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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Biodiversität (Seite 2 von 19)

DIY: Futterstelle für Schmetterlinge

Wenn es eine Artengruppe gibt, die in der heutigen Zeit besonders viel Federn lassen musste, sind es die Insekten. Glaubt man aktuellen Zahlen, so sind 80% der Bestände eingebrochen. Demzufolge sind alle Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation beitragen sind daher sehr  willkommen. Eine sehr gute Möglichkeit sind bestäuber- und insektenfreundliche Gärten. Der Nabu zeigt auf seiner Seite ihr selbst Hand anlegen könnt um es Schmetterlingen und Bestäubern in eurem Umkreis etwas angenehmer machen könnt.

Schmetterlinge unterstützen leicht gemacht

Der NABU gibt auf seiner Seite Tipps zum Bau einer Schmetterlingsspirale. Diese ist mit wenig Aufwand ganz einfach selbst  zu bauen und hat einen überaus positiven Effekt auf die kleinen Summser aus. Entscheidend dabei ist die Wahl der richtigen Pflanzen. Hierbei sollte der Fokus nicht auf gärtnerische Aspekten liegen sondern vielmehr auf das zu erwartende Nahrungsangebot. Ich persönlich bin ein großer Freund von Bauerngärten. Diese sehen zwar etwas wild aus aber sie strotzennur so vor Artenvielfalt und freudigem Gebrumm.

Schaut mal beim NABU vorbei und holt euch ein paar Ideen. Ich wünsche frohes Schaffen.

Schwalbenschwanz-Schmetterling

Schwalbenschwanz-Schmetterling

 

Der sommerliche Herbst – ein Schmetterling sorgt für Ärger

Jedes Jahr um die Sommerzeit bemerke ich den schlechten Zustand der Rosskastanien (Aesculus hippocastanum). In der Hochzeit der Vegetationsphase färbt sich das Blattwerk dieser Bäume bereits bräunlich ein und sorgt für herbstliche Tupfer im ansonsten noch sommerlichen Wald. Vielerorts wird der steigende Schadstoffgehalt der Luft dafür verantwortlich gemacht und sicherlich wird dies auch einen Teil dazu beitragen. Im Falle der Gewöhnlichen Rosskastanie liegt die Ursache aber an anderer Stelle.

Miniermotte – Schädling auf dem Vormarsch

Die kreisrunden Flecken auf dem Laub der Rosskastanie sind das Werk eines Kleinschmetterlings. Der Rosskastanienminirmotte (Cameraria ohridella). Die Raupen und Puppen entwickeln sich fast ausschließlich in den Blättern der weißblühenden Gewöhnlichen Rosskastanie und haben durch die extrem schnelle Verbreitung von ihrem Ursprungsgebiet in inzwischen fast alle Gebiete Europas hinein großes öffentliches und publizistisches Aufsehen erregt. Erstmalig nachgewiesen wurde die Art 1984 im nordwestlichen Mazedonien. Bereits fünf Jahre später konnte sie in Österreich nachgewiesen werden. Ihre extrem schnelle Vermehrung ist dadurch zu erklären, dass die Art in Mitteleuropa nur wenige natürliche Feinde hat bzw. dass sich mögliche Fressfeinde diese neue Nische noch nicht erschlossen haben. Über die Herkunft bzw. das Ursprungsland der Miniermotte wurde zunächst heftig debattiert, da die meisten nahe verwandten Arten ausschließlich in Nordamerika vorkommen. Später stellte sich heraus, dass die Art in Albanien ihren Ursprung hat. In den dortigen Schluchten und Tälern hat die Gewöhnliche Rosskastanie ihr natürliches Vorkommen.

Durch die Miniermotte befallene Gewöhnliche Rosskastanie.

Durch die Miniermotte befallene Gewöhnliche Rosskastanie.

Kleiner Schmetterling –  große Wirkung

Ein Befall durch diese Art der Miniermotte hat gravierende Folgen für den betroffenen Baum. Die Fraßgänge (Minen) der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung und damit zum langsamen Welken der Blätter schon im Sommer. Dies führt zu einer Schwächung des Baumes, da die Photosynthese unterbrochen wird. Die Bäume können weniger Nährstoffe aufnehmen. Sie verlieren auch ihre ästhetische Qualität, zumindest Monate früher als ohne Befall durch die Rosskastanienminiermotte. Daraufhin kommt es im späteren Verlauf zu einem erneuten Austreiben der Blätter. Ob die Bäume diesem doppelten Kraftaufwand pro Jahr gewachsen sind muss sich zeigen. Bisher sind noch keine Fälle von abgestorbenen Bäumen bekannt, allerdings existieren auch noch keine Langzeiterkenntnisse über deutlich mehr als 20 Jahre.

Durch die Miniermotte befallenes Blatt der Gewöhnliche Rosskastanie.

Durch die Miniermotte befallenes Blatt der Gewöhnliche Rosskastanie.

Neues Bundesnaturschutzgesetz rettet keine Artenvielfalt

Das Bundesnaturschutzgesetz ist an sich eine feine Sache, legt es doch den Grundstein für den modernen und durchaus wirkungsvollen Naturschutz in Deutschland. Nachdem viele Male die Arbeiten an einem Umweltgesetzbuch angefangen und aufgegeben wurden, liegt die ganze Hoffnung der grünen Branche in ebendiesem BNatSchG. Leider war das Gesetz in den letzten Jahren nicht mehr zeitgemäß und zeigte an vielen Stellen akuten Bedarf zur Nachbesserung. Diese ist nun erfolgt. Der erhoffte  Retter der Biodiversität ist es aber nicht geworden.

Bundesnaturschutzgesetz novelliert – aber nicht konsequent genug

Letzten Donnerstag, den 22. Juni, konnte sich der Bundestag endlich auf eine Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes einigen und führte damit eine peinlich lange Hängepartie zu ihrem Abschluss. Bereist zu Weihnachten 2016 legte das Bundesumweltministerium einen ersten Vorschlag des neuen Gesetzes vor. Umweltverbände wie der NABU hatten sich damals bereits beschwert, dass der Text in seiner damaligen Form den Naturschutz eher schwächen als stärken würde. In der zweiten Fassung aus dem Februar 2017 konnten ein paar der ursprünglichen Fehler  ausgebessert werden aber es bleiben noch genug andere Schwachstellen enthalten. Ich möchte diese im Detail an dieser Stelle nicht wiedergeben, das haben die Kollegen des NABU bereits auf ihrer Seite getan. Vielmehr möchte ich den Umstand anprangern, dass die „gute fachliche Praxis“ der Landwirtschaft  enthalten bleibt. Diese paar Zeilen geben der Landwirtschaft nahezu alle Rechte die Artenvielfalt der Äcker nach Gutdünken zu vernichten. Besonders die “ laut Hersteller empfohlene“ Art der Nutzung von Pflanzenschutzmittel ist ein Frevel für die Biodiversität und alle die sich mit deren Erhalt beschäftigen. Die „Landwirtschaftsklausel“, wie sie auch genannt wird, ist für den heutigen Naturschutz untragbar und zeigt einmal mehr, dass die Bauernzunft den Naturschutz an der kurzen Leine führt.

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