Die heute vorgestellte Pflanzenart gehört mittlerweile ebenso zu einer Strand- oder Küstenlandschaft wie der Strandhafer und der Meersenf. Allerdings ist sie alles andere als eine kollegiale Art und sorgt im Naturschutz für mächtigen Wirbel. Die Rede ist von der Kartoffelrose (Rosa rugosa).

Rosa rugosa wächst als sommergrüner Strauch und erreicht Wuchshöhen von etwa 1,50 Metern. Die Ausbreitung der Art erfolgt durch unterirdische Ausläufer. Die Kartoffelrose besitzt kurze, starke Stacheln (keine Dornen) sowie wechselständig angeordnete unpaarig gefiederet Laubblätter mit 8 bis 15 Zentimeter Länge. Diese weisen zudem fünf bis neun Fiederblättchen auf. Mit ihrer runzeligen Oberfläche erinnern die Laubblätter an Blätter der Kartoffel, daher die Bezeicnung Kartoffelrose.

Wenn die Art von Juni bis September in voller Blüte steht, macht sie optisch einiges her. Dieser Umstand ist es auch, der sie als Garten- oder Zierpflanze so beliebt macht. Allerdings hat dies auch Nachteile. Rosa rugosa gilt als äußerst invasiver Neophyt.

Das ursprüngliche Verbreitungsareal der Kartoffelrose ist Ostasien. Zusammen mit anderen Arten bildet sie dort im Dünenbereich einen Gebüschsaum, der dann im Lauf der Sukzession schrittweise in einen Dünenwald übergeht.

Mithilfe ihrer unterirdischen Ausläufern breitete sie sich rasch und effektiv aus, dass Endstadium können dann hektargroße Monokulturen sein. Samen und Früchte werden durch Vögel oder die Strömung verbreitet. Doch ihre hohe Salztoleranz sind die Samen dieser Art auch nach längerem Aufenthalt im Salzwasser noch keimfähig. Ihre Bekämpfung ist aufwendig, kostenintensiv und häufig nicht von Erfolg gekrönt, meist gelingt es nur die Bestände etwas aufzulockern.

Durch die starke Beschattung des Untergrunds werden vor allem lichtbedürftige Arten komplett verdrängt, dadurch kommt es zu einer starken Verarmung der typischen Dünenflora. Ihr könnt ja beim nächsten Strandspaziergang mal darauf achten. In der Nähe der Kartoffellrose wachsen nur noch sehr wenige Arten. Eine ausführliche Beschreibung der invasiven Art findet ihr auf der entsprechenden Seite des Bundesamtes für Naturschutz.

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