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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Wald (Seite 1 von 2)

Erster Deutscher Waldtag – Klimaschützer und Lebensraum wird geehrt

trees-1031780_1280Ab heute (18. Oktober) widmet sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf einer zweitägigen Konferenz den Themen nachhaltige Forstwirtschaft, Holz und Naturschutz und ruft damit den ersten Deutschen Tag des Waldes aus. Als Zeichen dafür pflanzten Waldarbeiter aus ganz Deutschland 22 Bäume in Berlin.

Wenn man so darüber nachdenkt, ist es schon verwunderlich, dass der Wald erst jetzt zu so einer Ehrung kommt. Der Wald spielt in unseren Zeiten eine enorm wichtige Rolle. Er dient als Klimaschützer, Erholungsort und Lebensraum. Glaubt man aktuellen Zahlen entlastet der Wald die Atmosphäre jährlich um bis zu 120 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid. Natürlich ist der Wald auch ein wirtschaftlich interessanter Faktor. Etwa 1,1 Millionen Menschen haben ihren Jo in der Forstbranche. Schaut man sich die aktuelle Bundeswaldinventur an, welche bereits in Auszügen veröffentlicht wurde, so steht es umd en Wald dieser Tage gar nicht mal so schlecht. Im Vergleich zu den 1980er Jahren konnter sich überaus positiv entwickeln.

Waldfakten

  • Ein Drittel Deutschlands ist Wald.
  • Er besteht aus 54,2 Prozent Nadelwald, 43,2 Prozent Laubwald.
  • 47 Prozent der Wälder sind Landschaftsschutzgebiete.
  • Wald und Holzprodukte Wälder und Holprodukte entlasten die Atmosphäre jährlich um 127 Millionen Tonnen CO2.
  • Holz zu verwenden, reduziert die CO2-Emission um 66 Millionen Tonnen, weil dadurch fossile Rohstoffe ersetzt werden.
  • Nachhaltige Forstwirtschaft wurde vor 300 Jahren in Deutschland erfunden.

Bildquelle: BMEL

Besonders Nadelbäume speichern CO2. Ein Fakt den ich nicht so ganz nachvollziehen kann oder will. Nadelbäume in unseren Breiten sind allesamt standortfremd und gehören eher in nördliche Gefilde. Ausklingen lassen mmöchte ich den Beitrag mit einem Zitat von Bundesminister Christian Schmidt, der da sagte: „Naturschutz und Waldwirtschaft sind keine Gegenspieler. Naturschutz und Waldwirtschaft sind zwei Seiten einer Medaille“. Schön wenn man das mal auf der Fläche zu sehen bekäme (Quelle: BMEL).

Die Phänologie der Pflanzen beobachten und melden

Ob es der Klimawandel ist oder die Individualität des Jahres vermag ich nicht zu sagen. Auf Jeden Fall blühen einige Pflanzen, besonders Bäume, in diesem Jahr eher als in den Jahren davor. Passend dazu kam mir vor ein paar Tagen ein interessanter Artikel aus der Schweiz in die Finger. Dort hat man nämlich erkannt, dass die Hasel satte 13 Tage eher blühte als noch im Jahr 1951. Solche Beobachtungen klingen zwar sehr subjektiv, sind aber wichtige Datenquellen. Das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie in der Schweiz sammelt seit 1951 Daten zur Phänologie der Pflanzen und kann daraus in der Zwischenzeit wertvolle Trends ableiten. Dazu gehören bspw. Zeitpunkt der Blüten- und Blattentfaltung. Um möglichst viele Daten sammeln zu können, wurde die Plattform PhaenoNet gegründet. Dank dieser Webplattform können die verschiedenen Beobachtungen erfasst, dargestellt und verglichen werden. Die daraus resultierenden Langzeitbeobachtungen ergeben, dass sich die Vegetationsphase bei einigen Pflanzen von Jahr zu Jahr zeitiger einstellt. Problematisch wird dies vor allem im Zusammenhang mit Zugvögeln. Diese gucken nämlich, wenn sie zur gewohnten Zeit aus dem Süden kommen und die Futterpflanzen bereits blühen oder verblüht sind, dumm aus der sprichwörtlichen Röhre. Phanaerophyten reagieren dabei gant unterschiedlich auf die Veränderungen. Fagus sylvatica (Rotbuche) richtet sich nach der Tageslänge und ist dementsprechend gut gegen ein zu zeitiges Austreiben geschützt. Das Projekt bezieht sich zwar ausschließlich auf die Schweiz aber die Daten lassen sich auch in Deutschland nutzen und geben Anhaltspunkte über weitere Entwicklungen in Sachen Klimawandel. Ob es ein vergleichbares Projekt in Deutschland gibt ist mir zur Stunde nicht bekannt. Falls ihr dazu etwas wisst, lasst es mich bitte wissen (Quelle: naturschutz.ch).

Die Gewöhnliche Waldrebe – unsere heimische Liane

Clematis vitalba

Clematis vitalba

Wenn man an Lianen denkt, so kommt einem unweigerlich der Tropenwald in den Sinn. Den älteren Semestern unter uns Johnny Weissmüller wahrscheinlich noch vor dem Tropenwald. Wusstet ihr aber, dass man gar nich so weit in den Süden fahren muss um echte Lianen zu sehen? Wie so oft hat unser heimischer Wald dahingehend etwas zu bieten. Nämlich die gewöhnliche Waldrebe oder auch Clematis vitalba. Diese zu den Kletterpflanzen gehörende Art bedient sich einer verholzten kletternden Sprossachse, diese kann bis zu 6 cm dick werden und gelangt in Höhen von bis zu zehn Metern. Die als Ranken fungierenden Stiele und Spindel der Fiederblätter (Blattstielkletterer). Obwohl ihre Blütezeit zwischen Juli und September liegt, ist sie zur jetztigen Jahreszeit hochinteressant. Denn erstens richt man ihre stinkenden Blüten nicht und zweitens lässt sich hervorragende die „Muskulatur“ erkennen.

Clematis vitalba

Clematis vitalba

Wie man auf dem obigen Bild erkennen kann, bilden mehrere einzelne Sprosse einen ineinander verdrehten Strang, dieser kann unter Umständen armdick werden, und bilden ähnlich einem modernen Fahrstuhlseil enorm zugfeste Gebilde. Zusätzlich hilft dabei ein organisches Festigungsgewebe. Ähnlich wie bei der Weinrebe handelt es sich hier um einen Linkswinder. Bei  dem oben erwähnten Blattstielkletterer umklammern die beständigen und später verholzten Blattstiele ihre Stützen und bilden eine Streifenborke, denn diese ist optimal geeignet für die Drehungen.

Clematis vitalba

Clematis vitalba

Bei der Gewöhnlichen Waldrebe handelt es sich um eine Pionierart im Wald. Getreu dem Motto „Seid bereit!“ wartet sie nur auf etwas Licht und Raum und kann schon mit wenigen Nährstoffen ordentlich an Biomasse zulegen. Im Allgemeinen gilt sie als Stickstoffzeiger und ist besonders in Auwäldern typisch. Entgegen der weitverbreiteten Meinung bohrt C. vitalba ihre Wirtspflanze nicht an (macht der Efeu übrigens auch nicht) aber so ganz ungefährlich ist diese Partnerschaft dennoch nicht. Durch das Gewicht sowie den resultierenden Lichtentzug kann die bewachsene Pflanze absterben. Aber auch dann erfüllt der Wirt eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem Wald. Totholz.

Clematis vitalba

Clematis vitalba

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