Naturgebloggt

Naturschutz – weil's wichtig ist

Schlagwort: Naturschutz

Ackerflächen als Massengräber

Da aller guten Dinge bekantlich drei sind, kommt hier der dritte Beitrag über Insekten. Einen monothematischen Hattrick gab es hier im Blog auch noch nicht. Grund dafür ist ein Artikel auf der Website der Frankfurter Rundschau. Darin wird ein zeitgenössiches Phänomen beschrieben, dessen Ausmaße sich die heutige Generation in ihrer gedankenlosen und unbekümmerten Art nicht einmal im Ansatz vorstellen kann. Dem Aussterben der Insekten.

Artensterben auf Landwirtschaftsflächen

Insekten haben ein Problem. Das Fehlen von knuffigen Kulleraugen, einem niedlichen Gesichtchen und Fell, welche sie zu einem drollig dreinblickenden Fellhaufen machen kann. Nur mit solchen Artmerkmalen erringt man das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit und kann von einem der unzähligen Artenhilfsprogrammen profitieren. Stattdessen machen die Insekten oftmals mit der Giftspritze oder dem Pantoffel Bekanntschaft. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Besonders auf landwirtschaftlich genutzten Flächen setzt ein Artensterben von bisher unbekannten Ausmaßen ein. So schreibt die Frankfurter Rundschau von einem 80%-igen Rüclgang der Insekten in NRW seit 1995. In anderen Bundesländern dürfte es nicht anders aussehen. Besonders in landwirtschaftlich geprägten Bundesländern wie Sachsen-Anhalt dürfte es ähnlich sein. Mittlerweile hat das Artensterben durch die intensive Landwirtschaft auch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) auf den Plan gerufen und lässt es eine „Kehrtwende in der Agrarpolitik“ fordern. Nach allem was ich aus der Branche so weiß, schwenkt die EU in eine gegensätzliche Richtung. Die zweite Säule der GAP soll zu Gunsten der ersten Säule der GAP beschnitten werden. Das wäre ein weiterer Sargnagel für die Biodiversität. Nehmt euch mal den Moment und lest den Artikel der Frankfurter Rundschau.

#Twittventskalender – Naturedition 2016

TwittsventskalenderVor mittlerweile zwei Jahren habe ich bei dem geschätzten Falk Sieghard Gruner (Founder und Betreiber der Medienspinnerei) eine klasse Aktion für die Vorweihnachtszeit entdeckt. Sie hört auf den Namen #Twittventskalender und ist an den auf Twitter etablierten Follow Friday angelehnt. Im Gegensatz zum Original gibt es bei Falks Variante jedoch täglich eine interessante Folgeempfehlung. Er konzentriert sich dabei auf sein Revier Social Media. Dadurch inspiriert, starte ich dieses Jahr einen #Twittventskalender in meinem Metier. Naturschutz. Es erwartet euch also bis Heiligabend jeden Tag eine Organisation oder ein Verband etc., der oder die sich mit Naturschutz befasst und sich für den Erhalt von Natur und Landschaft engagiert. Die original #Twittventskalender 2014 und 2015 findet ihr hier.

Also dann, viel Spaß.


#1

The Ocean Cleanup


Einer muss den Anfang machen. Daher gleich zu Beginn der Hinweis, dass die hiesige Auflistung keinesfalls als Ranking verstanden werden soll. Es sind alles hochkarätige und handverlesene Empfehlungen. Beginnen wir mit dem Project „Ocean Cleanup“. Man muss sich dazu die Website anschauen, sonst glaubt man es nicht. Um die 8 Millionen Tonnen Plastikmüll sammeln sich jährlich in den Ozeanen dieser Erde. Mit schreckliche Folgen für das gesamte Ökosystem. Genau da greift Ocean Cleanup an. Mittels riesiger „Förderbänder“ werden fünf Patches in den Meeren gesäubert und somit das Plastik aus dem Wasser geholt. 2013 gestartet, stehen heute mehr als 25 Mitarbeiter und über 100 Freiwillige hinter der Projekt und versuchen die Erde ein kleines Bisschen besser zu machen.


Das Bergwaldprojekt


Der Verein Bergwaldprojekt e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wälder im Allgemeinen und Bergwälder im Besonderen zu schützen, zu erhalten und zu stärken. Um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen, arbeitet das Bergwaldprojekt mit allerhand Freiwilligen in ganz Deutschland zusammen. Zu den erwähnten Aufgaben gehören u.a. die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den TeilnehmerInnen die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen.


Friends of the Earth

Friends of the Earth International ist ein Zusammenschluss internationaler Umweltschutzorganisationen. In 76 Ländern ist er mit über zwei Millionen Mitgliedern und Unterstützern vertreten. Gegründet wurde FoE 1971 von vier Organisationen aus Frankreich, Schweden, den USA und England. Sitz des Sekretariats ist Amsterdam (Niederlande). Einer der wichtigsten Aufgaben des FoE ist die Lobbyarbeit. Eines der Probleme im (lokalen) Naturschutz ist, dass er keine funktionierende Lobbyarbeit hat. Das zu ändern hat sich der FoE vorgenommen.


Pro Natura

Auf Platz 4 hat es die älteste Naturschutzorganisation der Schweiz geschafft.
1909 gründeten Vertreter der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft, die heutige Akademie der Naturwissenschaften Schweiz, den Schweizerischen Bund für Naturschutz , der sich später in Pro Natura umbenennen sollte, um die Idee eines Nationalparks in der Schweiz zu verwirklichen. Zu den selbstgesteckten Zielen gehören u.a. die Stärkung der Biodiversität, der Schutz der nat. Ressourcen und ganz besonders wichtig, den Bezug zur Natur zu erhöhen.


The Nature Conservancy

Nature.org gehört zu den führenden Organisationen in Sachen Naturschutz. Vornehmlich auf Nordamerika fokussiert, informiert sie auch über den weltweiten Naturschutz, richtet Tagungen aus oder unterstützt diverse Maßnahmen. Wer sattelfestes Englisch beherrscht, der findet hier eine Fülle an Informationen und interessanten Artikeln.


Deutscher Naturschutzbund

Die Mutter aller deutschen Naturschutzverbände. 1899 noch unter dem Namen „Bund für Vogelschutz“ gegründet, kann diese nicht-staatliche Regierungsorganisation auf über eine halbe Million Mitglieder blicken und leitest in ca. 2000 lokalen Gruppen beispielhafte Naturschutzarbeit. Besonders in Sachsen-Anhalt zeichnet sich der NABU u.a. für den Erhalt von europaweit geschützten Trockenrasenbeständen aus.


Bunde Wische e.V.

Naturschutz profitiert von Beweidung in außerordentlich hohem Maße. Durch die Landschaftspflege mit Weidetieren (gerne auch größeren) wird Artenvielfalt geschaffen und triste Lebensräume oftmals aufgewertet. Genau diese Art von Naturschutz betreibt Bunde Wischen e.V. Die Geschichte von Bunde Wischen e.V. begann 1986 mit einer Arbeitsgruppe des BUND. Damals wurde eine Orchideenwiese versuchsweise mit 3 Rindern gepflegt. Heute besteht der Verein aus 6 Mitgliedern und versteht sich mit seiner Zielsetzung weit greifender als zu Zeiten der Arbeitsgruppe des BUND. Bereits in der Präambel der Satzung wird deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es bei unserer Arbeit im Naturschutz auch um Neubestimmung von Wertmaßstäben und um einen anderen Umgang der Menschen mit sich, untereinander und mit der Natur und seiner „Mitwelt“ geht. „Wir sind der Ansicht, dass Naturschutz als eine Art von Bewusstseinsbildung zu verstehen ist. Aus diesem Grunde ist es uns wichtig, die drei Säulen des Vereins, bestehend aus Landwirtschaft, Naturschutz und Gesundung miteinander zu verbinden“, so der Verein über sich.


Naturschutz.ch

Follow @naturschutzch

Wer sich schnell und umfassend über die Naturschutzarbeit in der Schweiz informieren möchte, der ist bei den Kollegen von Naturschutz.ch bestens aufgehoben. Die Themen reichen von lokaler Naturschutzarbeit über globale Projekte in der Umsetzung bis hin zu interessanten Forschungsvorhaben. Gegründet wurde das Informationsnetzwerk 2003 von sieben engagierten Naturschützern. Aktuell ist mit dem Präsidenten des WWF Schweiz, Gerhard Schriebl, ein echtes Schwergewicht im Vorstand. Besonderes Schmankerl ist die Anbindung an die Community.


Die NABU-Blogs

Auf den NABU-Blogs findet ihr News, Erklärungen und Hintergründe aus allerhand unterschiedlichen Bereichen wie bspw. Meeresnaturschutz, Klima oder Nachhaltigkeit werden bebloggt. Besonderen Bekanntheitsgrad erreichte der Blog zu Zeiten von #NatureAlert. Dessen Ausgang in einem Riesenerfolg für den Naturschutz endete. Alle Neuigkeiten und Ergebnisse der Entwicklung wurden an dieser Stelle kommuniziert. Daher Danke an das gesamte Team.


Koordinationsstelle Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts beim UfU e.V (KORINA)


Als Neophyten oder Neubürger werden Pflanzenarten bezeichnet, die nach 1492 durch menschliches Tun nach Europa eingebracht wurden. Problematisch wird es bei den invasiven Neophyten. Diese brechen hiesige ökologische Nischen auf und verdrängen heimischen Arten. Des Weiteren besteht ein erhebliches finanzielles und gesundheitliches Risiko durch neu eingewanderte Pflanzenarten. Allergiker sollten das Thema im Blick behalten. Wer es auf jeden Fall im Auge behält, ist das Team von KORINA. Das Team um Katrin Schneider kümmert sich um Monitoring, wissenschaftliche Aufklärung und Abwehrmaßnahmen und -strategien gegen Neophyten in den Schutzgebieten Sachsen-Anhalts. Ihr macht eine super Arbeit. Macht bitte weiter so.


World Wide Found for Nature (WWF Deutschland)

Ähnlich dem NABU startete der WWF unter anderem Namen. Bis 1986 noch als World Wildlife Found bekannt kümmert sich die Organisation aus Gland in der Schweiz in globalem Maßstab um Naturschutz. Immer mal wieder als das „grüne Gewissen von Shell, BP und Co“ bezeichnet sind meine Erfahrungen durchaus positiv. Die Organisation ist mit ihren Büros in mehr als 80 Ländern vertreten und kann auf über fünf Millionen Unterstützer zählen. Seit seiner Gründung steckte der WWF weltweit 11,5 Milliarden US-Dollar in über 13.000 Projekte.


Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

Der BUND ist sicherlich jedem Leser ein Begriff. Er ist der deutsche Ableger der internationalen Naturschutzorganisation „Friends of the Earth“ und startete 1976 unter dem Namen „Bund für Natur- und Umweltschutz Deutschland“. Waren es damals lediglich 21 Gründungsmitglieder, so sind es heute mehr als eine halbe Million Unterstützer und Spender die dem Naturschutz unter dieser Flagge eine Stimme geben.


The Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Service

Hinter dem abschreckenden und unheimlich wichtig klingenden Namen steckt in der Tat eine bedeutende Institution. Der Weltbiodiversitätsrat kümmert sich um die globale Artenvielfalt. Der Bestand weltweiter Arten und Artengruppen geht seit einiger Zeit in Richtung Nordpol. Genau da setzt der IPBES an und erfasst aktuell bis 2019 die Biodiversität und versucht die jetzige Situation in Zahlen zu erfassen.


Öko-Tiger

Stellvertretend für den gesamten Nachwuchs in der Naturschutzbranche stelle ich euch heute Lucas und seinen Blog Öko-Tiger vor. Dieses Blog verfolge ich schon seit einer ganzen Weile. Aufmerksam geworden bin ich auf dieses Projekt via Google +. Engagierten Nachwuchs in Sachen Naturschutz finde ich immer klasse und unterstützenswert. Auf Öko-Tiger.de werden aktuelle Themen via Vlogs (sagt man das so?) aufbereitet. In letzter Zeit bewegt sich das Geschehen zunehmend in Richtung YouTube.


Mellifera e.V.

Den Bestäubern im Allgemeinen und den Bienen im Besonderen kommt heutzutage eine viel zu kleine Rolle zu. Ihre Wichtigkeit für den Menschen wird oftmals nicht erkannt und gewürdigt. Damit sich dies ändert, gibt es Mellifera e.V. Der 1985 als Antwort auf die Varroa -Milbe gegründete Verein setzt sich für eine wesensgerechte Bienenhaltung ein. Ein Blick auf die Homepage und auf Twitter lohnt sich.


EUROPARC Federation und EUROPARC Deutschland e.V

EUROPARC versteht sich als Dachorganisation aller weltweiten Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks  und gibt diesen eine gemeinsame Stimme. EUROPARC Deutschland bezieht sich dabei, wie der Name schon sagt, auf unsere heimischen Schutzgebiete. Einen genauen Überblick der aktuell laufenden Projekte und Vorhaben findet ihr hier.


Feldbotanik

Hinter dem Namen „Feldbotanik“ steckt der Schweizer Daniel Hepenstrick. Er bezeichnet sich selber als „Hobbynaturschützer“ und ist im Großraum Zürich (CH) aktiv. Aktuell promoviert er an der ETH Zürich und hat sich seine Sporen im Bereich der Vegetationsanalyse verdient. Wer ihm auf Twitter folgt, der kommt in den Genuss von informativen Botanik-Tweets und hat die ein oder andere Gelegenheit zu Fachsimpeleien. Ebenso mischt er kräftig in dem Projekt „Lebensraum Kulturlandschaft Burghölzli“ mit, welches sich zum Ziel gesetzt hat die Naturvielfalt im Quartier um den Stadtzürcher Burghölzlihügel zu erhalten und zu fördern.


The International Union for Conservation of Nature (IUCN)

Die IUCN ist die Weltnaturschutzorganisation. Sie betreibt wichtige Grundlagenforschung und unterhält mehrere Natur- und Artenschutzprojekte.  Ebenfalls ist sie in der Umweltbildung aktiv und publiziert das Red Data Book, in dem gefährdete Tier- und Pflanzenarten weltweit mit ihren entsprechenden Kategorien aufgeführt werden. Besonders bedeutend für die Branche ist der IUCN-Leitfaden für die Wiederansiedlungsprogramme von Tier- und Pflanzenarten.



GreenGadgets.de



GreenGadgets.de hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit mit Technik in unserem Alltag zu bringen und zu vereinen. Ein in meinen Augen notwendiges und löbliches Ansinnen, denn gerade die Techbranche hat noch einigen Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. GreenGadgets beschreibt sich selbst als Experiment. Ohne „Öko-Anstrich“ und Klischees wird über grüne Trends, Erfindungen und Produkte berichtet.


Naturgucker

Citizen Science beschreibt die heutige Folgeempfehlung ganz treffend. Auf Naturgucker.de können Funde von Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gemeldet und verortet werden. Mit diesem sozialen Netzwerk für Naturbeobachter sollen nicht nur wissenschaftliche Daten gesammelt werden, vielmehr möchte man auch mehr Leute für die spannende Freizeitbeschäftigung Naturbeobachtung begeistern. Ein Pokémon GO!  mit Mehrwert eben.


Das Waldinformationszentrum  Hammerhof

Hier twittern die Förster des Waldinformationszentrums Hammerhof & des Wisentgeheges Hardehausen über Wald, Holz, Forstwirtschaft & Naturschutz. Es freut mich immer, wenn Förster sich für Naturschutz einsetzen. Oftmals gehen deren und unsere Ansichten der Dinge aber meilenweit auseinander. Jedoch ist der Naturschutz auf den Forst angewiesen und sollte auch in dieser Branche Aufklärung und Information betreiben. Schön zu sehen, wenn uns Projekte wie der „Hammerhof“ dabei helfen.


Freunde der Natur


Unter dem Namen Freunde der Natur verbirgt sich ein Sammelpunkt für alle Naturliebhaber und -beobachter, die sich mit Gleichgesinnten vernetzen und ihre Beobachtungen teilen wollen. Ebenfalls ist es eine Anlaufstelle für Artbestimmungen anhand von Fotos. Die dazugehörige Website dieSchmetterlinge ist ebenfalls mehr als einen Blick wert.


Gesunde Zukunft – BUND Sachsen e.V.

Die Regionalgruppe „Gesunde Zukunft“ des BUND Sachsen agiert vornehmlich im östlichen Teil des Bundeslandes und setzt sich für den Naturschutz vor Ort ein. Durch verschiedenste Projekte in Sachen Nachhaltigkeit, Naturschutz und Umweltbildung wird die Region rund um die Landkreise Bautzen, Görlitz und Sächsische Schweiz fit gemacht für eine naturverträgliche Zukunft. Besonders empfehlenswert ist die jährliche „Wanderung des Baumes“.


Zum krönenden Abschluss gibt es keine konkrete Folgeempfehlung meinerseits. Vielmehr möchte ich allen Ehrenamtlichen, Ortsgruppen, freiwillig Engagierten und all denjenigen im Naturschutz danken, die ihn am Laufen halten danken. Besonders in Zeiten der knappen Kassen seid ihr die Helden der Stunde. Schaut euch, liebe Leser, in eurer Umgebung um und werdet auch aktiv. Schafft Vielfalt und Landschaft. Es lohnt sich.

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