Als im Sommer diesen Jahres die Pläne der Europäischen Union, die Naturschutzgesetze auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen, bekannt wurden, gab es einen allgemeinen Aufschrei des Entsetzens in der Szene. Aber auch angrenzende Fachdisziplinen und Fachbereiche beteiligten sich an der Mobilmachung und rührten lauthals die Trommeln. In den sozialen Netzwerken sammelte der #NatureAlert allerhand Gleichgesinnte und machte so auf die Thematik aufmerksam. Obwohl alle (deutschen) Naturschutzverbände sehr aktiv waren, fiel mir der NABU besonders auf. Und so ist es auch heute eine Meldung des NABU welche mir ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

Die EU-Umweltminister haben sich gestern in ihrer Versammlung in Brüssel geschlossen hinter den Naturschutz und seinen Gesetzen gestellt und sich für eine vollständige Umsetzung derer ausgesprochen. Ebenfalls forderten und bekräftigten sie eine bessere Finanzierung von Schutzprojekten. EU-Kommissionspräsident Juncker hat dadurch mit seinem „Deregulierungsprogramm“ eine Schlappe kassiert.

Holzsteg ins Moor bei Gottesgab

Holzsteg ins Moor bei Gottesgab

„Die heutigen Beschlüsse des Rates zur EU-Biodiversitätsstrategie für 2020 liefern Jean-Claude Juncker und seinem zuständigen Vizepräsidenten Frans Timmermans endgültig Gewissheit. Wenn sie glauben, die Europäische Union bei Mitgliedstaaten und Bürgern beliebter machen zu können, indem sie Naturschutzgesetze durchlöchern, sind sie auf dem Irrweg. Den Artenschwund zu stoppen ist ebenso lebenswichtig für die Menschheit wie der Klimaschutz. Die EU-Kommission sollte ihre Pläne zu den Akten legen und sich nun voll und ganz auf die wirksame Umsetzung der bestehenden Naturschutzgesetze konzentrieren“, äußerte sich der  NABU-Präsident Olaf Tschimpke dazu.

Es kommt ja heutzutage viel zu selten vor, dass in einem Bereich der Politik Einigkeit herrscht. Umso schöner ist es, wenn der Naturschutz dies leisten kann und davon profitiert. Mal schauen was der nächste Streich des Herrn Juncker mit sich bringt (Quelle: NABU).