Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Journeyman (Seite 1 von 8)

Reisetagebuch Schweden #3 Naturum Gotland

Man kann nur schützen was man kennt. Diese recht simple Satz enthält die gesamte Weisheit des modernen Naturschutzes und ist in einer Zeit, in der Erhaltungselektronik einen höheren Stellenwert hat als Flora und Fauna wichtiger denn je. Umso erfreulicher finde ich Möglichkeiten, die dem Laien die jeweiligen Schätze aus dem Tier- und Pflanzenreich näherbringen. Auf Gotland, genauer im Ort Vamlingbo, bietet das Naturum dem interessierten Besucher genau diese Gelegenheit. Das Kennenlernen der hiesigen Tier- und Pflanzenwelt auf eine spielerische Art und Weise.

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Reisetagebuch Schweden #2 Linnés Hammarby

Schweden ist ja bekannt für seine weitläufige und abwechslungsreiche Natur. Die Landschaft des Nordens zieht jährlich nicht nur Naturliebhaber in ihren Bann. Aber das Land der Tausend Seen bietet noch mehr, so hat die moderne Botanik schwedische Wurzeln. In Uppsala wurden im 18. Jahrhundert die Grundzüge der noch heute geltenden Nomenklatur für alle bekannten Pflanzenarten erarbeitet. In dem damals kleinen Städtchen Uppsala sollte die Botanik nachhaltig beeinflußt werden.

Botaniker der ersten Stunde

Der Wissenschaftler und seinerzeit bedeutendste  Botaniker Carl von Linné sollte jedem, der sich etwas näher mit Biologie befasst, bekannt sein. Auf sein engagiertes Wirken im 18. Jahrhundert gehen sämtliche wissenschaftliche Namen von Flora und Fauna zurück. Als Professor der Universität Uppsala sammelte er Tiere und Pflanzen aus aller Welt und ordnete sie in das noch heute gültige taxonomische System mit Art, Gattung und Familie. Aus Ländern und Regionen, die ihm zu bereisen nicht möglich waren, ließ er sich Exponate schicken und verpasste ihnen am heimischen Schreibtisch seinen Stempel. Für seine stetig wachsende Sammlung an Exponaten fehlte im nach kurzer Zeit der Platz. Kurzerhand gründete er den noch heute geöffneten Botanischen Garten von Uppsala. Dieser bietet Besuchern die Möglichkeit, die Wirkungsstätte des großen Botanikers hautnah zu erleben sowie in seine einstigen  Räumlichkeiten den Geist vergangener Tage wieder auferstehen zu lassen. Der Garten selbst ist sehr geräumig und weiß mit einer Vielzahl an Pflanzen zu überzeugen. Stellenweise kommt da sogar ein eingefleischter Pflanzenfreund ins Staunen. Oder habt ihr bereits einen 2,50m hohen Sanguisorba officinalis gesehen?

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Linnés Hammarby

Etwas weniger prominent verhält es sich mit dem Sommerhaus von Linné (ca. 15 km südlich von Uppsala). Dieses Anwesen wird nur wenig beworben und so brauchte es schon eine große Portion Glück um es zu finden. Dabei lohnt sich ein Besuch mindestens genauso. Erstmalig erwähnt wurde Hammarby 1337. Der Adlige Olof Styrbjörnsson vom Hause Gren verkaufte das Gut an den Kanoniker der Kathedrale von Uppsala. Durch Verkauf und Erbschaft wechselte der Hof über die Adelsgeschlechter Läma, Stewardt, Gärffelt und von Friesendorff zum Hofjägermeister A. Schönberg. Dieser wiederum veräußerte das Gut 1758 für 80.000 Taler an Carl von Linné. Dieser ließ die ursprünglich aus zwei Gebäuden bestehende Anlage stetig erweitern und schuf sich so einen Rückzugs- und Lernort für die warmen Sommermonate. Auf ausgedehnten Exkursionen durch die umliegende Landschaft zeigte er seinen Studenten floristische Schätze und brachte ihnen die Natur näher. Heute beherbergt das Anwesen ein Museum, in dem die Räumlichkeiten originalgetreu erhalten geblieben sind. Auf dem Gelände befinden sich ebenfalls ein botanischer Garten sowie verschiedene Lehrpfade und Rundwege. Sollte Hammarby bei einer Reise auf eurer Strecke liegen, so schaut dort unbedingt mal vorbei.

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„An der Saale hellem Strande“ – Etappe 6 des Saaleradwegs

Eines meiner Lebenszeit-Projekte ist der Saaleradweg. Immer mal wieder radeln ich eine Etappe und arbeite mich so Kilometer um Kilometer Von der Saalemündung bei Barby bis zur Quelle bei Münchberg vor. Radfahren verbindet das beste aus zwei Welten. Die sportliche Ertüchtigung auf der einen und die hohe Flexibilität auf der anderen Seite. Mit welchem Fortbewegungsmittel sonst kommt man umweltfreundlich so schnell von A nach B. Reisen mit dem Drahtesel sind mir immer wieder eine Freude. Nicht zuletzt wegen der neuen Bekanntschaften unterwegs. Gestern war die sechste Etappe an der Reihe und ich versuche mich mal an einem Streckenbericht.

Streckenverlauf der 6. Etappe des Saaleradwegs.

Etappe 6 des Saaleradwegs: Jena – Naumburg (Saale)

Am gestrigen Samstag wollte die Etappe Jena – Naumburg des Saaleradwegs geradelt werden. Ausgangspunkt war der „Landgraf“ in der Carl-Zeiss-Stadt. Dahinter verbirgt sich ein Aussichtsturm, der einen wunderschönen Blick auf die Stadt bietet. Vorher sind aber 18% Steigung zu überwinden. Liegt Jena dann im Rücken, führt der Radweg immer der Saale entlang. Links und rechts zeigen sich majestätische Berge. Das Grundgestein ist Kalk und lässt an manchen Standorten Orchideen vermuten. Leider bekommt man auch die Topographie der Strecke zu spüren. Es hatte kurz vor dem Start ordentlich geregnet und in dem Saaletal wurde es sehr schnell unheimlich schwül. Vergleiche mit einem Waschhaus drängten sich mir geradezu auf. Die Streckenführung ist durchaus abwechslungsreich und mit Sehenswürdigkeiten gespickt. Die Schlösser bei Dornburg sind trotz beschwerlicher Bergetappe, ein lohnendes Ziel. Im dortigen Biergarten können sich Beine und Seele erholen. Das Panorama über Dornburg entschädigt für die knapp 20% Steigung.

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Leider führt die Strecke auch an landwirtschaftlichen Flächen vorbei. Die geradezu waldartig anmutenden Maisfelder trüben die Schönheit der Landschaft. Diese sind aber schnell durchquert. Erwähnenswert sind die beiden Burgen Saaleck und Rudelsburg. Der Radweg führt entweder unterhalb der Anlagen oder direkt vorbei. Wer den unteren Streckenverlauf wählt, wird mit einem herrlichen Blick auf die beiden Bauwerke belohnt. In Bad Kösen kann das dortige Gradierwerk bestaunt werden. Es ist zwar nicht das größte seiner Art in Deutschland, diese Ehre gebührt Bad Dürrenberg, aber im Gegensatz dazu ist es noch aktiv. So langsam nähert sich der Radweg Naumburg und damit der besten Weinanbauregion Deutschlands. Schon aus der Ferne werden die Weinberge sichtbar und damit auch die unzähligen Ausspannen und Winzercafés. Sollte es euch einmal in die Gegend zwischen Jena und Naumburg führen, sagt ihr liebe Grüße und genießt es.

Höhenprofil der 6. Etappe des Saaleradwegs.

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