naheliegend und mit wenig Aufwand zu realisieren. Schaut auf jeden Fall mal rein und lasst euch inspirieren, die Biodiversität wird es euch danken.

Pestizidfreie Landwirtschaft ab 2018

Die intensive Landwirtschaft gilt als einer der Hauptursachen für den globalen Artenschwund. Viele Landwirtschaftsflächen bieten der Flora und Fauna keinen artgerechten Lebensraum mehr und setzen den Beständen von Feldlerche, Ackerwildkräutern und Co. gehörig zu. Eine groß angelegte Protestaktion der verschiedenen europäischen Umweltverbände sollte die Situation zumindest in der Europäischen Union ändern. Das scheint auch teilweise geglückt zu sein.

Keine Pestizide auf ökologischen Vorrangflächen

Am 14. Juni fasste das EU-Parlament einen folgenschweren Beschluss. Sollte dieser mit Konsequenz und der nötigen Ernsthaftigeit verfolgt werden, so könnte die Artenvielfalt auf den Äckern und Feldern deutlich profitieren. So stimmte das EU-Parlament für ein Pestizidverbot auf ökologischen Vorrangflächen. Dieses tritt ab Januar 2018 in Kraft. Die Abstimmung war allerdings keine leichte Geburt. Gerade aus Deutschland und Großbritannien wehte ein heftiger Gegenwind.

Pestizidfreie Vorrangflächen ein erster Schritt zur Artenvielfalt

Ein Verbot von Pestiziden auf ölologischen Vorrangflächen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sollte man hier den Tag nicht vor dem Abend loben. Bis zu einer grundlegenden Reform der Agrarpolitik ist es noch ein weiter und vor allem steiniger Weg. Bisher fließen jährlich gut zwölf Milliarden Euro an Direktzahlungen unter anderem für die ökologischen Vorrangflächen an die Landwirte in der EU. Insgesamt beträgt das EU-Agrarbudget 60 Milliarden Euro pro Jahr. Direktzahlungen bedeutet dabei sinngemäß, dass es ausreicht Landwirt zu sein.

Eine Biene sammelt den Pollen einer Sonnenblume.

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