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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Botanicus fatigatus (Seite 1 von 3)

Cirsium eriophorum – die Wollkopf-Kratzdistel

Nicht selten haben Pflanze ganz markant ausgeprägte Merkmale. Häufig helfen diese bei der zweifelsfreien der Bestimmung der Art oder zumindest der Gattung. In solchen Fällen kann der geneigte Botaniker frohlocken und sieht einer angenehmen Bestimmung entgegen. Die Art, die euch heute vorstellen möchte, ist so ein auffälliges Gewächs.

 

 

Artsteckbrief

Die Wollkop-Kratzdistel ist eine krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 50 bis 150 cm erreichen kann. Besonderheit bei ihr ist, dass sie zu den hapaxanthen Pflanzen gehört, d.h. sie blüht nur einmal in ihrem Leben. Ein untrügliches Erkennungsmerkmal ist ihr dicht behaarter Stängel. Ihre mit gelben Stacheln bewährten Laubblätter eignen sich ebenfalls zur Bestimmung der Art. Ihren Namen verdankt sie aber dem einzeln stehenden, dicht behaarten Blütenstand, der einen Durchmesser von bis zu 7 cm aufweisen kann. Dabei handelt es sich allerdings um Ausnahmen.

Lebensraum & Ökologie

Cirsium eriophorum ist in ganz Europa verbreitet und gilt in Deutschland als nicht gefährdet. Die Wollkopf-Kratzdistel gedeiht am besten über Kalk ist aber auch auf sauren Böden anzutreffen. Typische Standorte sind Wegränder, sonnige und steinige Böden, Weiden und Kahlschläge. Die Wollkopf-Kratzdistel ist von der Tallage bis in eine Höhenlage von 2300 Metern anzutreffen.

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Tragopogon pratensis – der Wiesen-Bocksbart

Mitunter tragen Pflanzen eigenartige deutsche Namen. Oftmals sind sie regional unterschiedlich und können innerhalb der Verständigung zu ganz ulkigen Situationen führen. Nicht zuletzt deswegen hat sich die Wissenschaft auf die Verwendung von wissenschaftlichen Namen geeinigt. Eine solche Pflanze die in einer Gesprächsrunden unter Kollegen bereits für konfuse Blicke gesorgt hat, ist der Wiesen-Bocksbart. Diese Art brachte mir schon mehrmals ungläubige Blicke ein und erforderte anschließend Erklärung.

Artsteckbrief

Tragopogon pratensis ist eine krautige Pflanze und kann eine Wuchshöhe von stolzen 70 cm erreichen. Sie gehört zu in die Familie der Asteraceaen (Korbblütler) und führt in ihren saftigen Pflanzenteilen Milchsaft. Aus der fleischigen Pfahlwurzel wächst der glatte, oben leicht angeschwollene Stängel, der innen hohl ist. Das ist obendrein ein ganz sicheres Bestimmungsmerkmal zwischen den verschiedenen Bocksbärten. Neben T. pratensis gibt es bspw. noch T. orientalis, T. dubius, T. australis und noch ein paar mehr. Ein weiteres Merkmal zur eindeutigen Artansprache sind die Laubblätter. Diese werden mittig von einem weißlichen Streifen durchquert. Oftmals sind die Blätter ab der Mitte etwas gebogen und geknickt.

Wer die Art in der freien Natur auffinden will, der muss sich an bestimmte Zeiten halten. Der Wiesen-Bocksbart blüht von Mai bis August und am Vormittag. Kein Witz. Ihre Blütenstände öffnen sich etwa um acht Uhr und schließen sich um die Mittagszeit wieder. Den etwas eigenartigen Namen hat die Pflanze von ihren abgeblühten Zungenblüten. Sind diese verwelkt, ragen die Zungenblüten aus den zusammengefallenen Hüllblättern wie ein „Ziegenbart“ heraus. Charakteristisch sind außerdem noch die an der Spitze braun-violetten Staubblätter, die dem Köpfchen ein gesprenkeltes Aussehen verleihen.

Lebensraum & Ökologie

Die Art ist in Europa heimisch, kommt bis in den Ural vor, fehlt jedoch in Nordeuropa weitgehend. In Nordamerika wurde der Wiesen-Bocksbart eingeschleppt. Quasi als Revanche für alle amerikanischen Neophyten.  Man findet den Wiesen-Bocksbart verbreitet in Fettwiesen, seltener auch in wegbegleitenden Unkrautfluren und Brachen. Er bevorzugt frische, nährstoff- und basenreiche, mittel- bis tiefgründige Böden. Staunässe meidet er, liebt aber Sommerwärme. Die Art gilt in Deutschland als nicht gefährdet und ist noch häufig in der Landschaft anzutreffen.

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Euphorbia seguieriana – die Steppen-Wolfsmilch

Mit der Steppen-Wolfsmilch möchte ich euch eine weitere Art der hiesigen Trockenrasen vorstellen. Das geschulte Auge erkennt die Pflanzenfamilie der vorgestellten Art auf den ersten Blick. Die Bestimmung auf Artebene ist da schon etwas schwieriger. Zum Glück gibt es aber auch hier eindeutige Merkmale, die uns diese Art eindeutig ansprechen lassen. Wie so oft ist auch der Lebensraum der Art sehr von einer Nutzung abhängig und vieler Orts im Schwinden begriffen.

Artsteckbrief

Bei Euphorbia seguieriana handelt es sich um eine ausdauernde krautige Pflanze (kein Gras), welche eine Wuchshöhe von bis zu 40 cm erreichen kann. In Deutschland sowie Sachsen-Anhalt gilt diese Art der heimischen Trockenrasen als „gefährdet“ geht bundesweit im Bestand zurück.

Auf den ersten Blick wird die Art gerne mal mit der häufigeren Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias) verwechselt, dabei sind beide Arten sehr unterschiedlich. Bei E. seguieriana sind die Laubblätter lederig und wirken sukkulent. Die mittleren Laubblätter sind das wohl markanteste Erkennungsmerkmal. Sie bilden mit einer Länge von 10 bis 20 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Millimetern, der lineal-lanzettlich Form sowie einer Stachelspitze einen deutlichen Kontrast zu anderen Vertretern dieser Pflanzenfamilie.

Lebensraum & Ökologie

Die Steppen-Wolfsmilch ist in Eurasien verbreitet. Hier Hauptvorkommen hat diese Art auf kontinentalen Trockenrasen. Als Untergrund bevorzugt sie zudem  trockenwarme, basenreiche, nährstoffarme Löß- und Lehmböden. Wird die Pflanzensoziolge bzw. die Systematik näher betrachtet, so muss man sich wundern. Die Art Euphorbia segueriana nimmt einen Platz innerhalb der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) ein, diese wiederum gehört zur Familie der Wolfsmilchgewächse, den Euphorbiaceaen. Und jetzt kommt der Clou. Die Euphorbiaceaen zählen zu den Rosiden, den Rosengewächsen. Die Wolfsmichgewächse sind daher mit euren Rosen verwandt.

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