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Naturschutz – weil's wichtig ist

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Neues Bundesnaturschutzgesetz rettet keine Artenvielfalt

Das Bundesnaturschutzgesetz ist an sich eine feine Sache, legt es doch den Grundstein für den modernen und durchaus wirkungsvollen Naturschutz in Deutschland. Nachdem viele Male die Arbeiten an einem Umweltgesetzbuch angefangen und aufgegeben wurden, liegt die ganze Hoffnung der grünen Branche in ebendiesem BNatSchG. Leider war das Gesetz in den letzten Jahren nicht mehr zeitgemäß und zeigte an vielen Stellen akuten Bedarf zur Nachbesserung. Diese ist nun erfolgt. Der erhoffte  Retter der Biodiversität ist es aber nicht geworden.

Bundesnaturschutzgesetz novelliert – aber nicht konsequent genug

Letzten Donnerstag, den 22. Juni, konnte sich der Bundestag endlich auf eine Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes einigen und führte damit eine peinlich lange Hängepartie zu ihrem Abschluss. Bereist zu Weihnachten 2016 legte das Bundesumweltministerium einen ersten Vorschlag des neuen Gesetzes vor. Umweltverbände wie der NABU hatten sich damals bereits beschwert, dass der Text in seiner damaligen Form den Naturschutz eher schwächen als stärken würde. In der zweiten Fassung aus dem Februar 2017 konnten ein paar der ursprünglichen Fehler  ausgebessert werden aber es bleiben noch genug andere Schwachstellen enthalten. Ich möchte diese im Detail an dieser Stelle nicht wiedergeben, das haben die Kollegen des NABU bereits auf ihrer Seite getan. Vielmehr möchte ich den Umstand anprangern, dass die „gute fachliche Praxis“ der Landwirtschaft  enthalten bleibt. Diese paar Zeilen geben der Landwirtschaft nahezu alle Rechte die Artenvielfalt der Äcker nach Gutdünken zu vernichten. Besonders die “ laut Hersteller empfohlene“ Art der Nutzung von Pflanzenschutzmittel ist ein Frevel für die Biodiversität und alle die sich mit deren Erhalt beschäftigen. Die „Landwirtschaftsklausel“, wie sie auch genannt wird, ist für den heutigen Naturschutz untragbar und zeigt einmal mehr, dass die Bauernzunft den Naturschutz an der kurzen Leine führt.

EU-Agrarpolitik am Pranger

Silhouette. Getreide. Ähre, Weizen, LandwirtschaftDas mit der intensiven Landwirtschaft sowie der EU-Agrarpolitik etwas nicht stimmt ist kein Geheimnis. Streift man durch die Flur, so wird einem die überall vorherrschende Monotonie auf den Äckern bewusst. Wenn man Gespür dafür hat, bemerkt man obendrein das Fehlen der einstmals charakteristischen Flora und Fauna. Genau diesen Zustand greift der aktuelle Agrar-Report des Bundesamtes für Naturschutz auf und bescheinigt der EU-Agrarpolitik ein Versagen auf ganzer Linie.

Schlechtes Zeugnis für EU-Agrar-Politik

Der aktuelle Agar-Report des BfN zeigt deutlich, wo es Nachholbedarf in der modernen Landwirtschaft gibt.  Die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft befindet sich im rasanten Sinkflug. Pestizid-Einsatz und monotone Kulturen sorgen dafür, dass Insekten weniger werden, Vögeln Nahrung und Lebensraum fehlt. Oder wann habt ihr das letzte Mal Feldlerchen singen hören?

Aber damit nicht genug, zudem sind viele arten- und blütenreiche Grünland-Lebensräume bedroht. Diese wertvollen Biotope fallen scharenweise den Pflügen zum Opfer. Dem Bauer ist es letztlich egal, ob er Biodiversität zu Gunsten von Raps, Mais oder Soja vernichtet. Hauptsache es klingelt im Geldbeutel. Die Folge sind übernutzte, ausgelaugte Flächen und ein viel zu hoher Eintrag von Stickstoff ins Ökosystem Acker. So hat auch der Anteil der Ackerkräuter massiv abgenommen. Besonders im Inneren der Felder liegt der Rückgang bei bis zu 99 Prozent. Schaut man sich die Felder dieser Zeit an, brüllt einen die gähnende Leere nahezu an. Es fehlen typische Ackerarten wie Kornblume, Feld-Rittersporn oder leuchtend roter Mohn.

EU-Agrarpolitik steuert in die völlig falsche Richtung

Der aktuelle Zustandsbericht legt den Finger auf den wunden Punkt und benennt benennt als Ursache des desaströsen Zustandes der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft die immensen Fehlsteuerungen der EU-Förderpolitik.

Der NABU findet auf seiner Seite dazu drastische Worte:

„Das mit der letzten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf EU-Ebene eingeführte Greening hat versagt. Es war der Versuch, auch die Ausgaben der ersten Säule für die landwirtschaftliche Produktion an ökologische Mindeststandards zu koppeln. Laut Report wurde lediglich erreicht, dass sich der Anteil an für den Naturschutz wertvollen Flächen um nur ein Prozent der Ackerfläche erhöht hat. Demgegenüber stehen immense Ausgaben von 1,5 Milliarden Euro alleine in Deutschland pro Jahr für dieses so genannte Greening.“

Ebenso mahnt der Report die Finanzierungslücke für den Naturschutz in Agrarlandschaften an. Die derzeitigen Fördermöglichkeiten und Finanzmittel reichen nicht einmal ansatzweise für effektiven Flächenschutz aus. Dies ist aber dringend notwendig, um eine Trendwende einzuleiten. Trotz des dramatischen Zustandes der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft, sowie das durch die intensive Tierhaltung beförderte massive Gülle-Problem mit schädlichen Folgen für Grundwasser und Böden fließen weiterhin EU-weit jedes Jahr 60 Milliarden Euro an Agrarzahlungen an die Landwirte. Die pauschalen Zahlungen haben die Probleme für die Natur nur verschärft.

Schwarzwald ist nun Biosphärenreservat

Im modernen Naturschutz gibt es eine Menge an unterschiedlichsten Möglichkeiten die Natur unter Schutz zu stellen. Jede einzelne zielt dabei auf unterschiedliche Belange und Aspekte ab. Währen Naturschutzgebiete und Nationalparks die Königsklasse darstellen (und die strikteren Regeln haben), nehmen sich bspw. die Biosphärenreservate nicht ganz so ernst. Nun können wir in deutschen Landen ein weiteres solches Schutzgebiet begrüßen. Im Schwarzwald.

Schwarzwald nun UNESCO-Biosphärenreservat

Seit gestern darf sich der Schwarzwald nun „Biosphärenreservat“ nennen und damit den UNESCO-Stempel führen. Umfasst werden dabei mehr als 28 Gemeinden im südlichen Schwarzwald und 630 km² Fläche. Als Biosphärenservate zeichnet die UNESCO Natur- und Kulturlandschaften aus, die sich aufgrund ihrer kulturellen Vielfalt und ihres großen Artenreichtums als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung eignen. Nach der Schwäbischen Alb und der Bliesgau im Jahre 2009 ist der Schwarzwald nun das 16. Gebiet in Deutschland, dem dieser Titel zukommt.

 

Sankt Ottilien Freiburg

Schwarzwald-Biosphärenreservat zeichnet Artenvielfalt aus

Gemeinschaftlich genutzte Bergweiden bis in die höchsten Lagen, die „Allmendweiden“, zeichnen das neue UNESCO-Biosphärenreservat Schwarzwald besonders aus. Auf diesen Hochweiden trieben die Bauern ihre großen Herden mit traditionellen Rinderrassen noch bis in die jüngere Vergangenheit. Die daraus entstandene einzigartige Landschaft umfasst zum Beispiel von Verbiss geprägte „Weidbuchen“. Allmendweiden sind wegen ihres großen Artenreichtums besonders schützenswert, heute jedoch nur noch vereinzelt in Deutschland vorhanden. Das frisch gekürte UNESCO-Biosphärenreservat will unter anderem zum Erhalt von gefährdeten Rinderrassen beitragen, beispielsweise durch Vermarktung von Milch, Käse und Fleisch. Charakteristisch für den südlichen Schwarzwald sind außerdem der Wechsel von Wald- und Offenlandschaften und der Weitblick von den hohen Gipfeln. Keine andere deutsche Mittelgebirgslandschaft weist größere Höhenunterschiede auf kleinstem Raum auf.

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