Heute mal ein Buch, welches mich etwas ratlos zurück lässt. „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde war wohl das Buch in 2018, welches mir am häufigsten empfohlen wurde. Bekannte, Freunde und Kollegen legten mir diese Lektüre nahe kund nun habe ich es ausgelesen und fand es….so lala.

Aber von vorne. Maja Lunde skizziert in ihrem Werk das langsame und unaufhaltsame Verschwinden der Bienen und hat damit scheinbar einen Nerv der Leserschaft getroffen. Erzählt wird dies mittels drei unterschiedlichen und mehrere Jahrzehnte versetzt agierenden Charakteren.

Die Thematik des Insektensterbens ist unbestritten wichtig und kann nicht genug gewürdigt oder beschrieben werden. Ich selbst habe bereits mehrere Publikationen und Bücher zu diesem Thema gelesen und finde trotz etwaigen Verschleißerscheinungen immer noch neuen Input. Bei dem vorliegenden Buch war es leider nicht so.

Die jeweiligen Charaktere und die damit verbundenen Sichtweisen sind, zumindest für mich, sehr vorhersehbar und wirken stellenweise arg konstruiert. Die Charakterzeichnung kann maximal als zweidimensional bezeichnet werden und driftet stellenweise in platte Klischees ab.

Wieso ich euch aber dennoch das Buch vorstellen, ja sogar empfehlen möchte hat einen Grund. Einer der Zeitstränge spielt in eine Zukunft ohne Bestäuber. Einer Zukunft in der die Welt wie wir sie kennen und oftmals als selbstverständlich und gegeben hinnehmen nicht mehr existiert.

Lebensmittel sind Luxus, das gesellschaftliche Leben wurde auf links gedreht und wieso das alles? Weil die Bienen ausgestorben sind. Erschreckend daran ist, dass diese fiktionale Zukunft in manchen Gegenden Asiens bereits real ist, nur nicht so drastisch wie im Buch. Auch forscht die Menschheit bereits an Varianten und Möglichkeiten die Biene zu ersetzen und ihre Leistungen für die Ökosysteme zu imitieren anstatt ernsthafte Maßnahmen für die Bestäuber zu bewirken.

Dieser eine Zweig der Geschichte, der auf unsere heutige Zeit voller Wehmut und Verklärung zurück blickt und dabei all die verstrichenen Chancen die Bienen zu retten aufzählt, dieser eine Zweig hält für mich das Buch am Leben und weckt in mir das altbekannte Gefühl der Ohnmacht gegenüber so viel Ignoranz meiner Mitmenschen. Unter Berücksichtigung der genannten Punkte hat mir das Buch dennoch auf eine Art und Weise gefallen, die mich etwas ratlos zurück blicken lässt. Daher möchte ich mit den Worten schließen, die ihr sicher gerne am Ende einer Rezension hört: macht euch bitte selbst ein Bild. Dieses Buch gefällt zahlreichen Menschen und sicherlich euch auch. Möglicherweise aber mit Abstrichen.