Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Meistens dort, wo man sie nie vermutet hätte. Heute: Amerika. Das Land der begrenzten Unmöglichkeiten ist dafür bekannt, alles in irgendwelchen Folien zu verpacken. Doch damit könnte jetzt Schluss sein. Als erster US-Bundesstaat hat Kalifornien Einweg-Plastiktüten verboten. Laut einem SPON-Bericht unterzeichnete Gouverneur Jerry Brown gestern ein entsprechendes Gesetz. Ab 2015  dürfen dünne, kostenlose Plastiktüten nicht mehr an Kunden diverser Supermärkte ausgegeben werden. Das gilt auch für Drogerie- und Lebensmittelläden. Ab 2016 ist dann auch in Getränkeshops Schicht im Schacht. Befürworter dieses Gesetztes erhoffen sich so weniger Müll an Stränden und sehen es als Schritt in die richtige Richtung. Immerhin treiben ca. 142 Millionen Tonnen Müll auf den Weltmeeren. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Mehrere Hersteller von Plastiktüten haben Widerstand angekündigt. So befürchten sie den Verlust von tausenden Arbeitsplätzen. In diesem Sinne hat die „American Progressive Bag Alliance“, ein Zusammenschluss diverser Tütenherstelller, die Absicht eine Volksabstimmung zu erreichen. Abgestimmt werden soll im Juli 2015. Der Staat Kalifornien gewährt Produzenten von Plastiktüten ein Darlehen in Höhe von zwei Millionen US-Dollar um ihre Produktion auf wiederverwertbare Güter umzustellen. Für diese werde dann ein Entgelt von 10 Cent pro Tüte fällig. Das ist genau der Preis den auch eine ökologisch bessere Papiertüte kostet. Somit fühlen sich die Papiertütenhersteller auf den Schlips getreten und klagen über eine Gleichsetzung von Plastik und Papier. Wie das Gerangel ausgeht und welche Lobby die stärkere ist, bestimmt wird man die Plastiktüte zum US-Kulturgut ernennen, das wird uns das kommende Jahr zeigen.