Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

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prägende Kinderstube

Die Kindheit ist wohl die wegweisende in unserer Entwicklung. In dieser werden die Weichen für unser zukünftiges Leben gestellt. Welche Werte verfolgt man oder nicht? Welcher Mensch möchte man für den Rest seines Lebens sein und wie möchte man diese Welt verlassen? Zugegeben, alle diese Fragen beantworten sich nicht in der Kindheit aber die ersten Schritte werden getan. Genauso verhält es sich im Tierreich. Ökologische Früherfahrungen steuern die Entwicklung und lebenslange Verhaltensweisen.

Prägende Kindheit formt das spätere Tier (leben)

Ähnlich wie die Menschen haben auch Tiere individuelle Verhaltensweisen und Wesenszüge. Ich würde sogar behaupten, manche besitzen ausgeprägte Marotten. Einige Tiere verlassen die sichere Gruppe und wandern ab um neue Territorien zu erkunden und zu besiedeln. Andere Tiere legen auf Exploration keinen Wert und bleiben ihr Leben lang in der Nähe der angestammten Gruppe. Was aber löst diese unterschiedlichen Verhaltensweisen aus? Diese Fragen hat sich auch der Schweizer Dr. Stefan Fischer und seine Kollegin Prof. Barbara Taborsky gestellt. Die beiden Wissenschaftler der Uni Bern haben dazu in Langzeitexperimenten Buntbarsche untersucht. Dabei untersuchten sie die beiden Forscher die Entwicklung und das Verhalten der Jungfische, die mit verschiedenen sozialen und ökologischen Früherfahrungen großgezogen wurden.

Die Kollegen von naturschutz.ch haben das Vorhaben in einem ausführlichen Artikel beschrieben, den ich auch hiermit ans Herz lege.  Werft mal einen Blick darauf, interessante Erkenntnisse inklusive.

Den (Natur)Garten winterfest machen

Die warmen Tage werden weniger und die Gartensaison neigt sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Vorbei scheinen die lauen Abende an denen man im heimischen Garten sitzt und den Tag entspannt ausklingen lässt. Die Gartenfreunde unter den Lesern werden das eventuell anders sehen, denn in einem Garten gibt es immer was zu tun. Besonders wenn man keinen Rollrasen und anderes untypisches Zeugs sein Eigen nennt. Denn ein Garten ist viel mehr als nur ein beschaulicher Ort zum schönen Sitzen. Er bietet, sofern passend gestaltet, einen wichtigen Lebensraum für Flora und Fauna.

Gartentipps für den Herbst

Während die „konventionellen“ Gartenfreunde im Herbst eifrig das Gras ein letztes Mal mähen und das Laub in große Säcke packen, hat es der Naturgärtner etwas leichter und geht alles etwas ruhiger an. Er muss seinen Garten schließlich nicht aufräumen. Verblühte Pflanzen werden nicht entsorgt und das Laub bleibt noch eine Weile so liegen. Familie Igel freut es sicherlich. Das bedeutet aber nicht, dass Naturgärtner nun faulenzen können. Auch sie haben alle Hände voll zu tun. Der NABU hat auf seiner Seite ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt, wie ihr euren Garten winterfest und zu einem ansprechenden Lebensraum für die Flora und Fauna macht.

Bildquelle: nabu.de

Präsentiert werden euch die Tipps via interaktivem Garten. Hinter jedem Spatensymbol verbirgt sich ein Infofenster mit Ideen und Tricks zu einem Garten für die Artenvielfalt. Viele der Vorschläge sind naheliegend und mit wenig Aufwand zu realisieren. Schaut auf jeden Fall mal rein und lasst euch inspirieren, die Biodiversität wird es euch danken.

Überraschung im Spätsommer

Den ganzen Sommer über bin ich in den verschiedensten Naturräumen unterwegs und arbeite in und mit der heimischen Flora. Aus dieser Position heraus bekomme ich den Jahresverlauf praktisch aus erster Hand mit und erlebe ihn in all seinen Facetten. Unweigerlich macht man das Voranschreiten des Jahres an den blühenden Pflanzen fest und teilt es so in zeitlich aufeinanderfolgende Abschnitte. Die Natur aber kennt keine solcher Zeiträume. Sie macht ihr eigenes Ding und hält hin und wieder eine Überraschung parat.

Frühjahrspflanzen im Spätsommer

Als ich letzte Woche eines meiner Gebiete im Harz durchstreifte, staunte ich nicht schlecht. Da blieben meine Augen doch an zwei vertrauten Farbtupfern hängen und brachten mich ins Grübeln. Schnell die Botanikerhaltung eingenommen und auf Knien herangerutscht. Tatsache, vor mir standen mehrere Vertreter von Veronica spicata (Ähriger Ehrenpreis) und Pulsatilla vulgaris (Gewöhnliche Kuhschelle).  An sich blühen diese Arten im April bis Juni und haben maximal im Juli ihre Blütezeit überschritten. Wie konnte das also sein? Die Antwort ist ganz einfach. Naturschutz. Auf den Flächen wird seit Neuestem eine historische Nutzungsweise imitiert und die über das Jahr gewachsene Biomasse im Spätsommer abgemäht. Dadurch wird die Fläche lichter und der Konkurrenzdruck innerhalb der Arten wird gemindert. So können es manche Exemplare noch zu einer zweiten Blüte im Jahr schaffen und bilden einen farbenfrohen Abschluss. Schön oder?

Pulsatilla vulgaris

Veronica spicata

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