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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Botanicus fatigatus (Seite 2 von 3)

Veronica spicata – der Ährige Ehrenpreis

Seit es die Genetik gibt, erleben Pflanzen und Pflanzenfamilien recht turbulente Zeiten. So werden Arten innerhalb verschiedener Familien hin und her geschoben bzw. neue Familien ausgerufen. Eine dieser Arten mit einer bewegten Geschichte möchte ich euch heute vorstellen. Den Ährigen Ehrenpreis oder auch Veronica spicata.

Artsteckbrief

Dieser farbenfrohe Vertreter der Flora gehört in die Familie der Wegerichgewächse und ist bspw. mit Spitz- und Breitwegerich verwandt. Das jeweilige Aussehen lassen es auch beinahe vermuten. Innerhalb der Familie der Plantaginaceae ist der der Gattung der Ehrenpreise zugehörig, den Veronicaceaen. Bevor die Genetiker diese Art in die Finger bekamen, trug sie den Namen Pseudolysimachion spicatum  und davor bereist den aktuellen Namen Veronica spicata. Pseudolysimachion ist eine Untergattung innerhalb der Gattung Veronica. Ein erneutes Wechseln ist allerdings nicht ausgeschlossen. Wie die Natur selbst ist auch die Nomenklatur in ständiger Dynamik. Diese Pflanze ist ausdauernd und kann eine Höhe von bis zu 40 cm erreichen. ie aufrechten, drüsig-behaarten Stängel weisen im oberen Teil waagerecht abstehende oder aufwärts gekrümmte Haare (Trichome) auf. Die stumpflich-lanzettlichen, behaarten Stängelblätter sitzen gegenständig am Stängel und sind am Rand gekerbt gesägt, weiter oben auch ganzrandig.

Lebensraum und Ökologie

Ihr Hauptvorkommen hat die Art auf den heimischen Trocken- und Halbtrockenrasen. Vereinzelt kann sie auch in trockenwarmen Staudensäumen sowie in Wäldern und trockenwarmen Gebüschen auftreten. Hauptsache trocken, der Rest ist relativ. In den jeweiligen Roten Listen für Gefäßpflanzen wird Veronica spicata in Deutschland sowohl in Sachsen-Anhalt in der Kategorie 3 geführt und gilt daher als „gefährdet“. Grund dafür sind Verbrachung und Vergrasung von bereits erwähnten Trocken- und Halbtrockenrasen. Laut Bundesartenschutzverordnung gilt die Art als „besonders geschützt“ und unterliegt strenger Beobachtung. Das ungeübte Auge neigt dazu, diese Art mit dem Langblättrigen Ehrenpreis, Veronica longifolia, zu verwechseln. Diese Art ist jedoch in feuchteren Standorten anzutreffen.

Veronica spicata, der Ährige-Ehrenpreis.

Veronica spicata, der Ährige-Ehrenpreis.

Achillea setacea – die Feinblättrige Schafgarbe

Die Artvertreter der Schafgarben sind nicht so einfach zu bestimmen. Oftmals vermischen sich die jeweiligen Artmerkmale und führen den geneigten Botaniker auf eine falsche Fährte. Ohne Mikroskop, Zeit und Erfahrung steht man vor einer sehr schweren Aufgabe. zum Glück gibt es bei den Schafgarben jedoch eine Ausnahme und diese möchte ich euch heute vorstellen.

 

Artsteckbrief

Bei der Art Achillea setacea handelt es sich um eine indigene Art der Trocken- und Halbtrockenrasen. Sie wird in der Roten Liste für Gefäßpflanzen in der Gefährdungsstufe 3 geführt. Sie gilt somit in Deutschland sowie in Sachsen-Anhalt als „gefährdet“. Allerdings ist die Bestandsentwicklung negativ. In einer aktuelleren Roten Liste wird sie sicherlich auf Stufe 2 rutschen.

Lebensraum und Ökologie

Wie bereits erwähnt, hat diese Art auf Halbtrocken- und Trockenrasen ihr Hauptvorkommen. Oftmals sind Vorkommen dieser Art ausschließlich auf Marginal- und Restflächen zu finden. Sollten auch diese Lebensräume der Sukzession zum Opfer fallen, so würden auch die Populationen von Achillea setacea aus der Landschaft verschwinden. Obwohl lediglich 10% des Verbreitungsareals dieser Art in Deutschland liegen, wäre dies doch ein unschöner Verlust.

Die Feinblättrige Schafgarbe trifft man (sofern man Glück hat) im Flach- und Hügelland der meridionalen bis südlich temperaten Klimazonen an. Dabei erstreckt sich ihr Vorkommen über Europa und West-Asien.

Ihr eindeutiges Bestimmungsmerkmal (ja, so etwas haben weiße Doldenblütler) sind die Blätter am Grund. Diese bilden dichte und markante Büschel und sehen recht „untypisch“ für eine Achillea-Art aus. Ich hoffe auf dem Foto ist es zu erkennen.

Achillea setacea

Achillea setacea (Feinblättrige Schafgarbe)

Consolida regalis – der Gewöhnliche Feldrittersporn

Nachdem sich zum Auftakt dieser Kategorie die Art Muscari teuiflorum die Ehre gegeben hat, möchte ich euch heute die nächste Art vorstellen. Dabei handelt es sich um Pflanze der Kategorie 3 in der entsprechenden Roten Liste und obendrein um meine absolute Lieblingspflanze. Die Rede ist von Consolida regalis, dem Gewöhnlichen Feldrittersporn.

Artsteckbrief

Bei der Art Consolida regalis handelt es sich um eine indigene Art der Äcker und kurzlebigen Unkrautfluren. Sie wird in der Roten Liste für Gefäßpflanzen in der Gefährdungsstufe 3 geführt. Sie gilt somit in Deutschland „gefährdet“. Allerdings ist die Bestandsentwicklung negativ. Hauptursache dafür ist das „falsche“ Bewirtschaften der Felder. Wo einst Blühstreifen eine bunte Farbenpracht präsentierten, gähnt heute, Pestiziden sei Dank, eine monotone Leere. Alle Pflanzenbestandteile sind giftig. Die Samen enthalten die Gifte Lycotonin, Delcosin und Delsonin. Nimmt an diese Art in hohen Dosen zu sich, erleidet man Vergiftungserscheinungen ähnlich denen von Aconitin. In früheren Zeiten war der Hornkümmel (Schlesien) oder Lerchenklau (Ostpreußen) besonders für Rinder gefährlich. Durch den starken Rückgang der Pflanze sind heute Vergiftungen kaum noch möglich.

Lebensraum und Ökologie

Der Gewöhnliche Feldrittersporn benötigt nährstoffreiche Getreideäcker, Wegsäume, Trockenplätze. Er gedeiht auch auf warmen, mäßig trockenen bis frischen, nährstoffreichen und basenreichen, neutral-milden, humosen lockeren Lehmböden. Zusammen mit den Mohnblumen prägte er über viele Jahre hinweg das Bild einer ordnungsgemäßen Landwirtschaft. Charakteristisch für den Rätterspuren (Siebenbürgen) ist seine violette Farbe. Diese Farbtupfer sieht man in der Natur schon aus großer Entfernung. Aber die Art kann auch anders. Mit etwas Glück, erspäht man eine Albinoform.

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