Sachsen-Anhalt hat trotz aller Nachteile auch etwas Gutes. So lassen sich besonders schöne Naturräume finden. Besonders der Harz ist da zu nennen. Bereits im Harzvorland warten landschaftliche Kleinode darauf entdeckt zu werden. In meinem Beruf komme ich sehr viel in der Natur herum und kenne eine Menge solcher Gebiete. Eines davon möchte ich euch mit diesem Beitrag etwas näher vorstellen. 

 

Ein Naturschutzgebiet in den Ausläufern des Harzes

Das NSG befindet sich ca. 5 km nordwestlich von Quedlinburg, der heimlichen Harzhauptstadt. Es besteht aus einem Höhenzug, zu dem die Berge Steinholz, die Harslebener Berge (191 m ü. NN), die Hinterberge und der Große Thekenberg (205 m ü. NN) gehören. Das NSG liegt im LSG „Harz und Vorländer“. Die Geologie ist etwas anspruchsvoller zu verstehen, zumindest für einen Botaniker wie mich. Ist aber wichtig um die botanische Besonderheiten zu begreifen. Der Untergrund des Gebietes ist aus Sandsteinen der Oberkreide aufgebaut. Entlang der Halberstädter Kreidemulde bildet dieser eine langgestreckte Schichtstufe, die sich in einzelne Kuppen und Runsen gliedert. Während die Nordhänge überwiegend flach verlaufen, sind die Südhänge steil. Über dem Sandstein-Untergrund haben sich meist flachgründige Bergsand-Braunerden, über der teils mächtigen Löß-Auflage der Nordhänge tiefgründige Sand-Löß-Mischböden, entwickelt. Nun aber zu bereits erwähnten Vegetation. Im Gebiet treten Naturnahe Restwälder auf. Tiefgründige Lößbraunerde ist mit Waldlabkraut-Traubeneichen-Hainbuchenwald (Galio sylvatici Carpinetum betuli) bewachsen.  

Diese Bestände wechseln auf Verwitterungsböden kleiner Kuppen in den bodensauren Färberginster (Birken-)Eichenwald (Genisto tinctoriae-Quercetum). Die südexponierte Oberhangkante ist stellenweise mit dem subkontinentalen Fingerkraut-Eichentrockenwald (Potentillo albae -Quercetum petraeae) bestockt. Neben naturnahen Laubwäldern sind auch Forste aus verschiedenen Nadelhölzern vorhanden.

Beliebtes Wander- und Erholungsziel im Harz

Das Gebiet zieht alljährlich eine Vielzahl von Wanderern in seinen Bann. Auf meinen Streifzügen ergeben sich sehr oft nette Gespräche. Häufig werde ich da nach meinem Alltag im Naturschutz gefragt. Solltet ihr einmal in der Gegend sein,  nehmt euch Zeit um das Gebiet zu erkunden. Es lohnt sich. Gerade im Spätsommer, wenn das Heidekraut in voller Blüte steht und das Rothirsch in der Brunft ist, hat die ganze Gegend etwas sehr urtümliches.