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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Botanicus fatigatus (Seite 1 von 3)

Euonymus europaeus – Gemeines Pfaffenhütchen

Mit dem Herbst nähert sich das Jahresende und damit eine eher trübe Jahreszeit. Aber bevor sich die Vegetation zur Ruhe bettet, trumpft die Natur noch einmal richtig auf und schickt nochmal ein paar Farbtupfer in die weite Flur. Ein solcher markanter Farbtupfer ist der Strauch Euonymus europaeus, das Gemeine Pfaffenhütchen. Mit seinen rosafarbenen Blüten ist er der Blickfang schlechthin in der ansonsten herbstgoldenen Landschaft.

Artsteckbrief

Das Gemeine Pfaffenhütchen wird auch Gemeiner Spindelstrauch genannt und erreicht als sommergrüner, aufrechter, reich verzweigter, sparriger Strauch Wuchshöhen von bis zu 3 m, als kleiner Baum auch bis zu 6 m. Sträucher und Bäume besitzen im Alter eine grau-braune, längsrissige Borke. Er ist winterfest und frosthart aber Achtung, die Pflanzenteile sind giftig. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Es werden achsenständige trugdoldige Blütenstände auf einem 1 bis 3 cm langen Blütenstandsschaft gebildet. Sie enthalten meist zwei bis sechs, selten bis zu neun Blüten.

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Lebensraum & Ökologie

Der Gewöhnliche Spindelstrauch ist ein winterkahler Strauch mit wintergrünen Zweigen, also ein Rutenstrauch. Er gehört zu den Flachwurzlern und nennt eine Besonderheit sein Eigen: VA-Mykorrhiza. Die Blüten sind vormännliche „Nektar führende Scheibenblumen“. Die Art ist dreihäusig d. h. neben Pflanzen mit zwittrigen Blüten kommen auch solche mit nur männlichen und solche mit nur weiblichen Blüten vor; bei letzteren sind die Pollensäcke taub. Der Nektar wird vom fleischigen Diskus abgegeben. Besucher sind Insekten aller Art, besonders Fliegen.

Die Früchte sind 4-fächrige, fachspaltige Kapseln. Die Samen hängen am verlängerten Stielchen, dem Funiculus, eine Zeit lang aus der geöffneten Kapsel heraus. Das fördert die Mundverbreitung durch z. B. Drosseln und Rotkehlchen; diese schälen den fleischigen Arillus ab, wobei der verbleibende Samen zu Boden fällt. Der Samen enthält reichlich Nährgewebe und bereits ergrünte Keimblätter. Fruchtreife ist von August bis Oktober. Die Keimung erfolgt erst nach einer Samenruhe von 3–4 Jahren. Vegetative Vermehrung erfolgt durch sich bewurzelnde Kriechsprosse.

 

Lythrum salicaria – der Gewöhnliche Blutweiderich

Die Vegetationsperiode neigt sich in diesem Jahr langsam aber sicher dem Ende entgegen. Das Laub der Bäume beginnt sich zu verdunkeln und auch die Wiesen fahren die letzten Pflanzen in dieser Saison auf. Lässt man den Blick dieser Tage über die feuchteren Wiesen schweifen, so stechen leuchtende, magentafarbene Blütenköpfe  ins Auge. Diese stehen meist in kleineren Gruppen von Artgenossen und gehören dem Blutweiderich (Lythrum salicaria). Diese Art möchte ich euch heute etwas näher vorstellen.

Artsteckbrief

Der Gewöhnliche Blutweiderich gehört zu den ausdauernden, krautigen Pflanzen. Mit einer Wuchshöhe von bis zu 2 Metern und eine Breite von 1,5 Metern hat er eine durchaus stattliche Erscheinung.  Auffallend sind seine zu 50 aufrechte, teils verzweigte, behaarte, vier- bis mehrkantige Stängel. Diese wachsen aus dem Rhizom heran. Da diese Pflanze auch in feuchten bis nassen Bereichen vorkommt, hat sie sich an eine teilweise Überschwemmung perfekt angepasst. Sollten Triebe untergetaucht sein, so entwickeln sie ein Durchlüftungsgewebe (Aerenchym), das das Rhizom mit Sauerstoff versorgt. Ausgefallener wird es aber bei den Blüten dieser Art. Diese sind zwittrig und leuchten von Juni bis September in einem knalligen Purpurrot oder Magenta.  Jeder ähren- oder traubenförmigeBlütenstand kann hundert und noch mehr Blüten enthalten. Die Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Jetzt das Ausgefallene:  Beim Blütenaufbau liegt trimorphe Heterostylie vor: Es gibt drei verschiedene Blütentypen (auf verschiedenen Pflanzenexemplaren):

  • Blüten mit langen Griffeln und mittellangen und kurzen Staubblättern
  • Blüten mit mittellangen Griffeln und langen und kurzen Staubblättern
  • Blüten mit kurzen Griffeln und langen und mittellangen Staubblättern

Lythrum salicaria.

Lebensraum & Ökologie

Der Gewöhnlicher Blutweiderich hat sein Hauptvorkommen auf feuchten Standorten. Häufig verbreitet ist er in Röhrichten, Sümpfen, an Ufern von Seen und Weihern aber auch Flüsse, Bäche und Kanäle sowie Gräben bieten ihm einen Lebensraum. Er bevorzugt die tieferen Lagen und ist etwas wärmeliebend, kommt aber auch noch in mittleren Gebirgslagen vor. Die Standorte sind vor allem nasse oder wechselfeuchte, zeitweise überschwemmte, nährstoffreiche, Sumpfhumusböden. Global betrachtet ist Lythrum salicaria eine eurasiatisch-subozeanische Art und ist sogar noch in Australien anzutreffen. In Nordamerika hingegen ist es eine Problemart und gilt als eine der invasivsten Arten des Landes. Durch fehlende Konkurrenz hat Lythrum salicaria ganze Wiesen überwuchert und breitet sich immer mehr aus. In gewisser Weise ist es die europäische Revanche für die eingeschleppte Roteiche und kanadische Goldrute.

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Cirsium eriophorum – die Wollkopf-Kratzdistel

Nicht selten haben Pflanze ganz markant ausgeprägte Merkmale. Häufig helfen diese bei der zweifelsfreien der Bestimmung der Art oder zumindest der Gattung. In solchen Fällen kann der geneigte Botaniker frohlocken und sieht einer angenehmen Bestimmung entgegen. Die Art, die euch heute vorstellen möchte, ist so ein auffälliges Gewächs.

 

 

Artsteckbrief

Die Wollkop-Kratzdistel ist eine krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von 50 bis 150 cm erreichen kann. Besonderheit bei ihr ist, dass sie zu den hapaxanthen Pflanzen gehört, d.h. sie blüht nur einmal in ihrem Leben. Ein untrügliches Erkennungsmerkmal ist ihr dicht behaarter Stängel. Ihre mit gelben Stacheln bewährten Laubblätter eignen sich ebenfalls zur Bestimmung der Art. Ihren Namen verdankt sie aber dem einzeln stehenden, dicht behaarten Blütenstand, der einen Durchmesser von bis zu 7 cm aufweisen kann. Dabei handelt es sich allerdings um Ausnahmen.

Lebensraum & Ökologie

Cirsium eriophorum ist in ganz Europa verbreitet und gilt in Deutschland als nicht gefährdet. Die Wollkopf-Kratzdistel gedeiht am besten über Kalk ist aber auch auf sauren Böden anzutreffen. Typische Standorte sind Wegränder, sonnige und steinige Böden, Weiden und Kahlschläge. Die Wollkopf-Kratzdistel ist von der Tallage bis in eine Höhenlage von 2300 Metern anzutreffen.

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