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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Nachhaltigkeit (Seite 1 von 37)

Schwimmen für den Meeresschutz

Gewässer leiden unter der Knute der Menschheit besonders schlimm. Seit längerem schon werden sie als Müllkippen für allerlei Abfall missbraucht. Mit Instrumenten wie der Wasserrahmenrichtlinie möchte man entgegensteuern aber die Umsetzung krankt an Bequemlichkeit und mangelnder Konsequenz. Im aktuell laufenden „Wissenschaftsjahr 2016/2017 – Meere und Ozeane“ soll ein Zeichen gegen die anhaltende Belastung der Gewässer gesetzt werden. Dazu hat man sich eine klasse Aktion ausgedacht. Schwimmen für den Gewässerschutz

Elbschwimmstaffel – schwimmen für den Gewässerschutz

Am 24. Juni startet im „Wissenschaftsjahr 2016/2017 – Meere und Ozeane“ die größte Freiwasser-Schwimmstaffel Deutschlands: In Bad Schandau (Sachsen) machen sich die ersten von über 250 Schwimmerinnen und Schwimmern auf den Weg die Elbe hinunter. In 19 Etappen durchqueren sie sechs Bundesländer und kommen dabei auch an einer Vielzahl von Städten vorbei. Interessierte Zuschauer können die Aktiven anfeuern oder bei den Forschungsexperimenten an Land selbst aktiv werden. Ihren Abschluss findet die Staffel am 12. Juli, nach 575 Flusskilometern, in Geesthacht (Schleswig-Holstein).

Das Logo der Wissenschaftsjahr_2016_17_Elbschwimmstaffel

Die Botschaft der Elbschwimmstaffel ist klar: Das Meer beginnt hier – in einem Fluss, dessen Wasserqualität sich durch gemeinsame Anstrengungen von Politik, Behörden, Wissenschaft und Gesellschaft deutlich verbessert hat. Denn davon profitieren schließlich Meere und Ozeane, in die die Elbe und andere Flüsse münden. Bei der Elbschwimmstaffel werden begleitend Forschungsprojekte durchgeführt und präsentiert. Wissenschaftsteams nehmen von einem Boot aus Proben und messen so etwa die Wasserqualität oder prüfen die Belastung mit Mikroplastik entlang der Strecke. Einige Etappenziele bieten Forschungsstationen, an denen man selbst experimentieren kann. Außerdem bieten diese Informationen über die Wiederansieldung ehemals heimischer Fischarten in der Elbe.

Elbschwimmstaffel – Fakten, Fakten, Fakten

Die Elbschwimmstaffel ist ein Ereignis, welches sicherlich einer näheren Vorstellung bedarf. So habe ich mal die wichtigsten Fakten und Infos für euch kurz und bündig zusammengetragen.

Was ist die Elbsschwimmstaffel?

Es ist die längste Freiwasser-Schwimmstaffel in deutschen Gewässern. Sport trifft
Wissenschaft, wenn man es auf eine Kurzformel bringt. Start ist in Bad Schandau, Ziel dieStaustufe Geesthacht. Drei wissenschaftliche Projekte begleiten die Elbschwimmstaffel mit einem Forschungsboot.

Wer? Wann? und Wo?

  • 3 Wochen vom 24.06.-12.07.2017
  • Sechs Bundesländer, 19 Etappen, 575 Kilometer Schwimmstrecke
  • Über 200 Amateur-Schwimmer
  • Pro Teilnehmenden werden zwei Kilometer flussabwärts geschwommen

Somewhere beyond the sea...

Warum dieser Aufwand?
Im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane geht es darum, auf diesen größten Lebensraum des Planeten aufmerksam zu machen. Unter dem Leitgedanken „Entdecken. Nutzen. Schützen.“ werden Meere, Ozeane und Gewässer genauer in Augenschein genommen. Sie sind Sehnsuchtsorte, Handelswege, Nahrungsquelle und Arbeitgeber – und verdienen besonderen Schutz.
Das Beispiel Elbe zeigt, wie der einst schmutzige Fluss wieder sauber wurde. Mit sauberen Flüssen tragen wir dazu bei, auch die Meere und Ozeane zu schützen. Denn alles, was in unsere Fließgewässer gelangt, wie etwa Plastikmüll oder Abwasser mit schädlichen Spurenstoffen, landet schließlich in den Meeren und Ozeanen und beeinflusst das marine Ökosystem. Erst ein umfassendes Verständnis für diese Zusammenhänge führt zu einer nachhaltigen Nutzung und einem effektiven Schutz der Meere und Ozeane.

Flußlauf.

Begleitende Forschung

Die Elbschwimmstaffel wird von drei wissenschaftlichen Projekten der folgenden
Hochschulen begleitet: Technische Universität Berlin, Karlsruher Institut für Technologie, Technische Universität Dresden. Die Wissenschaftsteams nehmen über die gesamte Strecke von einem Forschungsschiff aus Proben und messen so etwa die Wasserqualität, Algenwachstum oder prüfen die Belastung mit Mikroplastik.

Schuhwerk aus Algen

Algen sind nicht nur wichtige Filtrierer und Nahrungsquellen in den Meeren und Ozeanen, sie können nauch zum Problem in den Gewässern werden. Nehmen die Algenbestände zu und verbrauchen mehr Sauerstoff, droht ein Gewässer „umzukippen“. Meist passiert dies als Folge einer Eutrophierung und das Ableben der Wasserorganismen ist eine mögliche Folge. Ein Unternehmen aus Großbritannien versucht dieses Problem nun in den Griff zu bekommen. Mit Schuhen.

Schuhe aus Algen

Die Algenbestände in den Gewässern werden durch steigende Temperaturen begünstigt. Eine steigende Algenproduktion ist die Folge. Eine Möglichkeiten zur Beseitigung der Wasserpflanzen ist die Mahd. Mittels Mähbooten wird der Grund von der grünen „Plage“ befreit und das Gewässer kann wieder atmen. Eine andere, weitaus kreativere Lösung sind Schuhe. Algen werden schon seit geraumer Zeit als Grundlage einer Vielzahl an Produkten genutzt. Eine davon ist Schaumstoff. Das machen sich die Unternehmen Vivobarefoot (London, UK) und Bloom (Mississippi, USA) zu nutze und fertigen in Kooperation einen Sportschuh aus Algen. Die Firma Bloom übernimmt dabei den Part des Zulieferes, hat man sich doch auf die Beerntung von Teichen und Seen spezialisiert. Die so gewonnene Biomasse nutzt Bloom um daraus eine Art Schaumstoff mit dem klangvollen Namen Ethylen-Vinylacetat (EVA) herzustellen. Dieser Stoff dient Vivobarefoot als Grundlage für den fertigen Schuh.

Eine Abbildung einer Algenpflanze unbestimmter Art.

Algen-Schuhe mindern CO2-Fußabdruck

Glaubt man den Aussagen der Akteure, so wird durch die Herstellung eines Paar Sneakers 215 Liter sauberen Wassers zurück ins Ökosystem geführt und 40 Ballons CO2 eingespart. Auf die Frage, warum man sich so einen Schuh aus Algen überhaupt kaufen sollte, gibt es auch eine passende Antwort. Algenblüten bedrohen das marine Leben weltweit. Chemie-Abfälle, die zumeist mit Nitraten und Phosphor angereichert sind, sickern in unsere Gewässer und bieten den perfekten Nährboden für Algen. Diese wiederum setzen Toxine frei, die schädlich für Mensch und Tier sind. Algen entziehen dem Wasser zudem Sauerstoff und schirmen Sonnenlicht ab, welches essenziell für alle Lebensformen im Meer ist. Eine Algenplage führt deshalb zu einem Massensterben im Wasser und damit zusammenhängend von Lebewesen, die ihre Nahrung aus dem Meer beziehen. Wer schon jetzt ungeduldig mit den nicht algen-beschuhten Füßen wackelt, muss sich noch etwas gedulden. Ab Juli wird der Ultra III online zu erwerben sein (Quelle: utopia.de).

 

 

Staatenallianz gegen Plastikmüll in den Meeren

Die Meere und Ozeane dieser Welt erleben derzeut eine Nutzung als Müllkippe Deponie von entsorgtem Abfall. Das Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ lässt den Menschen sein schändliches Tun vergessen. Mit keiner Silbe wird dabei an die zerstörerische Auswirkung auf Pflanze, Tier und Lebensraum gedacht. Nun soll eine breitgefächerte Allianz aus Staaten sich diesem Problem in den Weg stellen und es endlich in den Griff bekommen. Lippenbekenntnisse oder Durchbruch?

G20-Staaten gegen Müll in den Meeren

Die G20-Staaten haben sich unter deutscher Präsidentschaft auf einen Aktionsplan gegen Meeresmüll geeinigt. Dieser wurde gestern in Bremen bei einem Treffen von Regierungsvertretern, Fachleuten sowie Vertretern und Vertreterinnen aus Wirtschaft, Zivilorganisationen und Wissenschaftsvertretern der amtierenden G20-Staaten beschlossen. Die Länder verpflichten sich demnach, den Eintrag von Abfällen aus Flüssen und Abwässern in die Meere deutlich zu verringern. Dazu wollen sie ihre Politik stärker auf Abfallvermeidung, nachhaltiges Abfallmanagement und Ressourceneffizienz ausrichten. Die G20 folgen damit den G7-Staaten, die 2015, ebenfalls unter Vorsitz Deutschlands, einen Aktionsplan gegen Meeresmüll beschlossen hatten.

Weltweit befinden sich schätzungsweise bis zu 140 Millionen Tonnen an Abfällen in den Meeren. Der Großteil sind Kunststoffverpackungen und Kunststoffreste. Besonders betroffen ist der Pazifik. Hier befinden sich besonders große Müllmengen auf der Meeresoberfläche. Sie bilden mittlerweile Inseln aus, die teilweise die Größe Mitteleuropas einnehmen. Vor allem Meerestiere wie Seevögel und Fische leiden unter der Belastung mit größeren und kleineren Kunststoffpartikeln. Laut des Aktionsplans verpflichten sich alle G20-Staaten, Abfalleinträge die über Gewässer, das Abwasser oder von den Küsten kommen, stärker in das politische Handlungsfeld zu rücken. Die Abwasserreinigung und ein funktionierendes Abfallmanagement sind wesentliche Stellschrauben, um die Abfalleinträge in die Meere deutlich zu verringern. Ein nennenswerter Teil des Meeresmülls stammt auch aus Abwässern oder gelangt aus Seen und Flüssen unkontrolliert und ungefiltert direkt in die Meere.

Im Zentrum der Beratungen stand zudem die Erkenntnis, dass die Etablierung einer funktionierenden Abfallwirtschaft nicht nur zu verbessertem Meeresschutz, sondern auch zu besseren Einkommensverhältnissen in den betroffenen Ländern beitragen kann. Zu besseren Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch unter den G20-Staaten soll es zudem ein freiwillige Plattform geben, das „Global Network of the Committed“ (GNC). Dieses soll die Umsetzung des G20-Aktionsplanes sicherstellen. Gleichzeitig sollen damit auch Stakeholder jenseits der G20 Staaten eingebunden werden.

Nun klingt das alles fast zu schön um wahr zu sein. Aber in meinen Augen sind es bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich spürbar etwas ändert, nur hohle Floskeln. Ein generelles Verbot von Plastiktüten im Supermakt sowie eine grundsätzliche Neuausrichtung des Verpackungswesens (bspw. Müslipackungen) sind ein längst überfälliger Schritt. Wieso wird an dieser Stelle nichts messbares unternommen?  Die Absichten hinter dem Ansinnen sind zweifelsohne von nobler Natur, jetzt muss nur geliefert werden (Quelle: BMUB)

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