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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Natur erleben (Seite 1 von 22)

Reisetagebuch Schweden #1 Langhammars Raukar

In den letzten Wochen habe ich Schweden unsicher gemacht. Besonders Gotland wurde ausgiebig bereist. Das Eiland in der Ostsee bietet durch sein Grundgestein beste Voraussetzungen für ein reichhaltiges Vorkommen von floristischen Schätzen. Besonders Orchideen genießen den kalkigen Boden vollen Zügen. Um euch ein wenig an den vergangenen Wochen teilhaben zu lassen, habe ich mich für Beiträge in Form von Reisetagebüchern entschieden. Den Anfang machen die Kalkfelsen (Rauken) von Langhammars.

Langhammars – eine Landschaft voller Schönheit

Langhammars ist eine Ortschaft sowie ein Naturreservat sowie ein Natura-2000 Gebiet auf der Insel Fårö, nördlich von Gotland. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht den Anschein hat, die Gegend hat eine Menge zu bieten. So kann man bspw. Gotlands besterhaltensten Agrargebiete aus dem Mittelalter bewundern. Der klare Fokus liegt aber auf den Felsen aus Kalkstein. Die sogenannten Rauken oder Rauks befinden sich etwas nördlich von Langhammars auf der Halbinsel Langhammarshammaren.

Rauken – versteinerte Zeugen der Urzeit

Der Rauk oder die Rauken sind Kalksteine mit einer Höhe von bis zu 10 m und zu finden u.a. an den Küsten Gotlands und Fårös. Ihre Entstehung geht bis in das Kambrium (vor 543 Million Jahren) zurück. Damals wurden die Gebiete der heutigen Ostsee und Südskandinaviens von Süden her überschwemmt.

Zum Ende des Silurzeitalters bildete sich schließlich ein Flachmeer. Zum damaligen Zeitpunkt befand sich Gotland noch auf der Südhalbkugel und triftete erst langsam gen Norden. Die Sedimente von heute zeigen noch Spuren des einst wechselnden Klimas sowie der unterschiedlichen Breitengrade. So bildete sich vor rund 490 Millionen Jahren in dem Gebiet von Gotland und Öland, das sich inzwischen am Äquator befand, ein großes Korallenriff. In den flacheren Küstenregionen lagerte sich mit den Jahrtausenden Riffkalk ab. Dieser bildet sich vor allem aus großen Ansammlungen von Schwämmen und Korallen.

Entstehung aus dem Meer

Die letzte große Eiszeit (vor ca. 10.000 Jahren) gab den heutigen Felsen durch Auswaschung und Erosion ihren letzten Schliff bzw. ihre Gestalt. Ein weiterer Faktor ist die chemische Verwitterung, die durch das natürliche Vorkommen von Kohlensäure im Regenwasser verursacht wird. Die Rauken die Überbleibsel eines einst großen tropischen Meeres und zeugen von der wechselhaften Geschichte der Entstehung der heutigen Kontinente.

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Natur und Tourismus für die Biodiversität

Oftmals wird dem Naturschutz vorgeworfen, er nehme den Leuten die Natur weg und möchte den Bürger „aussperren“. Hin und wieder führen sich zwar manche Behördianer wie Provinzfürsten auf, aber im Großen und Ganzen ist das kein Ansinnen des heutigen Naturschutzes. Die Arten sind dort, wo die Menschen sind und diese haben ein Anrecht darauf, Natur zur erleben. Außerdem profitiert auch die Biodiversität von einer verträglichen Kombination aus Natur und Tourismus.

Internationaler Tag der Biodiversität 2017

Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. kommt in ihrer neuesten Umfrage zu erstaunlichen Zahlen. Demnach suchen immer mehr Deutsche bei der Wahl des Urlaubsortes gezielt nach Naturerlebnisangeboten. Für knapp 55% der Deutschen ist dies ein ausschlaggebendes Kriteritum. Diese Reiselust kann man sich durchaus zu Nutze machen. Beispielsweise dann, wenn Erlöse daraus in Schutzmaßnahmen des Gebiets fließen. Aber auch die Sensibilisierung sowie die Wertschätzung der Leute für den jeweiligen Naturraum kann gesteigert werden. Und Wertschätzung braucht die Natur immer noch jede Menge. Einen großen Verdienst dahingehend hat die App „Beach Explorer„. Mit Hilfe dieser kostenlosen App der Schutzstation Wattenmeer e. V. können Gäste, Anwohner, Schutzgebietsbetreuer sowie Schulklassen an der Nordsee ihre Strandfunde (Tiere, Pflanzen, Steine, Gegenstände) per Smartphone fotografieren, auf ein Portal hochladen und identifizieren. User erfahren, ob sie eine Entdeckung gemacht haben und tragen so zur wachsenden Datenbank bei. Ende 2016 hatten rund 900 Personen 15.000 Funde gemeldet – fünf Arten konnten sogar in Deutschland erstmals nachgewiesen werden. Ein PokémonGO! mit Sinn wen man so möchte.  (Quelle: BMUB).

 

Vogelbestimmung leicht gemacht

Viele Naturschützer haben ihren Einstieg über die Ornitologie gemacht. Die Vogelkunde ist ein durchaus spannendes Feld und einer der vielfältigsten Bereiche die ich kenne. Ist man erstmal dabei, so macht dieses PokémonGO in der Realwelt jede Menge Spaß. Aber der Weg zum kundigen Vogelfreund ist lang und mühsam. Bis man die verschiedenen Vögel an ihren Rufen und ihrem Aussehen erkennt, muss man üben. Viel üben. Der NABU gibt euch dafür eine kleine Starthilfe.

Vogelbestimmung auf den ersten Blick

Scherzhaft wird die Avifauna in zwei Bereiche unterteilt. In „kleiner brauner Vogel“ und „kleiner grauer Vogel“. Dies mag bei vielen Artvertretern passen, ist aber natürlich nicht korrekt. Die richtige Ansprache anhand des Äußeren ist komplizierter und erfordert Durchhaltevermögen und Übung. Damit ihr aber nicht ganz chancenlos seid, hat sich der NABU eine feine Starthilfe einfallen lassen. Bildvergleiche von sich ähnelnden Arten. Sicherlich deckt diese Hilfe nicht alle Fälle ab. Eine Hilfe ist sie aber allemal. Den Originalbeitrag auf der Seite des NABU findet ihr hier.

 

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