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Naturschutz – weil's wichtig ist

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EU-Liste der invasiven Tier- und Pflanzenarten wächst

Invasive Neophyten sind ein Problem der modernen Zeit. Hervorgerufen durch die unterschiedlichsten Faktoren sorgen sie in den heimischen Ökosystemen für ordentlichen Trubel. Sie dringen in schon besetzte bzw. in freie ökologische Nischen und stellen ganze Lebensgemeinschaften auf den Kopf. Der nachfolgende Rattenschwanz an Folgen macht auch vor dem Menschen nicht halt. Diverse Allergien werden durch die invasiven Neubürger hervorgerufen. So macht die Beifuß-Ambrosie jedes Jahr aufs Neue von sich reden. Auch nicht fehlen dürfen der gefährliche Riesenbärenklau sowie das Drüsige Springkraut. Ersterer sorgt bei Kontakt mit Sonnenlicht für schlimme Hautreizungen und das Drüsige Springkraut okkupiert ganze Uferrandbereiche und  schmälert die dortige Biodiversität. Um dem Problem mit den Neuankömmlingen Herr zu werden, hat die EU eine Liste mit invasiven Tier- und Pflanzenarten erstellt. Diese wird fortlaufend erweitert und hat schon ein beachtliches Ausmaß erreicht.

EU-Liste zu invasiven Neophyten wird fortlaufend ergänzt

In der „Unionsliste“ invasiver Arten benennt die EU zu bekämpfende Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen und daher der biologischen Vielfalt schaden können. Der erste Entwurf dieser Liste stieß allerdings auf heftigen Gegenwind und musste sich einiges an Kritik gefallen lassen. Hauptsächlich wurde beanstandet, dass die aufgeführten Arten nur einen Bruchteil an invasiven Arten innerhalb der EU aus. Als im im Dezember 2015 sogar das EU-Parlament in das gleiche Horn stieß, begann sich etwas zu bewegen. Schon im Februar 2016 wurde nachgelegt. Der zuständige Ausschuss lieferte eine Liste mit 20 weiteren Arten ab. Leider blieb diese von der EU-Kommission unberücksichtigt.

Invasive Neophyten – ein ökologisches und ökonomisches Problem

In Deutschland sind mindestens 168  invasive (oder potentiell invasive) Tier- und Pflanzenarten bekannt. Experten schätzen den Anteil von Neophyten in der gesamten EU auf etwa 12.000 Arten, von denen ca. 15% als invasiv gelten und damit potenziell Schäden ausrichten.

Ich habe mal ein paar weiterführende Links für euch zusammengestellt.

KORINA – Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts 

„Unionsliste“ Neophyten (EU-Verordnung zu invasiven gebietsfremden Arten)

 

Achillea setacea – die Feinblättrige Schafgarbe

Die Artvertreter der Schafgarben sind nicht so einfach zu bestimmen. Oftmals vermischen sich die jeweiligen Artmerkmale und führen den geneigten Botaniker auf eine falsche Fährte. Ohne Mikroskop, Zeit und Erfahrung steht man vor einer sehr schweren Aufgabe. zum Glück gibt es bei den Schafgarben jedoch eine Ausnahme und diese möchte ich euch heute vorstellen.

 

Artsteckbrief

Bei der Art Achillea setacea handelt es sich um eine indigene Art der Trocken- und Halbtrockenrasen. Sie wird in der Roten Liste für Gefäßpflanzen in der Gefährdungsstufe 3 geführt. Sie gilt somit in Deutschland sowie in Sachsen-Anhalt als „gefährdet“. Allerdings ist die Bestandsentwicklung negativ. In einer aktuelleren Roten Liste wird sie sicherlich auf Stufe 2 rutschen.

Lebensraum und Ökologie

Wie bereits erwähnt, hat diese Art auf Halbtrocken- und Trockenrasen ihr Hauptvorkommen. Oftmals sind Vorkommen dieser Art ausschließlich auf Marginal- und Restflächen zu finden. Sollten auch diese Lebensräume der Sukzession zum Opfer fallen, so würden auch die Populationen von Achillea setacea aus der Landschaft verschwinden. Obwohl lediglich 10% des Verbreitungsareals dieser Art in Deutschland liegen, wäre dies doch ein unschöner Verlust.

Die Feinblättrige Schafgarbe trifft man (sofern man Glück hat) im Flach- und Hügelland der meridionalen bis südlich temperaten Klimazonen an. Dabei erstreckt sich ihr Vorkommen über Europa und West-Asien.

Ihr eindeutiges Bestimmungsmerkmal (ja, so etwas haben weiße Doldenblütler) sind die Blätter am Grund. Diese bilden dichte und markante Büschel und sehen recht „untypisch“ für eine Achillea-Art aus. Ich hoffe auf dem Foto ist es zu erkennen.

Achillea setacea

Achillea setacea (Feinblättrige Schafgarbe)

Schwarzwald ist nun Biosphärenreservat

Im modernen Naturschutz gibt es eine Menge an unterschiedlichsten Möglichkeiten die Natur unter Schutz zu stellen. Jede einzelne zielt dabei auf unterschiedliche Belange und Aspekte ab. Währen Naturschutzgebiete und Nationalparks die Königsklasse darstellen (und die strikteren Regeln haben), nehmen sich bspw. die Biosphärenreservate nicht ganz so ernst. Nun können wir in deutschen Landen ein weiteres solches Schutzgebiet begrüßen. Im Schwarzwald.

Schwarzwald nun UNESCO-Biosphärenreservat

Seit gestern darf sich der Schwarzwald nun „Biosphärenreservat“ nennen und damit den UNESCO-Stempel führen. Umfasst werden dabei mehr als 28 Gemeinden im südlichen Schwarzwald und 630 km² Fläche. Als Biosphärenservate zeichnet die UNESCO Natur- und Kulturlandschaften aus, die sich aufgrund ihrer kulturellen Vielfalt und ihres großen Artenreichtums als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung eignen. Nach der Schwäbischen Alb und der Bliesgau im Jahre 2009 ist der Schwarzwald nun das 16. Gebiet in Deutschland, dem dieser Titel zukommt.

 

Sankt Ottilien Freiburg

Schwarzwald-Biosphärenreservat zeichnet Artenvielfalt aus

Gemeinschaftlich genutzte Bergweiden bis in die höchsten Lagen, die „Allmendweiden“, zeichnen das neue UNESCO-Biosphärenreservat Schwarzwald besonders aus. Auf diesen Hochweiden trieben die Bauern ihre großen Herden mit traditionellen Rinderrassen noch bis in die jüngere Vergangenheit. Die daraus entstandene einzigartige Landschaft umfasst zum Beispiel von Verbiss geprägte „Weidbuchen“. Allmendweiden sind wegen ihres großen Artenreichtums besonders schützenswert, heute jedoch nur noch vereinzelt in Deutschland vorhanden. Das frisch gekürte UNESCO-Biosphärenreservat will unter anderem zum Erhalt von gefährdeten Rinderrassen beitragen, beispielsweise durch Vermarktung von Milch, Käse und Fleisch. Charakteristisch für den südlichen Schwarzwald sind außerdem der Wechsel von Wald- und Offenlandschaften und der Weitblick von den hohen Gipfeln. Keine andere deutsche Mittelgebirgslandschaft weist größere Höhenunterschiede auf kleinstem Raum auf.

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