P.L. Martin (Hrsg.): Praxis der Naturgeschichte. Erster Teil: Taxidermie. 3. Auflage. – Weimar: Voigt, 1886, Vorseite, Rechtefrei!

P.L. Martin (Hrsg.): Praxis der Naturgeschichte. Erster Teil: Taxidermie. 3. Auflage. – Weimar: Voigt, 1886, Vorseite, Rechtefrei!

Wem der Name des Geburtstagskindes jetzt nichts sagt, der darf beruhigt sein. So gebräuchlich ist der Name außerhalb der Naturschutz-Bubble nämlich nicht. Dabei ist es eine Person der wir viel verdanken. Die Geschichte hat bereits einige Schwergewichte in der Biologie hervorgebracht deren Namen auch heute noch mit Ehrfurcht ausgesprochen werden. Ganz klar damit gemeint ist Carl von Linné, der Erschaffer der Taxonomie der Flora und Fauna. Aber heute hat eine andere Persönlichkeit ihren Ehrentag. Philipp Leopold Martin hätte heute seinen 200. Geburtstag.  Er war der erste, der das Wort „Naturschutz“ im heutigen benutzte und definierte. In einer 1871 erschienenen Publikation sprach er erstmalig vom Naturschutz und legte gleichermaßen ein umfangreiches Programm zu den Themen Natur- und Artenschutz vor.

Leider zeigt die Realität, dass Philipp Leopold Martin auch in Naturschutzkreisen bislang kaum bekannt ist. Als er 1885 verstarb, war die Industrialisierung in Deutschland bereits in vollem Gange und das Interesse an seinen Ansichten hielt sich in Grenzen. Erst zum Übergang zum 20.Jahrhundert, als die Folgen der Industrialisierung immer offensichtlicher und Naturschutzforderungen quasi gesellschaftsfähig wurden, besann man sich seiner Arbeit. Leider zu spät. 2011 entdeckten zwei Mitarbeitern des BfN seine Schriften über den Naturschutz und publizierten diese. Das Ergebnis findet ihr wie immer eingebunden unterhalb des Beitrages.

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