Dass Naturschutz heutzutage eine eher untergeordnete Rolle spielt, dürfte jedem klar sein, der sich mit der Materie befasst. Man könnte meinen, dass sein einziger Zweck nur darin besteht, als Sündenbock zu dienen. Aber dem ist mitnichten so. In Sachsen zum Beispiel sind die unter Naturschutz stehenden Flächen seit dem Mauerfall stark angestiegen. Im Jahre 1990 kam der Freistaat auf 156 Naturschutzgebiete mit einer Fläche von rund 14000 Hektar. Knapp 24 Jahre sind es 215 Gebiete von über 53000 Hektar Fläche. Umgerechnet wären es 75000 Fußballfeldern.
Aber auch die Zukunft sieht sehr gut aus. Laut einer Umfrage bei den Landkreisen und kreisfreien Städten werden weiterhin Naturschutzgebiete ausgewiesen. Das NSG „Chemnitzaue bei Draisdorf“ befindet sich aktuell im Festsetzungsverfahren. Möglich werden die Ausweisungen überwiegend durch Umwidmungen ehemaliger Truppenübungsplätze der NVA und Sowjetarmee. So sind prinzipiell fast alle ausgemusterten Übungsplätze zu Naturschutzgebieten geworden. Auch mit dem Grünen Band, dem ehemaligen Grenzstreifen der Innerdeutschen Grenze hat man dem Naturschutz einen großen Dienst erwiesen. Wo ehemals Grenztürme standen, entwickelt sich die Natur weitestgehend unbeeinflusst von Menschenhand zu einem wahren Urwald. Wir können also stolz auf das Erreichte sein.