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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Neophyten (Seite 2 von 6)

Mit Beweidung gegen invasive Neophyten

Wenn mir im Naturschutz zwei Themen am Herzen liegen, dann sind es „Beweidung“ und „invasive Neophyten“. In dem einen Gebiet habe ich mir meine (kleinen) Sporen verdient, in dem anderen arbeiten so wahnisinnig engagierte Leute wie KORINA. Umso besser, wenn es Überschneidungen beider Bereiche gibt.

Im Naturschutz-Großprojekt Chance 7 gibt es so eine Überschneidung. Seit 2015 beginnt das Projekt, bei dem Kultur- und Naturlandschaft gleichermaßen entwickelt werden sollen, sich zu entwickeln und seitdem werden immer mehr Maßnahmen auf stetig dazukommenden Flächen realisiert. Dieser Tage stellte Projektreferent Ralf Badtke ein neues Beweidungsprojekt vor. Auf 1,7 ha soll eine Feuchtwiese im Ravensteiner Tal bei Uckerath beweidet werden. Wieso gerade diese Fläche? Im Laufe des Jahres mussten die heimischen Arten wie Sumpfdotterblume (Caltha palustris) einem aus Asien stammenden invasiven Neophyten weichen. Dem Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera). Diese Problemart breitet sich auf feuchteren Standorten aus und verdrängt gnadenlos die einheimische Flora. Mir ist bewusst, dass sich daran die Geister scheiden aber ich mag es dennoch nicht.

HighlandCattle

Ein Ziel des Projektes Chance 7 ist der Erhalt von artenreichen Wiesen und Weiden durch naturverträgliche Nutzung. Um das zu bewerkstelligen tritt nun eine extensive Beweidng in Kraft. Zum Einsatz kommen „Highland Cattles“, diese zählen zu den Robustrassen und können demzufolge ganzjährig auf der Fläche verbleiben. Einen Vorteil gegenüber Heckrindern haben die Highland-Cattles auch noch. Ihr Gewicht. Sie sind deutlich leichter und dies ist auf den eher feuchten Flächen von Vorteil.  Die Projektleitung ist davon überzeugt, dass diese Rinder das Drüsige Springkraut zurückdrängen und standorttypische Arten davon profitieren werden. Aktuell stehen 5 Tiere auf der Fläche und walten ihres Amtes (Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger).

EU-Kommission veröffentlicht Liste über invasive Arten

Bunias orientalis

Neophyten hatten hier im Blog schon des Öfteren Erwähnung gefunden. Es ist wie überall, gebietsfremde Arten sind an sich nicht problematisch. Einige von ihnen, sogenannte „Schläferarten“, werden im Laufe ihrer Einbürgerung invasiv und stellen heimische Ökosysteme auf den Kopf, in dem sie geeignete ökologische Nischen aufbrechen und sich derer bemächtigen. Der Kampf gegen solche Eindringlinge ist teuer und kostet nicht selten Artenvielfalt. Handelt man jedoch koordiniert und entschlossen, bevor es „zu spät“ ist, stehen die Chancen gar nicht mal so schlecht. Den Kampf verloren hat man allerdings beim Drüsigen Springkraut (Impatiens glandulifera), Orientalisches Zackenschötchen (Bunias orientalis) und dem Waschbär.

Seit 1. Januar 2015 ist nach langen und zähen Verhandlungen die „Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“ in Kraft getreten und gilt in den einzelnen Mitgliedsstaaten unmittelbar. Passend dazu wurde nun eine erste Unionsliste mit 37 invasiven Arten veröffentlicht. Für die aufgeführten Arten gelten Verbote von Einfuhr, Haltung, Zucht, Transport, Erwerb, Verwendung, Tausch und Freisetzung. Sollten sie dennoch in der freien Natur auftauchen, sind sie sofort zu beseitigen. Die Liste im Detail findet ihr an dieser Stelle. Solltet ihr euch für dieses Thema erwärmen, findet ihr an dieser Stelle weitere Infos zur Unionsliste über invasive Arten oder ihr lest sie direkt im Blog unterhalb des Beitrags.

KORINA im Rundfunk

Quelle: Wikimedia

Riesen-Bärenklau Quelle: Wikimedia

Das Thema Neopyhten polarisiert und ist im Naturschutz allgegenwärtig. Manch einer möchte die Neubürger lieber heute als morgen loswerden, manch anderer sieht in ihnen einen wichtigen Quell der Biodiversität. Unstrittig sind aber die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sowie die heimische Artenvielfalt. Erschreckend ist aber die noch stark verbreitete Unkenntnis der Bevölkerung zu dem Thema. Gerade der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr.  Meine geschätzte Kollegin Katrin Schneider  von KORINA war, thematisch passend, bei Radio SAW zu Gast. Kern der Sendung waren Fragen wie „Wie erkenne ich diese Pflanze?“, „Was ist eigentlich so gefährlich daran?“ oder „Woher kommt diese Art eigentlich?“. Das Interview ist in Kapitel unterteilt und ist angenehm zu hören. Den Link zu Sendung findet ihr hier.

P.S.: Alle User, die mit Android unterwegs sind, können sich mittels KORINA-App allerhand Infos zu Neophyten auf ihr Smartphone holen. Highlight der App ist aber die Möglichkeit, eigene Fundpunkte zu kartieren. Schaut sie euch mal an. App damit.

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