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Naturschutz – weil's wichtig ist

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Schwarzwald nun offiziell UNESCO-Biosphärenreservat

Der Naturschutz hat in Deutschland offiziellen Zuwachs bekommen. Nach langem Hin und Her konnte der Naturschutz in Sachen Schutzgebiete einen Erfolg für sich verbuchen.  Am morgigen Sonntag wird der Schwarzwald offiziell als Biosphärenreservat anerkannt. Damit wird ein weiterer charakteristischer Landschaftsteil unter Schutz gestellt und der Biodiversität auf ca. 630 km² neuer Raum gegeben.

Biosphärenreservate – Naturschutz mit Modellcharakter

Biosphärenreservate sind nur eine Art der in Deutschland anerkannten Schutzgebiete. Schaut man in den §25 Bundesnaturschutzgesetz, so wird auf zweierlei Merkmale hingewiesen. So sind zum Einen bestimmte Landschaftstypen für die Region charakteristisch und zum Anderen sollen Biosphärenreservate der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen. Besonders attraktiv macht diese Schutzform aber das Einbeziehen der Menschen. In §25 (1) Nr. 4 BNatSchG heißt es daher, „…beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen“. In einem BioRes sind also durchaus Nutzungs- und Wirtschaftsweisen erlaubt, nur sollen diese im Einklang mit der zu schützenden Natur sein. Das Vorurteil, der Naturschutz nimmt der Bevölkerung die Landschaft weg, ist damit entkräftet.

Schwarzwald – Tradition und Naturschutz im neuen Biosphärenreservat

Typisch für das neue UNESCO-Biosphärenreservat sind die gemeinschaftlich genutzten Bergweiden, sogenannten  „Allmenden“. Auf diese Hochweiden trieben die früheren Bauern ihr Vieh bestehend aus traditionellen Rinderrassen. Daraus entstand eine einzigartige Landschaft mit den typischen von Verbiss gekennzeichneten „Weidbuchen“. Typisch für den südlichen Schwarzwald sind außerdem der Wechsel von Wald- und Offenlandschaften und der Weitblick von den hohen Gipfeln. Nahezu jedes Dorf hat seine eigene Tracht, die alemannische Sprache und Fastnacht sind ebenso Beispiele des immateriellen Kulturerbes wie die Holzschnitzkunst. Mit dem Schwarzwald gibt es in Deutschland nun 16 Biosphärenreservate in Deutschland die von der UNESCO anerkannt sind. Sachsen-Anhalt gönnt sich aktuell das BioRes Südharz, welches aber aufgrund eines einzigen (!) Bürgermeisters der Region an der UNESCO-Anerkennung scheitert.

Der Internationale MAB-Koordinationsrat entscheidet jährlich über die Anerkennung neuer Biosphärenreservate und überprüft alle zehn Jahre die Qualität der bereits bestehenden Gebiete. Das Biosphärengebiet Schwarzwald wurde im Juni 2017 von der UNESCO anerkannt (Quelle: BMUB).

Den (Natur)Garten winterfest machen

Die warmen Tage werden weniger und die Gartensaison neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Vorbei scheinen die lauen Abende an denen man im heimischen Garten sitzt und den Tag entspannt ausklingen lässt. Die Gartenfreunde unter den Lesern werden das eventuell anders sehen, denn in einem Garten gibt es immer was zu tun. Besonders wenn man keinen Rollrasen und anderes untypisches Zeugs sein Eigen nennt. Denn ein Garten ist viel mehr als nur ein beschaulicher Ort zum schönen Sitzen. Er bietet, sofern passend gestaltet, einen wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna.

Gartentipps für den Herbst

Während die „konventionellen“ Gartenfreunde im Herbst eifrig das Gras ein letztes Mal mähen und das Laub in große Säcke packen, hat es der Naturgärtner etwas leichter und geht alles etwas ruhiger an. Er muss seinen Garten schließlich nicht aufräumen. Verblühte Pflanzen werden nicht entsorgt und das Laub bleibt noch eine Weile so liegen. Familie Igel freut es sicherlich. Das bedeutet aber nicht, dass Naturgärtner nun faulenzen können. Auch sie haben alle Hände voll zu tun. Der NABU hat auf seiner Seite ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie ihr euren Garten winterfest und zu einem ansprechenden Lebensraum für die Flora und Fauna macht.

Bildquelle: nabu.de

Präsentiert werden euch die Tipps via interaktivem Garten. Hinter jedem Spatensymbol verbirgt sich ein Infofenster mit Ideen und Tricks zu einem Garten für die Artenvielfalt. Viele der Vorschläge sind naheliegend und mit wenig Aufwand zu realisieren. Schaut auf jeden Fall mal rein und lasst euch inspirieren, die Biodiversität wird es euch danken.

Überraschung im Spätsommer

Den ganzen Sommer über bin ich in den verschiedensten Naturräumen unterwegs und arbeite in und mit der heimischen Flora. Aus dieser Position heraus bekomme ich den Jahresverlauf praktisch aus erster Hand mit und erlebe ihn in all seinen Facetten. Unweigerlich macht man das Voranschreiten des Jahres an den blühenden Pflanzen fest und teilt es so in zeitlich aufeinanderfolgende Abschnitte. Die Natur aber kennt keine solcher Zeiträume. Sie macht ihr eigenes Ding und hält hin und wieder eine Überraschung parat.

Frühjahrspflanzen im Spätsommer

Als ich letzte Woche eines meiner Gebiete im Harz durchstreifte, staunte ich nicht schlecht. Da blieben meine Augen doch an zwei vertrauten Farbtupfern hängen und brachten mich ins Grübeln. Schnell die Botanikerhaltung eingenommen und auf Knien herangerutscht. Tatsache, vor mir standen mehrere Vertreter von Veronica spicata (Ähriger Ehrenpreis) und Pulsatilla vulgaris (Gewöhnliche Kuhschelle).  An sich blühen diese Arten im April bis Juni und haben maximal im Juli ihre Blütezeit überschritten. Wie konnte das also sein? Die Antwort ist ganz einfach. Naturschutz. Auf den Flächen wird seit Neuestem eine historische Nutzungsweise imitiert und die über das Jahr gewachsene Biomasse im Spätsommer abgemäht. Dadurch wird die Fläche lichter und der Konkurrenzdruck innerhalb der Arten wird gemindert. So können es manche Exemplare noch zu einer zweiten Blüte im Jahr schaffen und bilden einen farbenfrohen Abschluss. Schön oder?

Pulsatilla vulgaris

Veronica spicata

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