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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Naturschutz (Seite 2 von 81)

Schwarzwald ist nun Biosphärenreservat

Im modernen Naturschutz gibt es eine Menge an unterschiedlichsten Möglichkeiten die Natur unter Schutz zu stellen. Jede einzelne zielt dabei auf unterschiedliche Belange und Aspekte ab. Währen Naturschutzgebiete und Nationalparks die Königsklasse darstellen (und die strikteren Regeln haben), nehmen sich bspw. die Biosphärenreservate nicht ganz so ernst. Nun können wir in deutschen Landen ein weiteres solches Schutzgebiet begrüßen. Im Schwarzwald.

Schwarzwald nun UNESCO-Biosphärenreservat

Seit gestern darf sich der Schwarzwald nun „Biosphärenreservat“ nennen und damit den UNESCO-Stempel führen. Umfasst werden dabei mehr als 28 Gemeinden im südlichen Schwarzwald und 630 km² Fläche. Als Biosphärenservate zeichnet die UNESCO Natur- und Kulturlandschaften aus, die sich aufgrund ihrer kulturellen Vielfalt und ihres großen Artenreichtums als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung eignen. Nach der Schwäbischen Alb und der Bliesgau im Jahre 2009 ist der Schwarzwald nun das 16. Gebiet in Deutschland, dem dieser Titel zukommt.

 

Sankt Ottilien Freiburg

Schwarzwald-Biosphärenreservat zeichnet Artenvielfalt aus

Gemeinschaftlich genutzte Bergweiden bis in die höchsten Lagen, die „Allmendweiden“, zeichnen das neue UNESCO-Biosphärenreservat Schwarzwald besonders aus. Auf diesen Hochweiden trieben die Bauern ihre großen Herden mit traditionellen Rinderrassen noch bis in die jüngere Vergangenheit. Die daraus entstandene einzigartige Landschaft umfasst zum Beispiel von Verbiss geprägte „Weidbuchen“. Allmendweiden sind wegen ihres großen Artenreichtums besonders schützenswert, heute jedoch nur noch vereinzelt in Deutschland vorhanden. Das frisch gekürte UNESCO-Biosphärenreservat will unter anderem zum Erhalt von gefährdeten Rinderrassen beitragen, beispielsweise durch Vermarktung von Milch, Käse und Fleisch. Charakteristisch für den südlichen Schwarzwald sind außerdem der Wechsel von Wald- und Offenlandschaften und der Weitblick von den hohen Gipfeln. Keine andere deutsche Mittelgebirgslandschaft weist größere Höhenunterschiede auf kleinstem Raum auf.

Naturschutz kennenlernen und hautnah erleben

Naturschutz ist wichtig, fliegt aber aktuell noch etwas unter dem Radar der meisten Bürger. Viele wissen gar nicht so recht, was wir im Berufsnaturschutz machen oder haben ein falsches Bild unserer Arbeit. Manche denken, dass wir hauptsächlich Schlauchboot fahren, uns an Bäume oder Gleise ketten. In den wenigsten Fällen trifft so etwas zu. Nun haben alle Interessierte Gelegenheit, den modernen Naturschutz hautnah zu erleben. Der Tag des Nationalen Naturerbes macht es möglich.

Dem Naturschutz über die Schulter schauen

Unter dem Motto „Naturschätze erleben“ haben Bürgerinnen und Bürger am 10. und 11. Juni die Chance, in einer großen bundesweiten Gemeinschaftsaktion das Nationale Naturerbe zu erleben. An 29 Standorten quer durch Deutschland öffnen Träger von Naturerbeflächen ihre Tore und laden zum Besuchen ein. Der Tag des Nationalen Naturerbes soll neugierig machen auf eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt und einzigartige Landschaften des Nationalen Naturerbes.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks findet dafür folgende Worte:
„Das Nationale Naturerbe war und ist eine herausragende Initiative des Bundes. Nach nunmehr drei Legislaturperioden blicken wir auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte für die Natur zurück. Allein die Größe vieler Naturerbeflächen ist in unserem dicht besiedelten Land von unschätzbarem Wert für Natur und Landschaft. Wir bewahren damit nachfolgenden Generationen einzigartige Lebensräume und ein Stück Naturschutzgeschichte.“

Flächen für den Naturschutz

Im Rahmen des Nationalen Naturerbes verzichtet der Bund auf den Verkauf von naturschutzfachlich wertvollen Bundesflächen und überträgt sie in die Hände des Naturschutzes, um Wildnis und schutzwürdige Offenland-Lebensräume zu sichern.

Mittlerweile sind die  „Nationale Naturerbe“-Flächen auf 156.000 Hektar angewachsen. Die Flächen werden von den Ländern, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, den Naturschutzverbänden und -stiftungen sowie dem Bundesforst im Zusammenwirken mit dem Bundesamt für Naturschutz auf höchstem naturschutzfachlichem Niveau betreut.

Rote Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands erschienen

International befindet sich die Artenvielfalt in einem starken Abwärtstrend. Der Mensch greift mit seinem Handeln drastisch in die Natur ein und zerstört mehr oder weniger unbewusst täglich mehrere Leben. Um sich davon ein Bild zu machen, hat man mit der Führung von Roten Listen begonnen. Diese gibt es nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für gefährdete Biotoptypen. Dafür ist nun aktuell eine aktuelle Version erschienen.

Rote Liste zeigt gemischtes Bild vom Zustand der deutschen Natur

Die neue Rote Liste gefährdeter Biotoptypen zeigt ein durchwachsenes Bild vom Zustand der Natur in Deutschland: Für knapp zwei Drittel der 863 in Deutschland vorkommenden Biotoptypen besteht demnach eine angespannte Gefährdungslage. Besonders dramatisch ist die Entwicklung beim Offenland, vor allem den Wiesen und Weiden. Positive Entwicklungen gab es dagegen bei Küsten-Biotopen sowie an vielen Flüssen und Bächen. Zu den größten Gefährdern der Biotoptypen zählt nach wie vor die intensiv betriebene Landwirtschaft. Die Rote Liste wurde heute vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz vorgestellt.

An dieser Stelle der Hinweis, die Roten Listen gewähren keinen Schutzstatus. Sie weisen lediglich auf einen bestimmten Grad der Gefährdung hin. Nur selten werden Arten oder Lebensräume aus den Roten Listen gestrichen, für gewöhnlich kommen immer neue hinzu.

Aktuelle Entwicklungstendenzen der Grünlandbiotope 2006 und 2017 – Überblick über die Gesamtheit der Grünland-Biotoptypen, zugeordnet zu den aktuellen Entwicklungstendenzen (QUelle: BfN).

Die Problematik des Artensterbens ist nicht neu. Die amtierende  Bundesumweltministerin Barbara Hendricks findet dazu folgende Worte:
„Diese Rote Liste ist ein Alarmsignal. Der Zustand von Wiesen und Weiden wird immer schlechter. Das liegt vor allem an der Intensivierung der Landwirtschaft. Die Rote Liste zeigt aber auch, dass sich die Anstrengungen für Natur und Umwelt lohnen. Mit besseren Kläranlagen und Renaturierungsprojekten haben wir es zum Beispiel geschafft, dass es vielen Flüssen und Bächen wieder besser geht. Wir dürfen beim Naturschutz nicht nachlassen. Mit der Naturschutz-Offensive 2020 haben wir schon viel erreicht. Jetzt kommt es darauf an, dass auch die Agrarpolitik endlich ihre Verantwortung für den Naturschutz wahrnimmt.“

Schaut man sich aber den aktuellenZustand bzw. die Bemühungen um den Naturschutz der einzelnen Länder an, so kommen einem die Tränen. Gerade Sachsen-Anhalt glänzt hier mit deutlichem Desintresse und grandioser Planlosigkeit. Dabei ist höchste Eile geboten. Nach wie vor sind knapp zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden Biotope gefährdet – wenn auch in unterschiedlichem Maße. Besonders dramatisch ist die Situation beim Grünland. Hier hat sich die Situation seit der letzten Fassung der Roten Liste von 2006 noch einmal deutlich verschlechtert. Aber auch bei vielen anderen Biotoptypen der Kulturlandschaft, wie etwa Streuobstwiesen, hat sich die Lage verschlechtert.

Eine gekürzte Fassung der aktuellen Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen Deutschlands habe ich euch hier im Beitrag eingebunden, die ungekürzte (kostenpflichtige) Variante findet ihr hier verlinkt.

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