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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Journeyman (Seite 2 von 8)

Reisetagebuch Schweden #1 Langhammars Raukar

In den letzten Wochen habe ich Schweden unsicher gemacht. Besonders Gotland wurde ausgiebig bereist. Das Eiland in der Ostsee bietet durch sein Grundgestein beste Voraussetzungen für ein reichhaltiges Vorkommen von floristischen Schätzen. Besonders Orchideen genießen den kalkigen Boden vollen Zügen. Um euch ein wenig an den vergangenen Wochen teilhaben zu lassen, habe ich mich für Beiträge in Form von Reisetagebüchern entschieden. Den Anfang machen die Kalkfelsen (Rauken) von Langhammars.

Langhammars – eine Landschaft voller Schönheit

Langhammars ist eine Ortschaft sowie ein Naturreservat sowie ein Natura-2000 Gebiet auf der Insel Fårö, nördlich von Gotland. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein hat, die Gegend hat eine Menge zu bieten. So kann man bspw. Gotlands besterhaltensten Agrargebiete aus dem Mittelalter bewundern. Der klare Fokus liegt aber auf den Felsen aus Kalkstein. Die sogenannten Rauken oder Rauks befinden sich etwas nördlich von Langhammars auf der Halbinsel Langhammarshammaren.

Rauken – versteinerte Zeugen der Urzeit

Der Rauk oder die Rauken sind Kalksteine mit einer Höhe von bis zu 10 m und zu finden u.a. an den Küsten Gotlands und Fårös. Ihre Entstehung geht bis in das Kambrium (vor 543 Million Jahren) zurück. Damals wurden die Gebiete der heutigen Ostsee und Südskandinaviens von Süden her überschwemmt.

Zum Ende des Silurzeitalters bildete sich schließlich ein Flachmeer. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Gotland noch auf der Südhalbkugel und triftete erst langsam gen Norden. Die Sedimente von heute zeigen noch Spuren des einst wechselnden Klimas sowie der unterschiedlichen Breitengrade. So bildete sich vor rund 490 Millionen Jahren in dem Gebiet von Gotland und Öland, das sich inzwischen am Äquator befand, ein großes Korallenriff. In den flacheren Küstenregionen lagerte sich mit den Jahrtausenden Riffkalk ab. Dieser bildet sich vor allem aus großen Ansammlungen von Schwämmen und Korallen.

Entstehung aus dem Meer

Die letzte große Eiszeit (vor ca. 10.000 Jahren) gab den heutigen Felsen durch Auswaschung und Erosion ihren letzten Schliff bzw. ihre Gestalt. Ein weiterer Faktor ist die chemische Verwitterung, die durch das natürliche Vorkommen von Kohlensäure im Regenwasser verursacht wird. Die Rauken die Überbleibsel eines einst großen tropischen Meeres und zeugen von der wechselhaften Geschichte der Entstehung der heutigen Kontinente.

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Im Untergrund von Budapest

Meinen Neujahrsurlaub verbrachte ich in der Hauptstadt Ungarns. Budapest. Und wie das nun einmal so ist, kann man als Naturliebhaber nicht raus aus seiner Haut und so ist man irgendwie immer im Dienst. Demzufolge zog es mich in eine der Sehenswürdigkeiten der Marke „made by nature“. Die Karsthöhlen des Duna-Ipoly Nationalparkes. Genauer gesagt die Szemlö-Hegy und Pál-Völgyi. Für mich überraschend: unter der Stadt befinden sich 140 Höhlensysteme mit teilweise einer Länge von 30 km. Diese teilweise begehbaren Höhlen sind um die 40.000.000 Millionen Jahre alt und bieten auch Zeitzeugen von damals. Fossilien in Form von Muscheln bedecken die Wände und sind nicht nur für Wissenschachftler interessant. Natürlich haben die dunklen Gänge auch abgesehen von wissenschaftlicher Neugier etwas zu bieten. Da wären beispielsweise die teils abstrakten Formen der Tropfsteine. Mit etwas Fantasie lassen sich einige Tiere erkennen. Beispielsweise auf dem folgenden Bild. Die Auflösung gibt es dann ein Bild weiter.

Wer hat es erkannt bzw. überhaupt gesucht? Mit etwas Fantasie erkennt man eine Herde Elefanten. Um den Bogen nun wieder zum Naturschutz zu schlagen, die Höhlen beherbergen insgesamt 8 Fledermausarten mit 200 Individuen. Daher sind auch weite Teile für den Touri gesperrt. Ebenfalls sind diese Höhlen ein Lebensraumtyp der FFH-Richtlinie und stehen daher unter gesetzlichen Schutz. LRT 8310 umfasst nicht touristisch erschlossene Höhlen und zielt damit auf den Schutz von überwiegend endemischen Arten ab. Die Führungen sind auf Wunsch in englischer Sprache und lassen sich bequem erlaufen. Alternativ gibt es auch „Caving-Tours“ die euch dann etwas mehr abverlangen. Ausgerüstet mit Seil und Helm geht’s durch Kamine, schmale Öffnungen und an Felswänden entlang. Definitiv ein Erlebnis wert. Um euch einen kleinen Eindruck vermitteln zu können, habe ich mal ein paar Bilder für euch herausgesucht.

Wanderung durch Böhmen – Christophhammer

Wie immer bei schönem Wetter geht es auch am Wochenende in die Natur. Vorzugsweise um zu wandern. Lässt es sich einrichten, so geht es auf Schusters Rappen durch’s heimische Erzgebirge. Heutiges Ziel war das Dörfchen Christophhammer. Als Startpunkt hatte, auf deutscher Seite, Satzungen die Ehre. Da sich das Ziel zu keinem Zeitpunkt der Wanderung fix ist, kam irgendwann die Preßnitztalsperre ins Spiel. So ging es stellenweise  über Stock und Stein und dichten Tann.  Überwiegend Fichten begleiteten die sehr gut in Schuss gehaltenen Wege. Stellenweise reihte sich Schafgarbe und (geruchslose) Kamillen mit ein. Ein Pluspunkt hat die Gegend mit ihrer geringen Besiedlung. Mitunter können Stunden vergehen, bis man anderen Wanderern begegnet. Die Talsperre der Preßnitz ist ca. 50 m tief und  hat einen Speicherraum von ca. 49,5Mio. Kubikmeter.

Preßnitztalsperre bei Christophammer in Böhmen.

Keine fünfhundert Meter von der Talsperre entfernt befindet s ich der Ort Christophhammer (Kryštofovy Hamry ). Der nächstgelegene Ort ist Schmalzgrube auf deutschen Boden. Wer sich die Gegend von oben anschauen möchte, der kann den 994 m hohen Haßberg erklimmen, er ist auch der höchste Berg in der Region.

Ortseingangsschild von Christophammer.

Ortseingangsschild von Christophammer.

Im beginnenden 15. Jahrhundert wurden in der Umgebung von Preßnitz um die 26 Hammerwerke errichtet, davon eines im Ort. Leider wurde es während des Hussitenkrieges vollständig zerstört. Das namensgebende Werk entstand jedoch erst später. 1621 ließ der Oberberghauptmann von St. Joachimsthal, Christoph Graf von Grünberg, eine neue Fabrikstätte errichten, den Hammer des Heilligen Christoph. Ursprünglich bestand es aus Hochofen, zwei Schmieden, einer Mühle, ein Sägewerk und ein Teich, später wurde es in ein Messingwerk umgebaut und belieferte Kunden bis nach Prag.

Auf der Straße nach Christophammer hatte ich heute eine Begegnung der besonderen Art. Ein kleiner Grashüpfer hatte es sich zum Sonnenbaden bequem gemacht und ließ es sich gutgehen. Man könnte meinen, er lächelt sogar etwas.

Kleiner Grashüpfer auf der Straße beim Sonnenbaden.

Wer einmal in der Gegend sein sollte, der kann sich hier von der exzellenten tschechischen Küche überzeugen. Die Strecke ist insgesamt sehr gut machbar. Alle Wege sind bestens beschildert und passierbar. Wer nicht zu Fuß durch diesen Teil Böhmens reisen will, der kann sich auch getrost auf sein Fahrrad schwingen und alles im Sattel erkunden. Vielleicht sieht man sich ja mal in der Gegend.

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