Traditionell führt der NABU auch in diesem Winter wieder seine „Stunde der Winterervögel“ durch. Dabei handelt es sich um eine bundesweite Zählung der Futtergäste an den heimischen Nahrungsquellen.Gemeldet werden sämtliche Vögel, welche sich in einem bestimmten Zeitraum in der Nähe des Futterhäuschen etc. aufhalten.

Da diese Aktion bereits seit Jahr und Tag stattfindet, lässt sich daraus eine prima Datenreihe über den zeitlichen Verlauf erstellen. Einziger Pferdefuß meiner Meinung nach, ist das Zählsystem. So werden auch die Tiere gezählt, die lediglich den jeweiligen Garten überfligen. So werden auch Kraniche gezählt, obwohl das keine Wintervögel im klassischen Sinne sind. Ob der NABU damit die Zahlen in die Höhe treiben möchte oder es sich dabei um eine durchaus gängige Praxis handelt, vermag ich nicht zu sagen.

Aber angesichts von inzwischen mehr als 1,8 Millionen gemeldeten Wintervögeln aus 46.000 Gärten und Parks sind die 3500 Kraniche nur ein Randereignis. Auf dem Siegertreppchen stehen derzeit der Haussperling mit 270.000 Vögeln, gefolgt von Kohl- und Blaumeise mit 249.000 und 185.000 Exemplaren.

Insgesamt wurde pro Garten ein Fünftel mehr Vögel beobachtet. Nachdem im Vorwinter die Zahlen um 15 Prozent abgenommen hatten, ist also mehr oder minder wieder der Normalstand erreicht. Prozentual am stärksten zugelegt haben Haubenmeise und Kernbeißer, ihre Beobachtungen verdreifachten sich. Wie sehr die Gesamtanstiege auf Wintergäste aus dem Norden und Osten zurückzuführen sind, und wie viel auf die bei uns nur mäßig Früchte tragenden Waldbäume, lässt sich auf die Schnelle nicht sagen.

Klassische Invasionsarten machten sich rar. Seidenschwänze wurden nur ganz wenige gesichtet, die Erlenzeisige halten sich ebenfalls zurück und Bergfinken konzentrieren sich aktuell auf den Schwarzwald und das Alpenvorland. Auffällig unter den eher seltenen Arten ist der Fichtenkreuzschnabel, dessen Einflug sich auf Regionen ganz im Osten entlang der kompletten Grenze zu Polen konzentriert.

Erfasst wurden die Daten von 70.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde (Quelle: NABU)!