Unsere Städte sind in vielerlei Hinsicht trist und grau. Besonders in botanischer Richtung ist man mit Giftspritze und Motorsense dem Grünzeug auf der Spur. Dabei möchten immer mehr Leute, die in die Stadt ziehen, die Natur nicht missen und wünschen sich etwas Grün in der Nähe. Genau da setzt nun ein vom BMUB gefördertes Projekt an. „Städte wagen Wildnis – Vielfalt erleben“ bekommt in den nächsten sechs Jahren eine Fördersumme in Höhe von 3,3 Millionen Euro und soll in den Städten Frankfurt am Main, Hannover und Dessau-Roßlau Brachflächen zur „wilden“ Lebensräumen entwickeln. Zu solchen Brachflächen zählen bspw. ehemalige Kleingartenanlagen oder nicht mehr genutzte Siedlungsflächen. Erst am vergangenen Wochenende bot sich mir die Gelegenheit, eine größere unbebaute Fläche in Berlin Spandau näher anzuschauen. Alle Achtung, was man da so findet. Die Graukresse (Berteroa incana) nenne ich hier nur stellvertretend. Die offizielle Projektbeschreibung liest sich wie folgt:

Im Projekt „Städte wagen Wildnis“ soll darum die Akzeptanz der Menschen für „wilde“ Flächen gefördert werden. Das Ziel ist, einen Perspektivwechsel von der negativ besetzten „unansehnlichen Brache“ zu einer positiv besetzten „Stadtwildnis“ mit einer großen biologischen Vielfalt und Platz für Naturerlebnis einzuleiten. Die vielfältigen Funktionen, die solche Flächen für Erholung, Naturerfahrung, aber auch Lokalklima und Artenvielfalt bieten können, sollen verdeutlicht werden. Ob Kommunen mit diesem Ansatz auch noch Geld sparen können, wird am Ende des Projektes feststehen.

Würde man diese Flächen naturschutzfachlich entwickeln, so könnte dies tatsächlich ein wichtiger Beitrag für die städtische Artenvielfalt werden und Synergien zwischen Fauna und Flora herstellen (Quelle: BMUB).