Als Naturschützer ist man etwas versaut. Man kann über keine Wiese mehr gehen ohne deren Qualität zu scannen, kein Waldspaziergang kommt ohne Abschätzen der Waldgesundheit daher und auch im Urlaub kommt man aus seiner Haut nicht raus. So auch in diesem Falle. Über den Jahreswechsel weilte ich ein paar Tage im Norden und da fiel auch ein Besuch des Darß mit ab. Natürlich nutzte ich die Gelegenheit um an einer geführten Wanderung durch den Nationalpark „Vorpommersche Boddenlandschaft“ teilzunehmen. Wann sonst bekommt mal die Gelegenheit fachkundig durch ein solches Schutzgebiet zu gehen. Geführt wurde die ungefähr 35 Man umfassende Gruppe Gleichgesinnter von einer sehr engagierten und ambitionierten Rangerin, welche bereits seit knapp 30 Jahren in dem Gebiet Dienst tut. Außerdem war es lehrreich zu sehen, wie die Kollegen so eine Führung aufziehen und gestalten. Der Informationsgehalt der Veranstaltung war außergewöhnlich hoch, auf jeden Schritt folgte eine Info. Diese wurden so gefällig vermittelt, dass die mehrheitlichen Laien dem gut folgen konnten. So wurde etwas zur Entstehung des Darß, der Ausweisung des Nationalparkes sowie zu einstigen und gegenwärtigen Nutzung erzählt. Wusstet ihr etwa, dass der Weststrand der Halbinsel pro Jahr 1 Meter Land verliert, der Nordstrand hingegen um 10 Meter pro Jahr wächst? Ich auch nicht.Natürlich kamen wir auch auf das Thema Geld zu sprechen. Ehemals 74 Kollegen werden bis 2020 auf nur noch 21 Mitarbeiter geschrumpft. In Zeiten der Knappen Kassen und anderen Prioritäten wird mal wieder am Naturschutz gespart. Sollte es aber nicht. In der nachfolgenden Galerie habe ich mal ein paar Eindrücke für euch zusammengestellt.

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Die Route startete vom Parkplatz „Drei Eichen“ und führte durch den Darßwald mit seinen sich selbst überlassenen Bereichen. Auf kurz über lang soll hier wieder ein urtümlicher Wald entstehen. Eigentliches Highlight war aber der Weststrand. Hier ließ sich bei Windstärke 9 wunderbar der Kopf auslüften. Man kann diesen Strand mit keinem anderen auf dem Darß vergleichen. Hier ist man den Naturgewalten ausgeliefert und sieht auf eindrucksvolle Art und Weise die Küstendynamik. Solltet ihr mal auf dem Darß sein, dann nutzt auf jeden Fall die Chance und gönnt euch eine solche Führung. Es lohnt sich.