Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

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Insektenbestimmung leicht gemacht

Nach dem es im letzen Beitrag schon Insekten im Fokus standen, kommt mit diesem Beitrag gleich der Nachschlag. In einem „richtigen“ Garten summt und brummt es als gäbe es kein Morgen. Leider ist dies für die meisten Insekten auch der Fall. Solltet ihr aber das Glück haben und in euren Gärten noch in den brummenden Genuss der Bienen, Hummeln und anderer Bestäuber kommen, stellt sich eventuell die Frage, was denn  da vor euren Augen eigentlich kreucht und fleucht. Diesem Wissensdrang kann geholfen werden.

Die häufigsten Insekten einfach erklärt

Auch an dieser Stelle möchte ich auf die Arbeit vom NABU verweisen. Auf einer entsprechenden Seite werden die zehn häufigsten Insektenarten in Gärten anschaulich genannt und beschrieben. Wer die Welt der Insekten unterschätzt ist zu vorschnell, denn diese Welt ist riesig. Über 60 % der beschriebenen Tierarten sind Insekten. Ihre Rolle für die Biodiversität, Ökologie, Gesundheit und auch Wirtschaft sind nicht zu vernachlässigen. In letzter Zeit versucht der Begriff „Ökosystemdienstleistungen“ dieses Tun in das Bewusstsein zu rücken. Leider sträubt sich die konventionelle und altbackene Industrie und die momentan versagende Politik an ganzer Front. Aber darum soll es in diesem Beitrag nicht gehen. Auf der NABU-Seite werden bspw.  Hummeln, Libellen, Tagfalter und Nachtfalter behandelt. Klickt euch mal rein und haltet die Augen offen.

Eine Biene sammelt den Pollen einer Sonnenblume.

DIY: Futterstelle für Schmetterlinge

Wenn es eine Artengruppe gibt, die in der heutigen Zeit besonders viel Federn lassen musste, sind es die Insekten. Glaubt man aktuellen Zahlen, so sind 80% der Bestände eingebrochen. Demzufolge sind alle Maßnahmen, die zur Verbesserung der Situation beitragen sind daher sehr  willkommen. Eine sehr gute Möglichkeit sind bestäuber- und insektenfreundliche Gärten. Der Nabu zeigt auf seiner Seite ihr selbst Hand anlegen könnt um es Schmetterlingen und Bestäubern in eurem Umkreis etwas angenehmer machen könnt.

Schmetterlinge unterstützen leicht gemacht

Der NABU gibt auf seiner Seite Tipps zum Bau einer Schmetterlingsspirale. Diese ist mit wenig Aufwand ganz einfach selbst  zu bauen und hat einen überaus positiven Effekt auf die kleinen Summser aus. Entscheidend dabei ist die Wahl der richtigen Pflanzen. Hierbei sollte der Fokus nicht auf gärtnerische Aspekten liegen sondern vielmehr auf das zu erwartende Nahrungsangebot. Ich persönlich bin ein großer Freund von Bauerngärten. Diese sehen zwar etwas wild aus aber sie strotzennur so vor Artenvielfalt und freudigem Gebrumm.

Schaut mal beim NABU vorbei und holt euch ein paar Ideen. Ich wünsche frohes Schaffen.

Schwalbenschwanz-Schmetterling

Schwalbenschwanz-Schmetterling

 

Der sommerliche Herbst – ein Schmetterling sorgt für Ärger

Jedes Jahr um die Sommerzeit bemerke ich den schlechten Zustand der Rosskastanien (Aesculus hippocastanum). In der Hochzeit der Vegetationsphase färbt sich das Blattwerk dieser Bäume bereits bräunlich ein und sorgt für herbstliche Tupfer im ansonsten noch sommerlichen Wald. Vielerorts wird der steigende Schadstoffgehalt der Luft dafür verantwortlich gemacht und sicherlich wird dies auch einen Teil dazu beitragen. Im Falle der Gewöhnlichen Rosskastanie liegt die Ursache aber an anderer Stelle.

Miniermotte – Schädling auf dem Vormarsch

Die kreisrunden Flecken auf dem Laub der Rosskastanie sind das Werk eines Kleinschmetterlings. Der Rosskastanienminirmotte (Cameraria ohridella). Die Raupen und Puppen entwickeln sich fast ausschließlich in den Blättern der weißblühenden Gewöhnlichen Rosskastanie und haben durch die extrem schnelle Verbreitung von ihrem Ursprungsgebiet in inzwischen fast alle Gebiete Europas hinein großes öffentliches und publizistisches Aufsehen erregt. Erstmalig nachgewiesen wurde die Art 1984 im nordwestlichen Mazedonien. Bereits fünf Jahre später konnte sie in Österreich nachgewiesen werden. Ihre extrem schnelle Vermehrung ist dadurch zu erklären, dass die Art in Mitteleuropa nur wenige natürliche Feinde hat bzw. dass sich mögliche Fressfeinde diese neue Nische noch nicht erschlossen haben. Über die Herkunft bzw. das Ursprungsland der Miniermotte wurde zunächst heftig debattiert, da die meisten nahe verwandten Arten ausschließlich in Nordamerika vorkommen. Später stellte sich heraus, dass die Art in Albanien ihren Ursprung hat. In den dortigen Schluchten und Tälern hat die Gewöhnliche Rosskastanie ihr natürliches Vorkommen.

Durch die Miniermotte befallene Gewöhnliche Rosskastanie.

Durch die Miniermotte befallene Gewöhnliche Rosskastanie.

Kleiner Schmetterling –  große Wirkung

Ein Befall durch diese Art der Miniermotte hat gravierende Folgen für den betroffenen Baum. Die Fraßgänge (Minen) der Larven führen zu einer schnellen Braunfärbung und damit zum langsamen Welken der Blätter schon im Sommer. Dies führt zu einer Schwächung des Baumes, da die Photosynthese unterbrochen wird. Die Bäume können weniger Nährstoffe aufnehmen. Sie verlieren auch ihre ästhetische Qualität, zumindest Monate früher als ohne Befall durch die Rosskastanienminiermotte. Daraufhin kommt es im späteren Verlauf zu einem erneuten Austreiben der Blätter. Ob die Bäume diesem doppelten Kraftaufwand pro Jahr gewachsen sind muss sich zeigen. Bisher sind noch keine Fälle von abgestorbenen Bäumen bekannt, allerdings existieren auch noch keine Langzeiterkenntnisse über deutlich mehr als 20 Jahre.

Durch die Miniermotte befallenes Blatt der Gewöhnliche Rosskastanie.

Durch die Miniermotte befallenes Blatt der Gewöhnliche Rosskastanie.

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