Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Linsengeschichten (Seite 1 von 4)

Ein Sway durch Böhmen

Wenn sich die Gelegenheit bietet, verbringe ich die Winterzeit gerne im Erzgebirge. Das ist für mich Heimat und Herkunft. Wenn man wie ich, das ganze Jahr über in einer landschaftlich eher bescheidenen Gegen lebt, weiß man die sanften Hügel und Berge des Erzgebirges zu schätzen.

Auch diesen Winter war ich wieder im Schnee unterwegs und habe auch das ein oder andere Foto gemacht. Streift man so durch die oftmals menschenleere Landschaft, spürt den schneidenden Wind im Gesicht und lässt die Kälte an die Haut bekommt wird das beschwerliche Leben der einstigen Siedler etwas greifbarer.

„Rotes Elfenbein“ bringt Vogel auf Rote Liste

GreifvogelDie Gier des Menschen treibt mitunter sonderbare Blüten. Die illegale Jagd nach Elfenbein hat sich bisher auf Elefanten, Flusspferde, Walrösser und Narwale konzentriert, jetzt bekommt ein weiterer, bisher unbeachteter Vertreter des Regnum Animale die menschliche Gier zu spüren. Der Schildschnabel. Dieser aus der Ordnung Hornvögel stammende Vogel hat einen Schnabelaufsatz aus Horn. Dieser Aufsatz macht bis zu 10% des Gesamtgewichts aus. Besonderheit bei dem Schildschnabel: der Schnabel beherbergt keine Luftkammern, er ist also massiv und daher begehrt. Obwohl diese Art noch häufig anzutreffen ist, nimmt der Bestand aufgrund der genannten Gründe ab. Die Art wird im CITES Anhang I mit totalem Handelsverbot geführt. Diese Schritte sind auch absolut notwendig. Zwischen 2012 und 2014 wurden alleine in Indonesien und China mehr als 2000 illegale Schnäbel und Schädelteile konfisziert. Wie immer bestimmt die Nachfrage den Preis und die Produktion. Besonders die traditionelle chinesische Medizin schreibt dem Pulver aus diesem Schnabel eine besondere Heilkraft zu. Es kostet aktuell das Dreifache als Elefanten-Elfenbein. Wie die Kollegen von naturschutz.ch berichten, werden jährlich 6000 Schildschnäbel getötet. Dieser irrsinnigen Jagd hat es der Piepmatz zu verdanken, dass er von „potentiell gefährdet“ auf „vom Aussterben bedroht“ hochgestuft wurde.

Im schönen Schwarzwassertal, wo’s ist besonders schmal…

Die Natur kann man auch bei nassem Wetter genießen. Besonders gilt das für das Erzgebirge. Dessen Berge und Täler sind zu jeder Jahres- und Wetterzeit etwas Besonders. Neuestes Ausflugsziel war das Schwarzwassertal bei Pobershau in dessem Tal sich die schwarze Pockau ihren Weg durch die Felsen bahnt. Ausgangspunkt der Wanderung war der Katzenstein, welcher  oberhalb der Pockau einen weiten Lug in’s Land ermöglicht. Jedenfalls bei schönem Wetter. Einzig der Abstieg hinunter zum Fluß war stellenweise etwas fordernd. Schnee und rutschiges Laub waren nicht gerade förderlich.

Feenhöhle im erzgebirgischen Schwarzwassertal.

Feenhöhle im erzgebirgischen Schwarzwassertal.

In einem winterlichen Wald komme ich mir nicht selten vor wie in einem Märchenwald. Wenn Sonnenstrahlen die Regentropfen in den, in Ästen hängenden, Bartflechten wie Diamanten funkeln lassen, hat das etwas von einer anderen Wald. Aber so ein Wald kann auch anders. Im einen Moment verklärt und märchenhaft, im anderen brachial und gnadenlos. Eine Fehlanpassung an den Standort oder eines Merkmales wird nicht selten mit dem Tod bestraft. So finden sich überall Bäume die im Wettstreit mit den Naturgewalten den Kürzeren gezogen haben. Mutter Natur ist eine gnadenlose Lehrmeisterin, aber die beste die wir haben.

Umgestürzte Fichte. Die Natur ist gnadenlos.

Umgestürzte Fichte. Die Natur ist gnadenlos.

Im Tal der schwarzen Pockau ist es nicht minder traumhaft. Hier rauscht der Fluß durch steile Felswände und lässt die ungestüme Kraft die er innehat erahnen. Nicht grundlos sprachen die Naturvölker vom Flussvater. Mich stimmen Flüsse immer etwas nachdenklich. Wie selbstverständlich nehmen wir es als gegeben hin, dass wir schwere Lasten auf ihren Rücken transportieren. Aber noch etwas anderes bewegt mich. Ihre Rastlosigkeit. Haben sie einmal einen Ort verlassen, kehren sie nie wieder an ihn zurück.

Die schwarze Pockau im Schwarzwassertal im sächsischen Erzgebirge.

Durch die starken Strömungen und Verwirbelungen ist das Wasser reich an Sauerstoff. Das freut litorale Tierarten wie Forelle und Co aber auch botanisch ist hier im Sommer einiges los. An Orten wie diesen kann man hin und wieder seltene Pflanzen entdecken oder einfach mal abschalten. Wer bis hier hin gelesen hat und sich fragt, warum ich euch von einem solchen Ausflug erzähle, dem gehört ertsmal mein Dank unf zweitens meine Schuldigkeit. Vielleicht möchte ich auch von der Schönheit des Erzgebirges überzeugen, euch animieren auch einmal wieder in die Natur zu gehen und nach dem Schönen Ausschau zu halten oder von allem ein bisschen.

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