Ein Forscherteam von der Oregon State University fand einen Zusammenhang zwischen dem Erdmagnetfeld und dem Wanderverhalten bzw. dem Orientierungssinn der Königslachse  heraus. Diese Lachsart ist in den Gewässern Japans, Russlands und Nordamerikas anzutreffen.

Nach vier bis sechs Jahren erreicht er seine Geschlechtsreife, dann zieht es ihn in die weite Welt hinaus, und somit verlässt er sein heimisches Jagdgebiet vor der Meeresküste. Sein Ziel ist sein Heimatfluss. Um dort zu laichen nimmt er ungeheure Strapazen auf sich.

Ich konnte einmal im Norden Schottlands sehen, wie Lachse versuchten einen ca. 4 Meter hohen Wasserfall hinaufzuspringen. Trotz vieler Rückschläge versuchten sie es immer wieder und wieder.

Jetzt erhofft man sich anhand der Studie klären zu können, wie die Lachse ihren Ursprungsfluss wiederfinden.
Im Rahmen eines Versuches wurden hunderte Junglachse in einem Becken unterschiedlichen Magnetfeldern ausgesetzt. Damit gaukelte man den jungen Lachsen verschiedene Positionen in ihrem Jagdgebiet vor. Wurden die Fische dann in einem Magnetfeld ausgesetzt, welches für die nördliche Grenze ihres Jagdgebietes typisch ist, schwamm die Mehrheit der Fische in südliche Richtung. Wurden die Tiere jedoch einem „südlichen“ Magnetfeld ausgesetzt, so schwammen sie nach Norden.
Erstaunlich daran ist, dass dieser Orientierungssinn nicht, wie bisher vermutet, durch Erfahrung und „Training“ erlernt wurde, sondern vererbt wird. Denn die Junglachse, die für den Versuch verwendet wurden, haben nie ihr Brutbecken verlassen und konnten auch sonst keine Erfahrung über ihr Jagdgebiet sammeln. Das ausschlaggebende Magnetfeld war obendrein so schwach, dass es nicht einmal eine Kompassnadel zum schwingen brachte. Die Königslachse müssen also ein sehr sensibles Gespür für Magnetismus haben. Viel feiner als bisher angenommen.
Aber genau dieser feine Sinn birgt auch Nachteile und Gefahren. Denn bereits ein elektrisches Kabel oder Eisen kann den Magnetsinn beeinträchtigen. Wie genau sich Störquellen auf den Orientierungssinn der Fische auswirken bleibt abzuwarten.

Wie dem auch sei, anhand dieser Tatsache wird doch deutlich, wie wenig wir, trotz aller Errungenschaften, über die Natur und die in ihr lebenden Geschöpfe wissen. Wir täten sicher gut daran, sie besser zu beobachten.

In diesem Sinne…