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Kategorie: Neophyten (Seite 1 von 6)

EU-Liste der invasiven Tier- und Pflanzenarten wächst

Invasive Neophyten sind ein Problem der modernen Zeit. Hervorgerufen durch die unterschiedlichsten Faktoren sorgen sie in den heimischen Ökosystemen für ordentlichen Trubel. Sie dringen in schon besetzte bzw. in freie ökologische Nischen und stellen ganze Lebensgemeinschaften auf den Kopf. Der nachfolgende Rattenschwanz an Folgen macht auch vor dem Menschen nicht halt. Diverse Allergien werden durch die invasiven Neubürger hervorgerufen. So macht die Beifuß-Ambrosie jedes Jahr aufs Neue von sich reden. Auch nicht fehlen dürfen der gefährliche Riesenbärenklau sowie das Drüsige Springkraut. Ersterer sorgt bei Kontakt mit Sonnenlicht für schlimme Hautreizungen und das Drüsige Springkraut okkupiert ganze Uferrandbereiche und  schmälert die dortige Biodiversität. Um dem Problem mit den Neuankömmlingen Herr zu werden, hat die EU eine Liste mit invasiven Tier- und Pflanzenarten erstellt. Diese wird fortlaufend erweitert und hat schon ein beachtliches Ausmaß erreicht.

EU-Liste zu invasiven Neophyten wird fortlaufend ergänzt

In der „Unionsliste“ invasiver Arten benennt die EU zu bekämpfende Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen und daher der biologischen Vielfalt schaden können. Der erste Entwurf dieser Liste stieß allerdings auf heftigen Gegenwind und musste sich einiges an Kritik gefallen lassen. Hauptsächlich wurde beanstandet, dass die aufgeführten Arten nur einen Bruchteil an invasiven Arten innerhalb der EU aus. Als im im Dezember 2015 sogar das EU-Parlament in das gleiche Horn stieß, begann sich etwas zu bewegen. Schon im Februar 2016 wurde nachgelegt. Der zuständige Ausschuss lieferte eine Liste mit 20 weiteren Arten ab. Leider blieb diese von der EU-Kommission unberücksichtigt.

Invasive Neophyten – ein ökologisches und ökonomisches Problem

In Deutschland sind mindestens 168  invasive (oder potentiell invasive) Tier- und Pflanzenarten bekannt. Experten schätzen den Anteil von Neophyten in der gesamten EU auf etwa 12.000 Arten, von denen ca. 15% als invasiv gelten und damit potenziell Schäden ausrichten.

Ich habe mal ein paar weiterführende Links für euch zusammengestellt.

KORINA – Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts 

„Unionsliste“ Neophyten (EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten)

 

Neophyten fühlen sich in Europa wohl

Neophyten sind ein durchaus ernstes Problem in der heutigen Zeit. Durch gebietsfremde Arten entstehen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Nicht nur Ökosysteme und Lebensgemeinschaften sind betroffen, auch für die menschliche Gesundheit besteht hohes Risiko. Dabei ist dieses Problem (mal wieder) hausgemacht. Durch die anhaltende Globalisierung und einen unbedachten Umgang mit Neophyten  vermischen sich die unterschiedlichsten Pflanzen zunehmen. Sehr oft zu Lasten der einheimischen Pflanzen.

Neophyten erobern Europa

Glaubt man aktuellen Zahlen der EU, so haben sich ca. 12.000 Neobiota (Fauna und Flora) in Europa etabliert. Was erstmal wie keine große Zahl klingt, ist aber mit Vorsicht zu genießen. Viele gebietsfremde Arten brauchen eine Weile, bis sich invasiv werden. Mitunter bis zu 40 Jahre. Andernfalls reicht ein Trigger aus um die fremden Arten aktiv werden zu lassen. Bislang ist es unklar, welche Auswirkungen der Klimawandel dahingehend noch haben wird. Dabei sind nicht alle Neophyten (Pflanzen) und Neozoen (Tiere) grundsätzlich gefährlich. Problematisch werden nur die invasiven Vertreter. Zu diesem Thema sei euch wärmsten das KORINA-Projekt empfohlen.

Impatiens glandulifera. Das Drüsige Springkraut ist ein invasiver Neophyt und erobert die Bachufer.

Neophyten in der Schweiz

Bislang hatte die Schweiz gute Karten um mit Neophyten fertig zu werden. Die umschließenden Berge waren eine natürliche Barriere. Seit dem der Mensch aber Mittel und Wege gefunden hat diese zu überwinden, ist die Schweiz ebenfalls betroffen. Hier kommt dann InfoFlora in’s Spiel. Ähnlich wie KORINA in Deutschland, ist InfoFlora die Adresse für Neophyten in Helvetica. Wieso ich darüber schreibe? Weil ich im Zuge von Recherchen auf einen Artikel von naturschutz.ch gestoßen bin, der das Thema aufgreift. Die Datenbank der Schweizer glänzt mit einem gut gefüllten Repertoire und  jeder Menge Informationen.

Zur InfoFlora Neophyten-Datenbank.

 

EU-Verordnung schützt Artenvielfalt

Die Globalisierung der heutigen Zeit ist in vollem Gange. Der Mensch reist kreuz und quer über den Erdball und stellt damit so manches Ökosystem auf eine harte Probe. Reisen und ferne Länder erkunden sind an sich eine tolle Sache, nur gibt es auch durchaus Nachteile an einer Welt, die immer näher zusammenrückt. Weltweiter Handel mit allerhand Gütern wirkt sich teilweise verheerend auf die lokale Artenvielfalt aus.

Neue Regeln zum Schutz der Artenvielfalt

Die Bundesregierung hat neue Regelungen zum Schutz der Artenvielfalt vor invasiven Arten auf beschlossen und auf den Weg gebracht. Ein entsprechendes Durchführungsgesetz zur EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten wurde bereits vom Kabinett beschlossen.

Invasive Neophyten bedrohen Artenvielfalt

Die Problematik mit invasiven Neobiota hält meine Branche (andere Branchen natürlich auch) seit einer ganzen Weile in Atem. Sind damit nicht nur Beeindträchtigungen der heimischen Flora und Fauna verbunden, sondern auch die menschliche Gesundheit. An dieser Stelle ein Hinweis auf die vorbildliche Arbeit von KORINA in Sachsen-Anhalt.
Das absichtliche Einführen sowie Einschleppen von Arten in Regionen außerhalb ihres natürlichen Vorkommens stellt die womöglich größte und stärkste Gefahr für heimische Ökosysteme dar und bedroht die globale Biodiversität in hohem Maße. Dabei muss man aber deutlich differenzieren. Das Kraut fett machen die Arten, welche „invasiv“ werden können. Diese brechen bereits besetzte Ökologische Nischen auf oder machen es sich in bisher unbesetzten Nischen bequem (Disclaimer: Ökologische Nischen sind keine räumlichen Nischen) und schädigen auf diese Art und Weise heimische Arten und Biotope.

EU-Verbot zum Schutz der Artenvielfalt

Um diesen Schaden zu minimieren und um die heimsiche Artenvielfalt zu schützen, verbietet die Europäische Union per Verordnung Einfuhr, Haltung, Zucht, Transport, Erwerb, Verwendung, Tausch und Freisetzung von 37 invasiven, gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten (allerdings müssen wir über die Artauswahl noch mal reden). Mindestens 24 dieser Arten leben in Deutschland in freier Wildbahn und sind teilweise sehr weit verbreitet, bpsw. die Chinesische Wollhandkrabbe oder der Klassiker Waschbär.

Schutz der Artenvielfalt mit deutschlandweiten Maßnahmen

Für diese invasiven, nichtheimischen Arten muss Deutschland nun geeignete, mit der Eu-Verordnung konforme Maßnahmen zumManagement vornehmen und einen Aktionsplan erstellen (an dieser Stelle freue ich mich auf die Kameraden vom Tierschutz), der beschreibt, wie man dieser Arten wieder Herr wird. Das beschlossene Papier legt ebenso die Zuständigkeit der Behörden fest und auf welcher gesetzlichen Grundlage Verstöße gegen die EU-Verordnung geahndet werden können. Keine Sorge, die lobbynahe EU wird es den betroffenen Firmen schon nicht allzu schwer machen. Einen ganz großen Wert legt man auf die Erteilung von Ausnahmegenehmigungen (Sagte da jemand Lobby?). An und für sich ist dieses Vorgehen ein wichtiger erster Schritt in eine gute Richtung. Wie aber so oft muss die Umsetzung zeigen, ob das Ganze wirklich dem Schutz der Artenvielfalt dient (Quelle: BMUB).

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