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Naturschutz – weil's wichtig ist

Kategorie: Wald (Seite 2 von 2)

Erste Farbtupfer im Auwald

Stammleser kennen das schon mittlerweile, immer wenn der Frühling naht, schaue ich im hiesigen Auwald vorbei und hoffe auf die ersten Frühlingsblüher. Nachdem die letzten Tage angenehm mild waren im Salzlandkreis, wähnte ich mich der Sache sicher und stattete also mal wieder einen Besuch ab. Der letze vor drei Wochen war noch sehr ernüchternd. Um es kurz zu machen, der heutige auch. Im ganzen Auwald noch gähnende Leere und auch von dem benötigten Frühjahrshochwasser fehlte noch jede Spur. Allerdings war der Ausflug nicht ganz umsonst. Geschützt zwischen den Wurzeln einer Stieleiche luckte ganz vorsichtig die einzelne, goldene Blüte des Scharbockskrauts (Ficaria verna) hervor.

Ficaria verna

Ficaria verna

Leider geht dieser kleine Farbtupfer noch komplett unter in den braunen und erdigen Farben des Waldes aber das ist nur noch eine Frage der Zeit, denn unter dem Laub des Vorjahres sind schon ganz viele kleine Pflänzchen in Startposition und es bedarf nur noch wenige warme Tage bis das Wettrennen um Licht, Wasser, Nährstoffe und Platz in die nächste Runde geht. Und ganz so auf verlorenen POsten steht das Scharbockskraut ja nicht, es gibt ja auch noch die Winterlinge (Eranthis hyemalis).

Eranthis hyemalis

Eranthis hyemalis

Eranthis hyemalis

Eranthis hyemalis

Fagus sylvatica auf dem aufsteigenden Ast

Bei allem Gemecker über den Zustand der Natur im Land darf man aber auch die positiven Entwicklungen nicht aus den Augen verlieren. Eine solche ist die Rotbuche (Fagus sylvatica). Wie der aktuellen Waldzustandserhebung 2015 zu entnehmen ist, ging der Anteil an deutlichen Kronenverlichtungen bei Rotbuchen um 15 % zurückund beläuft sich damit auf nur noch ein Drittel des Gesamtbestandes. Im selben Atemzug ging der Anteil von Buchen ohne Verlichtung um gute 8 % zurück und somit haben nur noch 22% des Gesamtbestandes diese äußere Erscheinung. Schaut man hier auf alle Baumarten, so sank auch hier der Anteil an deutlichen Kronenverlichtungen, der Schadstufe 2-4, zwar „nur“ um 2 % (2014 waren es 26%). Der Anteil an Bäumen ohne Kronenverdichtungen ist mit 33% jedoch unverändert. Wer sich jetzt über die geringen Entwicklungen wunder, dem sei gesagt, dass in einem Wald alle Prozesse etwas länger dauern und Veränderungen nunmal Zeit brauchen. Selbst diese geringen Verbesserungen haben schon positive Auswirkungen. Seit Beginn der Erhebungen im Jahre 1984 kann man eine entgegengesetzte Entwicklung von Laub- und Nadelbäumen feststellen. Bei Laubbäumen stiegen die deutlichen und mittleren Kronenverlichtungen stetig an, die Nadelbäume haben da etwas mehr Glück, hier hat sich der Kronenzustand leicht verbessert.

Misty Morning

Misty Morning

Der Waldzustand wird seit 1984 jährlich im Juli und August von Teams aus den jeweiligen Ländern auf einem systematischen Stichprobennetz erfasst. Als Indikator für Waldzustand nutzt man den Zusatnd und das Aussehen der Baumkronen. Die Abweichung von der Idealform eines voll belaubten und gesunden Baumes der jeweiligen Art (Kronenverlichtung) wird in mehreren Stufen ermittelt. Die Schadstufen 2, 3 und 4 werden der Kategorie „deutliche Kronenverlichtungen“ zugeordnet. Das entspricht einer Kronenverlichtung von mehr als 25 Prozent. Schadstufe 1 mit Kronenverlichtungen zwischen 11 und 25 Prozent gilt als Warnstufe. Schadstufe 0 umfasst alle Bäume mit bis zu zehn Prozent Kronenverlichtung. Die mittlere Kronenverlichtung ist der Mittelwert der Kronenverlichtung aller untersuchten Bäume. Mehr Infos und die Waldzustände der einzelnen Länder findet ihr an dieser Stelle (Quelle: BMEL).

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